Verfasst von: Hao | 13. Februar 2018

Dunkle Erinnerungen


Dienstag, 13. Februar 2018

Gehorcht meiner Stimme, so will ich euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein. Jeremia 7,23

Jesus spricht: Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen. Johannes 8,31-32

Luther hat einmal gesagt: „Die Sünde hat nur zwei Orte, wo sie ist. Entweder ist sie bei dir, dass sie dir auf dem Halse liegt. Oder sie liegt auf Christus, dem Lamm Gottes. Wenn sie nun dir auf dem Rücken liegt, so bist du verloren. Wenn sie aber auf Christus ruht, so bist du frei und wirst selig.”

Mein Besuch von historischen und geschichts-trächtigen Orten und Plätzen sind auch mit zunehmendem Alter ungebrochen. Bei meinen Besuchen in Rheinhessen habe ich mir immer vorgenommen, einen Besuch in Osthofen zu machen, um dort das ehemalige KZ zu besichtigen. Heute nun, am Faschingsdienstag, dem letzten Tag der fünften Jahreszeit, scheint mir die Zeit gekommen zu sein. Es sind nur drei Stationen mit der Bahn, dann steige ich aus.

Vom Bahnhof sind es nur wenige Meter bis zu dem Gelände einer alten Papierfahrik. 

Osthofen ist wie ausgestorben. Kaum ein Fahrzeug auf der Straße, von Menschen ganz zu schweigen. Höllen sind bekanntlich gleich, von daher kann ich mir schon denken, was mich erwarten wird.


Viel kann man nicht mehr sehen, eine große auf mich beklemmend wirkende Halle, für einen Ort, an dem zwar kein Mensch getötet wurde, der aber als ein Vorläufer der späteren KZ´s zu sehen ist, auch wenn er nur eine relativ kurze Zeit betrieben wurde.

Als ich den riesigen Schlafraum betrete, schnürt es mir fast die Kehle zu. So hat alles einmal angefangen. Wir wissen, wie es geendet hat. Auch der kleine Appellplatz mit den zahlreichen behauenen Steinblöcken zieht mich in seinen Bann und verweist auf das Leid der rund 400 Lagerinsassen.

Eine beeindruckende Ausstellung berichtet über den Widerstand mutiger Frauen gegen den braunen Terror. Nach zwei Stunden muss ich erst einmal durchatmen. Zum Glück ist die Osthofener Innenstadt immer noch menschenleer und menschleise. Ich brauche jetzt genau diese Stille, um dann wieder zurück in meinen Gastkobel zu fahren. Weitere Aktivitäten vermag ich heute nicht mehr zu unternehmen, es reicht. Ein eigener Film kommt später.

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Responses

  1. Die Gedächnisstätten sind schon wichtig, dass sie erhalten bleiben.
    In HH gibt es Neuengamme zum Innehalten auch so eine entsprechendes
    Fleckchen.
    Noch einen schönen Aufenthalt in der Pfalz aus SH!

    Gefällt mir


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