Verfasst von: Hao | 11. Oktober 2017

Aber bitte ohne Segen


Mittwoch, 11. Oktober 2017

Ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung. Jeremia 29,11

Gott wollte kundtun, wie reich unter den Völkern die Herrlichkeit dieses Geheimnisses ist: Christus in euch, die Hoffnung auf die Herrlichkeit. Ihn verkündigen wir. Kolosser 1,27-28

Das ist mal eine tolle Ansage: Gott hat Gedanken des Friedens und nicht des Leides über uns. Zugegeben, die Aussage war ursprünglich an die Juden in der babylonischen Gefangenschaft gerichtet. Doch wenn wir diese Aussage durch die Brille des Neuen Testamentes lesen, dürfen wir uns ohne Bedenken auch unter diese Zusage stellen, und das 2017. Wenn das mal keine idealen Zukunftsaussichten sind. Auch wenn es mal wieder knüppeldick kommen sollte: Seine Gedanken über uns Menschen sind und bleiben Gedanken des Friedens, auch wenn alles um uns herum in Scherben brechen sollte.

Nicht nur mit, sondern auch ohne den „lieben Gott“ kann man „fromme“ Geschäfte machen, auch wenn man es richtig anfängt. Was lieg da näher als eine atheistische Hochzeitskapelle mit dem Flair einer echten Kapelle zu schaffen.

Tino Taubert und seine Frau Vivienne in ihrer neuen Hochzeitskapelle in Callenberg (Foto: dpa-Zentralbild)

So finde ich heute unter „evangelisch.de“ folgenden Artikel:

Eine Kirche, die keine ist

Ein sächsisches Unternehmer-Paar will in einer selbst gebauten Kapelle Hochzeiten für konfessionslose Brautpaare anbieten. Wie die „Dresdner Morgenpost“ berichtet, ist die erste Trauung in Callenberg (Landkreis Zwickau) im November geplant. Die freie Traurednerin Vivienne Leis (39) und der Musiker Tino Taubert (53) hatten den Angaben zufolge die Kapelle auf ihrem Gründstück in der Gemeinde zwischen Chemnitz und Zwickau am Ort eines früheren Pferdestalls errichten lassen. Die Hochzeitskapelle kann für Trauungen und andere Feiern gemietet werden. Die Eigentümer selbst bezeichnen das Bauwerk nicht als Kirche, sondern als „Event-Kapelle im historischen Baustil der Renaissance“. Kirchenbänke und Glockengeläut sollen ein „stilechtes Ambiente“ vermitteln. Auf christliche Symbole oder Schriften wurde hingegen verzichtet. Statt eines Altars gibt es einen Kamin. Im Keller steht eine Bar zur Verfügung.

Das Projekt stößt deutschlandweit auf mediales Interesse. Das Nachrichtenportal „Zeit online“ sprach von einer „Geschäftsidee für Brautpaare im atheistischen Osten“. Der für Callenberg zuständige evangelische Pfarrer Christian Schubert kritisiert das Vorhaben der beiden Atheisten. „Es sei ein Zeichen, wie gering die Bindekraft der Kirche in der Gesellschaft geworden ist“, sagte er der Zeitung. Eine kirchliche Trauung in der privaten Kapelle – wie sie grundsätzlich möglich wäre – lehnt er dem Bericht zufolge kategorisch ab. Das wäre eine „Grenzüberschreitung“, erklärte er. Auch sein katholischer Kollege aus Zwickau, Markus Böhme, äußerte seine Vorbehalte: „Für mich ist das eine Mogelpackung. Es ist nicht drin, was von außen betrachtet vermittelt wird“, erklärte er der Zeitung.

Offensichtlich ist das ganze Leben ein Event? Der Begriff kommt übrigens aus dem Englischen und steht für „Ereignis“, von lateinisch eventus. Darunter sind Aktionen zu Marketingzwecken zu verstehen. Warum also keine „atheistische Hochzeitskapelle?“ Was brauchen wir da einen Altar? Auch auf ein Kreuz kann getrost verzichtet werden. Die Stimmung wird durch ausgediente Kirchenbänke hergestellt. Und nach einem nicht erteilten Abschlusssegen ist die zahlende Hochzeitsgesellschaft ein gern gesehener Gast in der Kellerbar. Alles in einer Hand, der Bauch freut sich, aber das Herz bleibt trotz Hochzeitstag leer. Na dann Prost, aber bitte ohne Segen!

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