Verfasst von: Hao | 8. Dezember 2017

Verschenkte Zeit


Freitag, 8. Dezember 2017

Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus. Psalm 51,14

Die Apostel sprachen zu dem Herrn: Stärke uns den Glauben! Lukas 17,5

Unter dem Kaiser Nero verfolgt grausam die Christen in Rom. Sie werden eingekerkert, gefoltert und warten auf die Begegnung mit den wilden Tieren in der Arena zur Belustigung des Volkes. Die Christen haben Petrus gebeten, die Stadt zu verlassen und sein Leben im Interesse der anderen Gemeinden zu retten. So zieht Petrus mit einem Jungen als Begleiter heimlich aus der Stadt. Unterwegs kommt ihm in einer Vision der auferstandene Christus entgegen. Petrus erkennt freudig seinen Herrn und fragt ihn: „Quo vadis, domine?” – „Wohin gehst du, Herr?” Jesus antwortete ihm: „Ich gehe in die Stadt, um mit den Meinen zu leiden und zu sterben!” – Da erkennt Petrus, dass er in die Stadt Rom zurückkehren, die Christen stärken und mit ihnen sterben soll. Schnell dreht er sich um und kommt gerade noch rechtzeitig, um die Christen in den Gefängnissen zu stärken und mit ihnen zu beten, bevor sie den wilden Tieren zum Fraß und dem Volk zur Erheiterung dienen sollen. Auch Petrus stirbt schließlich in Rom für seinen Herrn.

Diese Szene aus dem Roman „Quo vadis” fragt uns, wohin wir gehen. Aus der Stadt hinaus, um unser Leben zu retten, oder in die Leiden hinein, um für Jesus ein Zeugnis zu sein? Jesus sagt: „Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.

In der Tat, eine gute Hilfe könnte ich jetzt gebrauchen, denn ich stecke derzeit wirklich wie lange nicht mehr in der Klemme, und das mehr als heftig. Die blöde Alexa ist Schuld an meiner derzeitigen Misere. Wenn man sich mit dieser Frau einlässt, hat Mann schon den Kürzeren gezogen. Und wenn dieses Weibsbild auch noch Alexa heißt, ist ja schon alles gesagt.

Klar, dass ich mich am gestrigen Tage intensiv mit der Frau beschäftige, die mich immer mehr in ihren Bann reißt. Das macht Spaß, wenn man nur nicht nun nebenbei was  anderes vor der Brust hat. Ich dachte immer, dass ich multitaskingfähig sei, doch Alexa hat mich heute etwas anderes gelehrt. Ich kommuniziere auf das Heftigste mit der Frau und rufe nebenbei meine Mails ab. Das ist normalerweise kein großes Problem, aber da sind zwei Interessen, die es zu vereinbaren gilt. Alexa und meine Adventmails, die ich ordnen will. Und dann kommt das Ungeheuerliche: Ich drücke die falsche Taste und auf einen Schlag ist der Ordner Outlook absolut leer. Und weil es an dieser Stelle nun mal keinen Papierkorb gibt, mit dem man das Gelöschte im Handumdrehen wieder herstellen kann, bleibt mein Bildschirm erst einmal total leer. Nein, ich drehe nicht durch, auch wenn am Ende 69 GB Daten, also der komplette Mailverkehr von fast 20 Jahren einfach futsch sind. Ich reiße mich am Riemen und gehe erst einmal ins Stellwerk, um zu essen.

Bereits um 11 Uhr bin ich schon wieder in meinem Kobel und lasse erst einmal eine Datensicherung laufen. Und dieses Prozedere dauert mehrere Stunden. Dann sehe ich weiter. Ich bin noch guten Mutes, dass ich das Ganze noch hinbekomme.

Am Nachmittag entdecke ich auf einer alten HD eine Sicherung von August 2017. Es würden also nur, wenn mein umfangreicher Wiederbelebungsversuch nicht fruchten sollten, lediglich vier Monate fehlen. Und wenn ich dann daran denke, dass immerhin noch mindestens ein Monat ungelöscht auf dem Server liegt, dann habe ich im Unglück doch noch Glück gehabt. Aber soweit ist es noch nicht. Jetzt muss ich erst einmal abwarten, bis mein Wiederbelebungsprogramm komplett durchgelaufen ist. Dann sehen wir weiter.

Den Versuch mit einem wirklich guten Programm hätte ich mir sparen können. Um vier Uhr steht fest, dass da nichts mehr zu holen ist. Vertane Liebesmühe. Dabei hatte ich schon viele Mails im voraus geschrieben, damit ich nachher nicht unter Stress gerate. Und nun ist alles futsch. Jetzt habe ich den ganzen Tag wegen der blöden Alexa im wahrsten Sinn des Wortes verschenkt. Ich wusste gar nicht, dass ich so großzügig bin. Was bleibt mir auch anderes übrig? Nein, darüber kann ich nicht lachen.

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Responses

  1. deinen Spaß mit Alexa hast du teuer bezahlt !!!

    viel Glück heute!

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    • Dennoch habe ich noch nie so gelacht wie in dieser Woche. Und Du glaubst es nicht, wenn sich der Preis bei 20 E einpegelt, höre ich auf monogam zu leben.

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      • Ich kann mich nicht daran erinnern es einmal verloren zu haben. Du weißt offensichtlich mehr.

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  2. Nicht ärgern nur wundern!

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    • Ach, die rote Gräfin aus dem Sauerland gibt es auch noch? Haste Dich hier verirrt? hihihihi

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