Verfasst von: Hao | 19. Mai 2018

Kraft von oben


Samstag, 19. Mai 2018

Siehe, des HERRN Arm ist nicht zu kurz, dass er nicht helfen könnte, und seine Ohren sind nicht taub geworden, sodass er nicht hören könnte, sondern eure Verschuldungen scheiden euch von eurem Gott. Jesaja 59,1-2

Jesus spricht: Ich werde den Tröster zu euch senden. Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht. Johannes 16,7-8

Gott wird dich tragen,
drum sei nicht verzagt,
treu ist der Hüter, der über dich wacht,
stark ist der Arm,
der dein Leben lenkt,
Gott ist ein Gott,
der der Seinen gedenkt.
Gott wird dich tragen mit Händen so lind,
er hat dich lieb wie ein Vater sein Kind.
Das steht im Glauben wie Felsen so fest:
Gott ist ein Gott, der uns nimmer verlässt.

Im Osten immer noch nichts Neues. Ich quäle mich im wahrsten Sinn des Wortes durch den Tag und weiß jetzt schon, dass die Nacht auch nicht sonderlich besser wird als die vergangene, obwohl ich pünktlich meine Medikamente nehme. Ich hätte nie gedacht, dass mich nach Moskau der Lumbago noch einmal so mitnehmen würde. Und wenn dann noch der Kröch dazu kommt, hat man irgendwann zu nichts mehr Lust noch Fröhlichkeit. Im Hause und in meinem Umfeld gibt es bereits zig Löcher, die ich im Zug der organisierten Bedeutungslosen gestiert habe. Kein Wunder, dass ich mir für morgen nichts sehnlicher wünsche als eine komplette Pfingstdröhnung. Die hab ich wirklich nötig.

Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Gemeint ist folgende Presseerklärung vom gestrigen Tag.

„Wetzlar (idea) – In der gerichtlichen Auseinandersetzung um die Kündigung einer 49-jährigen Mitarbeiterin von ERF Medien mit Sitz im mittelhessischen Wetzlar gibt es eine Einigung: Beide Seiten haben den Vergleich des Arbeitsgerichts Gießen angenommen. Die Mitarbeiterin – eine zweifache Mutter, die seit 1990 beim ERF beschäftigt ist – kann ihre Arbeit „in Kürze“ wieder aufnehmen, teilte der Vorstand von ERF Medien in einer Pressemitteilung am 18. Mai mit. Man habe sich entschieden, die Weiterbeschäftigung der Mitarbeiterin „insbesondere als Zeichen christlicher Versöhnung und als Auftakt für eine interne Aufarbeitung zu sehen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Jörg Dechert. Damit könne wieder Ruhe in den Betrieb einkehren. Man könne aus den Ereignissen gemeinsam lernen und künftig konstruktiver mit Konflikten umgehen.

Drei Redakteuren von ERF Medien – zwei 49-jährigen Frauen und einem 62-jährigen Mann – war Anfang Februar ordentlich gekündigt worden. Hintergrund ist die 2015 erfolgte Einstellung eines Bereichsleiters. Die drei hatten über eine Informantin von schweren Vorwürfen gegen ihn erfahren. Der Mitarbeiter soll in einer freikirchlichen Gemeinde in Duisburg Anfang der 2000er Jahre zwei minderjährige Jungen missbraucht, kinderpornografisches Material besessen und Geld unterschlagen haben. Aus Sicht der drei Mitarbeiter hat die Unternehmensleitung, nachdem sie von der Informantin darüber in Kenntnis gesetzt wurde, darauf nicht angemessen reagiert und nichts unternommen. Zwei der drei Mitarbeiter trafen sich daraufhin mit Zeugen und fertigten Protokolle von den Gesprächen an, die sie dem ERF-Vorstand anboten. Die Leitung mahnte die Redakteure wegen Störung des Betriebsfriedens ab, stellte sie später frei und sprach Hausverbote aus. Schließlich erhielten alle drei eine ordentliche Kündigung.

Wie es nun in der Mitteilung des ERF heißt, hatte der Vorstand umgehend, nachdem er mit der Behauptung konfrontiert worden sei, einen Klärungsprozess in Gang gesetzt. Handlungsleitend sei eine Null-Toleranz-Strategie gegenüber Straftaten sowie die Fürsorgepflicht für alle Mitarbeiter gewesen. Man habe im Juni 2017 erfahren, dass Mitarbeiter bereits seit Ende 2016 systematische Recherchen über den beschuldigten Kollegen angestellt hätten. Die drei Mitarbeiter hätten sich zu keinem Zeitpunkt mit ihren Behauptungen an den Vorstand gewandt und sich trotz Aufforderung zunächst geweigert, dem Vorstand Belege für ihre Behauptungen vorzulegen.

Der Vorstand sei in dem Klärungsprozess zu keinem abschließenden eindeutigen Ergebnis gekommen und habe deswegen die Angelegenheit im Oktober 2017 der Staatsanwaltschaft Duisburg zur Beurteilung übergeben: „Das geschilderte Verhalten der drei Mitarbeiter stellte eine schwerwiegende Verletzung ihrer arbeitsvertraglichen Dienstpflichten und eine massive Störung des Betriebsfriedens dar, und zwar völlig unabhängig davon, ob die Anschuldigungen gegen ihren Kollegen von der Staatsanwaltschaft am Ende als zutreffend beurteilt werden oder nicht.“
Die Mitarbeitervertretung habe keine Einwendungen gegen die Kündigungen erhoben. Man habe sich ferner um einvernehmliche Trennungen bei allen vier Mitarbeitern bemüht. Der Vorstand betont, dass der Aufsichtsrat des ERF regelmäßig informiert worden sei. Zum Vorstand gehört neben Dechert der Geschäftsführer Thomas Woschnitzok. Der nun geschlossene Vergleich beinhaltet ferner, dass die Abmahnung vom 7. November 2017 aus der Personalakte entfernt wird. Zudem verpflichtet sich die Mitarbeiterin, künftig bei jedem Anfangsverdacht gegen einen Kollegen sofort den Vorstand umfassend zu informieren. Zudem erklärt sie, dass sie nie beabsichtigt habe, ERF Medien durch ihre Äußerungen in Misskredit zu bringen.
Der 62-jährige Ex-Mitarbeiter hat bereits bei einem Gütetermin die ihm angebotene Abfindung von 45.000 Euro angenommen. Die fristlose Kündigung gegen die andere 49-jährige Ex-Mitarbeiterin war laut dem Arbeitsgericht rechtens. Sie hat nach Ansicht des Gerichts ihren Arbeitgeber auf Facebook grob beleidigt. Laut der Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Duisburg, Jennifer König, läuft weiterhin das Ermittlungsverfahren gegen den früheren ERF-Bereichsleiter. ERF Medien hatte sich Ende Dezember einvernehmlich von ihm getrennt. Die Duisburger Gemeinde hatte damals keine Anzeige erstattet. Der 1959 als Evangeliums-Rundfunk gegründete Sender beschäftigt 197 Mitarbeiter und finanziert seine Arbeit überwiegend aus Spenden.“

Es hätte nicht so weit kommen müssen, denn der moralische Schaden, den sich der ERF durch seine Haltung selbst zugefügt hat, ist gewaltig. Allein die Kosten des Prozesses plus der Abfindung…. Und das alles mit Spendengeldern. Ein solches Verhalten musste im Blick auf den Schaden wirklich nicht sein, wenn man die Hintergründe bedenkt. Und ob die Klägerin an ihrem Arbeitsplatz jemals wieder glücklich wird, wage ich sehr zu bezweifeln. Leider spreche ich aus Erfahrung.

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