Verfasst von: Hao | 22. Februar 2018

Trost


Donnerstag, 22. Februar 2018

Als einer im Elend rief, hörte der HERR und half ihm aus allen seinen Nöten. Psalm 34,7

Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. Matthäus 5,4

Eine alte chinesische Legende erzählt von einer Frau, deren Sohn starb. In ihrem Kummer ging sie zu einem heiligen Mann und fragte ihn: „Welche Gebete und Beschwörungen kennst du, um meinen Sohn wieder zum Leben zu erwecken?“ Er antwortete ihr: „Bring mir einen Senfsamen aus einem Hause, das niemals Leid kennengelernt hat. Damit werden wir den Kummer aus deinem Leben vertreiben.“

Die Frau begab sich auf die Suche nach dem Zauber-Senfkorn. Auf ihrem Weg kam sie bald an ein prächtiges Haus, klopfte an die Tür und sagte: „Ich suche ein Haus, das niemals Leid erfahren hat. Ist dies der richtige Ort? Es wäre wichtig für mich.“ Die Bewohner des Hauses antworteten ihr: „Da bist du an den falschen Ort gekommen“, und sie zählten all das Unglück auf, das sich jüngst bei ihnen ereignet hatte. Die Frau dachte bei sich: „Wer kann diesen armen unglücklichen Menschen wohl besser helfen als ich, die ich selber so tief im Unglück bin?“ Sie blieb und tröstete sie.

 

Später, als sie meinte, genug Trost gespendet zu haben, brach sie wieder auf und suchte aufs neue ein Haus ohne Leid. Aber wo immer sie sich hinwandte, in Hütten, in Palästen, überall begegnete ihr das Leid. Schließlich beschäftigte sie sich ausschließlich mit dem Leid anderer Leute. Dabei vergaß sie ganz die Suche nach dem Zauber-Senfkorn, ohne dass ihr das bewusst wurde. So verbannte sie mit der Zeit den Schmerz aus ihrem Leben.

Drei Augen sehen mehr als zwei. Und weil an dieser Aussage kein Mensch rütteln kann, habe ich heute aufgerüstet und mir eine Überwachungskamera zugelegt. Ich hatte zwar schon eine, aber die war starr. Das neue Gerät kann sich drehen und auch Stellen überwachen und ausleuchten, die vorher noch im Dunklen lagen. Dass die Kamera bei Edeka 30 Euro billiger ist als beim Hersteller Technaxx, verstehe ich zwar nicht ganz, muss ich auch nicht. Das Einbinden ins Netzwerk gestaltete sich nicht unbedingt einfach, aber gegen Abend hatte ich dann alles wieder unter Kontrolle.

Heute wird meine Küche hoffentlich wieder kalt. Mit einem guten Bekannten fahre ich in die Stadt und hole den heißbegehrten Kühlschrank. Ob er allerdings das verspricht, was die Verkäuferin mir vorgeschwärmt hat, bleibt abzuwarten.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: