Verfasst von: Hao | 16. Mai 2018

Auf nach Moskau???


Mittwoch, 16. Mai 2018

Der HERR wendet sich zum Gebet der Verlassenen und verschmäht ihr Gebet nicht. Psalm 102,18

Jesus spricht im Gleichnis: Der Zöllner stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus. Lukas 18,13-14

Ich komme mir vor wie der Zöllner. Nein, ich hab sicherlich nicht so viel auf dem Kerbholz wie jener selbstständige Geschäftsmann, dessen Zunft als Synonym für die Sünde schlechthin steht.

Wenn ich derzeit Gott um Gnade bitte, zu mehr bin ich auch nicht groß fähig, dann fühle ich mich mit dem Zöllner aus der hintersten Reihe doch schon sehr verbunden. Ich weiß jetzt schon, dass die Zeit kommen wird, in der es mir wieder besser gehen wird und wieder der alte Hao bin, auch wenn ich nicht mehr mit einer Arschbombe Aufsehen erregen kann. Gott allein weiß warum.

Heute habe ich mich ab Nachmittag einfach ausgeklinkt, weil nichts mehr lief. Einfach das Telefon ausgeschaltet, obwohl ich einen wichtigen Anruf erwarte. Es werden wohl die permanenten Rückenschmerzen sein, die mich quälen. Nein, sie sind nicht schlimm, aber dennoch treiben sie mich zu Dingen, die ich noch nie im Leben gemacht habe. Sie sind deshalb so ärgerlich, weil sie latent vorhanden sind, als wenn sie sagen würden „Wir sind auch noch da“. Zugegeben, sie sind auszuhalten, im Gegensatz zu dem Lumbago, den ich in den 80ern einmal in Moskau hatte, und der mir deutlich viel stärker zusetzte. Nur ein mächtiger Schlag einer Haltestange in einem vollbesetzten Bus, der mit überhöhter Geschwindigkeit durch ein tiefes Schlagloch raste, befreite mich davon. Dadurch wurde die Stange aus ihrer Halterung in der Busdecke gerissen. Sie federte zurück und schlug mir so heilsam ins Kreuz, dass ich nur noch Sterne sah, aber das Fahrzeug als geheilt verließ. Vielleicht sollte ich noch einmal nach Moskau fahren.

Ich kann nur noch auf dem Rücken schlafen, rechts und links geht nichts mehr, weil mein Brustkorb von dem monatelangem Dauerkröch schon so mitgenommen ist, dass er sehr schmerzt, wenn ich Luft hole.

Als wenn das noch nicht reichen würde, kommt dann noch die Geschichte mit dem vergrößerten rechtsseitigen Lymphknoten dazu. Dieses Problem ist derzeit hinter dem Kröch verschwunden, denn am Donnerstag habe ich einen Termin in der MHH. Mein Weißkittel hat mir schon „angedroht“ den Knoten komplett zu entfernen, um ihn dann gründlich zu untersuchen. Dem werde ich wohl zustimmen, was anderes kann ich mir wohl derzeit nicht erlauben. Dieser Eingriff wird aber nicht schon am Donnerstag geschehen. Ich könnte die ganze Angelegenheit ja viel besser ertragen, wenn ich wenigstens gut schlafen würde. Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern wie es ist, eine ganze Nacht durchzuschlafen.

In solchen Stunden denke ich dann immer an Gudrun, die auch immer wieder Probleme mit der Nachtruhe hat. Ich bin also nicht alleine und sitze vor allen Dingen (noch nicht) im Rollstuhl. Von daher sollte ich nicht groß klagen, schließlich meint es Gott mit der Schwarzwälderin und mir immer noch sehr gut.


Es ist jetzt 2.45 Uhr und von Müdigkeit keine Spur, obwohl ich am Nachmittag nicht schlafen konnte. Wenn ich am Schreibtisch sitze, kann ich es gut aushalten, aber wehe, wenn ich mich in die Horizontale bewege.


Responses

  1. Lieber Hao, ich wünsche dir Kraft und Geduld für den heutigen Tag
    und Gottes Segen!

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