Verfasst von: Hao | 28. November 2017

Ziemlich kaputter Typ


Dienstag, 28. November 2017

Bessert euer Leben und euer Tun, so will ich euch wohnen lassen an diesem Ort. Jeremia 7,3

Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte. Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Apostelgeschichte 2,45-47

Ein Lehrer möchte seinen Schulkindern das Wunder der Weihnacht näher bringen. Die Kinder sind um die Krippe mit all den großen Figuren versammelt. Eindrücklich beschreibt der Lehrer das wunderbare Bild des Friedens: „Seht ihr, wie Maria und Josef das Kind umgeben, und merkt ihr, wie selbst Ochse und Esel zusammen mit den Schafen die Krippe umringen, einträchtig, ohne sich zu drängen oder zu stoßen. Was meint ihr, warum stehen die wohl so friedlich und ruhig nebeneinander?” Nach langem Überlegen meint einer der Schüler: „Weil sie aus Holz sind!”

Müssen wir eigentlich aus Holz sein, um friedlich zu bleiben, oder können auch lebendige, sensible Menschen einträchtig miteinander umgehen?

Somit ist es amtlich: Nun habe ich es schwarz auf weiß. Heute kam der lang ersehnte Bescheid vom Versorgungsamt, dass man mir auf dem Schwerbehindertenausweis ein „B“ zubilligt.

Mit gleicher Post wird mir auch der neue Ausweis zugeschickt.

Mir scheint, dass ich ein ziemlich kaputter Typ bin. Ziehe ich laut amtlichem Diagnoseschlüssel meine einzelnen Behinderungen zusammen, komme ich auf satte 210 Prozent, auch wenn man mir das auf den ersten Blick nicht unbedingt ansieht. Fest steht, dass man nicht einen solchen Ausweis geschenkt bekommt.

Ich brauche nun nicht mehr, wenn ich verreise, alleine durch Züge und Bahnhöfe zu stolpern. Ich könnte nun auch sagen: „Willst Du kostenlos mitfahren? Dafür brauchst Du nur meinen Koffer tragen?“ Das ist doch ein irrer Deal, wer würde da wohl „Nein“ sagen?

Bei 210 Prozent habe ich eigentlich einen zuschussfreien Anspruch auf einen Hubschrauber. Doch ich will ja nicht unverschämt werden, bin mit den Diensten der Bundesbahn auch schon zufrieden.

Kein Wunder, dass ich heute „gut drauf bin“, am liebsten Abheben möchte. Und so setze ich mich auf die Schnelle hin und bastele meinen 300sten (!) Film. Ich hätte nicht gedacht, dass es einmal so viele werden können. Und das Schönste: 300 ist noch nicht das Ende der Fahnenstange, schließlich geht es doch aufwärts und natürlich auch  weiter.

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