Verfasst von: Hao | 26. März 2013

Jesus lädt ein, die Zeugen Jehovas schauen nur zu…


Dienstag, 26. März 2013

Gott, der HERR, der Mächtige, redet und ruft der Welt zu vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang. Psalm 50,1

Seht zu, dass ihr den nicht abweist, der da redet. Hebräer 12,25

Ich freue mich
Herr, ich werfe meine Freude wie Vögel an den Himmel.
Die Nacht ist verflattert, und ich freue mich am Licht.
Deine Sonne hat den Tau weggebrannt vom Gras und von unseren Herzen.
Was da aus uns kommt, was da in uns ist an diesem Morgen, das ist Dank.
Herr, ich bin fröhlich heute am Morgen.
Die Vögel und Engel jubilieren, und ich singe auch.
Das All und unsere Herzen sind offen für deine Gnade.
Ich fühle meinen Körper und danke.

Freude

Die Sonne brennt meine Haut, ich danke.
Das Meer rollt gegen den Strand, ich danke.
Die Gischt klatscht gegen unser Haus, ich danke.
Herr, ich freue mich an der Schöpfung
und dass du dahinter bist und daneben
und davor und darüber und in uns.
Ich freue mich, Herr, ich freue mich und freue mich.

Freude

Herr, ich werfe meine Freude wie Vögel an den Himmel.
Ein neuer Tag, der glitzert und knistert, knallt und jubiliert von deiner Liebe.
Jeden Tag machst du. Halleluja, Herr!

Die Psalmen singen von deiner Liebe, die Propheten verkündigen sie. Und wir erfahren sie: Weihnachten, Ostern, Pfingsten und Himmelfahrt ist jeder Tag in deiner Gnade. Wer nur nach Nützlichkeit fragt und immer nur den Ertrag sucht, macht die Welt klein, das Leben arm und den Menschen bedrückt. Gott hat in seine Schöpfung so viel Überfluss hineingewebt, so verschwenderisch das Leben beschenkt. Darum sollten wir nicht so kleinlich die Erbsen zählen und die Erträge abwiegen.

Büro

Am Nachmittag habe ich den ersten Garteneinsatz, leider nicht bei mir, sondern bei Anna, der ich u. a. vier Säcke Torf einkaufe. Das Fahren übernehme ich, für die weitere Verarbeitung sorgt die neue Besitzerin.

Anna

Ich gebe unumwunden zu: Ich habe mich heute nicht losungsgemäß verhalten und den Redner innerlich abgewiesen. Und ich bereue nichts. Dabei hat er sich sooo Mühe gegeben, zumindest beim Ablesen eines unpersönlichen Textes, der ihm von oben vorgeschrieben wurde. Wen ich meine? Natürlich den Festredner der Gifhorner Zeugen Jehovas am heutigen Abend, dem 14. Nisan.

ZJ2

Ich hab es gewagt. Jahrelang habe ich den Termin immer wieder verschoben, aber heute mache ich endlich mal ernst. Ich gehe in den Königreichsaal zu dem höchsten Fest und gleichzeitig einzigem Fest der ZJ ,dem „Gedächtnismahl“.

So lese ich in den öffentlichen Verlautbarungen der ZJ: „Der wichtigste Feiertag im Jahr. Christen ist geboten worden, des Todes Christi feierlich zu gedenken. Wir tun dies in einer Gedenkfeier, die als „Abendmahl des Herrn“ bezeichnet wird. Jesus führte diese Feier in der Passahnacht des Jahres 33 u. Z. ein. Das jüdische Passah wurde nur einmal im Jahr gefeiert, und zwar am 14. Tag des jüdischen Monats Nisan. Zur Bestimmung dieses Datums orientierten sich die Juden damals offenbar an der Frühjahrs-Tagundnachtgleiche. An diesem Tag ist es etwa 12 Stunden hell und 12 Stunden dunkel. Der Monat Nisan begann, wenn nach dem Neumond, der der Frühjahrs-Tagundnachtgleiche am nächsten lag, die Mondsichel das erste Mal wieder zu sehen war. Jehovas Zeugen beobachten das Gedächtnismahl am 14. Nisan nach Sonnenuntergang, gemäß der Berechnung des jüdischen Kalenders, der im 1. Jahrhundert gebräuchlich war.

ZJ1

Man kann bei der christlichen Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas weltweit, rund um den Globus, an dem Gedächtnismahl zum Gedenken an den Tod von Jesus Christus teilnehmen. Auch wenn man kein Zeuge Jehovas ist. Man ist offensichtlich gerne dort gesehen. Und das Abendmahl, das Gedächtnismahl, findet in einem würdigen und angenehmen Rahmen statt. Es ist wirklich angenehm und schön dort die Ansprache zu hören. Und während dem Herumreichen der Symbole daran zu denken, was Jesus Christus für die Menschheit getan hat. Und was dies für einen persönlich bedeuten könnte. Was könnte an diesem Tag wichtiger sein, als das Gedenken an den Tod von Jesus Christus. Immerhin hat dies Jesus Christus seinen Nachfolgern sogar geboten. Als einzige Feier überhaupt.

zj2

Zuerst habe ich einen Bruder, der auch immer schon einmal zu den ZJ gehen wollte, gebrieft, nicht am Abendmahl teilzunehmen. Eigentlich logo, hätte das Mitglied im Kirchenvorstand auch nie gemacht. Dennoch mailte er mir am Nachmittag fast grinsend zu: „Ich halte fest: Keinen Happen essen und nichts trinken, sondern einfach schön weiterreichen.“

Rund 150 Personen sind anwesend. Schick angezogen und gestylt. Die Männer in Anzügen, die Frauen alle äußerst weiblich angezogen. Die Kinder erinnern mich an  Putten mit typisch erwachsenen Gesichtern. Irgendwie sehen die Anwesenden uniformiert aus, nur mein Bekannter und ich schlagen äußerlich aus der Reihe. Das gleiche gilt auch für meine Haare, die derzeit wieder eine erfreuliche Länge haben.

Ich

Wir bekommen Plätze in der letzten Reihe zugewiesen. Das reicht auch. Mit einem Lied, welches im Stehen gesungen wird, beginnt die Feier um das Gedächtnismahl. Ein getragenes Lied, welches nicht steifer gesungen werden kann. Ich fange an innerlich zu frieren, eine musikalische Stimmung ist nicht gefragt, kommt auch nicht auf.

Nach einer kurzen Begrüßung geht es zur Sache. Rund 40 Minuten versucht der Redner das mitzuteilen, was die Anwesenden schon lange wissen. Bei Bibelsstelle 12 höre ich auf zu zählen. Die Struktur der Predigt ist äußerst schlicht und bedarf keinerlei geistiger und geistlicher Anstrengung. Gleiches gilt auch für das immer gleiche Strickmuster. Man nehme die Wachturm-Ideologie und passe möglichst viele Bibelstelle, die in keinerlei Zusammenhang stehen, diesem Gerüst an. Nur das versteht ein Zeuge Jehova, der ja nicht in der Lage ist theologisch frei zu denken. Er schlägt bereitwillig alles in seiner  mitgebrachten Bibel nach. Hier ist der Buchstabe absoluter König.

wachturm-1971

Die Rhetorik ist gekonnt, auch wenn die Ausstrahlung des Redner eine „gewisse Süße“ nicht verbergen kann. Freudigkeit und die Lust an der Gnade kann ich nicht erkennen, Gefühle haben bei den ZJ so gut wie keinen Platz. Es fehlt das, was Luther von der Freiheit eines Christenmenschen sagt. Schließlich hat man sich mit Bibelversen zum Eigentlichen vorgepredigt. Natürlich wird beim  Countdown noch einmal an die 144.000 hingewiesen, die würdig sind am Gedächtnismahl teilzunehmen. Gifhorn geht leer aus.

Neckerzicke aus Gifhorn

Die bekannten Einsetzungsworte stehen nicht im Mittelpunkt, sondern werden sehr lieblos vorgelesen. Nach einem Gebet, welches in meinen Ohren mehr als eine Mini-Vorlesung klingt, verteilen anschließend männliche Mitglieder Silberschalen mit etwas Matzen, das dann wortlos durch die Reihe gereicht wird. Im Saal ist es totenstill, man wagt kaum zu atmen. Ich fühle mich ausgegrenzt, als ich das Brot unberührt weiterreiche. Aber eine solche Erfahrung ist auch wichtig. Dann das gleiche Prozedere mit dem Wein. Hier sind es aber nicht Kelche, sondern schlichte Weingläser, die die Runde machen.

Nach Lied und Gebet ist das Gedächtnismahl nach 65 Minuten vorbei. Eine kurze Frage, wie es uns gefallen hat, dann sind wir draußen und lassen erst einmal alles sacken.

Offensichtlich bin ich so mit dem Abend beschäftigt, dass ich nicht merke, wie mich ein PKW verfolgt. Als ich meinen Freund vor seinem Haus absetze, hält der Wagen ebenfalls. „Guten Abend, Polizeikontrolle“, heißt es. Das rechte Rücklicht will nicht mehr. Ein leichter Schlag gegen das Glas und die Reparatur ist beendet. Dann erfahre ich nachträglich, warum ich beim Abendmahl nur zusehen durfte: „Haben Sie Alkohol getrunken?“ Und das nach dem Besuch des Gedächtnismahls 2013. Sachen gibt’s, die gibt´s wirklich.

polizei

Der 14. Nisan ist nun vorbei. Was bleibt, ist die ewige Erkenntnis, dass ich theologisch weiß, wo ich stehe und mich auch kein Wachturm bewegen wird, diesen Stand je zu verlassen.

Mit Luther alles in Butter

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Responses

  1. Ich mag den Luther ja sehr, aber er würde dir sagen: „Nicht bei mir, bei Christus sollst du stehen!“

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    • In der Tat, er sagt zu mir: „Nicht so, du Narr, höre und lass es dir gesagt sein: Zum ersten bitte ich, meinen Namen zu verschweigen und sich nicht lutherisch sondern Christen zu nennen. Was ist Luther? Ist doch die Lehre nicht mein. So bin ich auch für niemanden gekreuzigt worden. Der Apostel Paulus wollte bei den Korinthern (1. Kor 3,4f) nicht zulassen, dass sich die Christen paulinisch oder petrinisch nennen, sondern sie sollen Christen heißen. Wie käme ich armer stinkender Madensack dazu, dass man die Kinder Christi nach meinem heillosen Namen nennen sollte? Nicht also, lieben Freunde, lasst uns solche parteiischen Namen tilgen und uns Christen nennen, nach dem, dessen Lehre wir haben.“

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  2. Danke, dass Du über Deinen Besuch bei den ZJ berichtet hast…. wirklich sehr seltsam alles …………..

    Zum Glück ist alles gut ausgegangen bei der Polizeikontrolle !

    die Ziegen in der Gifhorner Fußgängerzone hab ich auch schon gesehen , aber ohne Schnee – ein schönes Bild !!!!!

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  3. Wie lieb ist das denn.. (-:
    Danke für den netten Hinweis auf deiner Hauptseite.
    Ich antworte einfach mal hier. (Ich hoffe die kleine Blogliste verrät mich nicht. ((-;)
    Dieses ‚Anti-Abendmahl‘; welches die ZJ einmal im Jahr feiern; ist genau das Gegenteil von dem was Jesus wollte.
    Sie reichen Brot und Wasser durch die Reihen und nehmen nichts davon.
    Es ist wie eine Ablehnung Jesu und ich weiß nicht wie sinnvoll es wäre als Christ daran teilzunehmen..

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    • Langsam, ich nehme doch nicht daran teil. Ich schaue nur zu und denke mir mein Teil. Und was dann in meinem Koppe passiert. hast Du sicherlich in meinem Blog gelesen. Da ist nix mit einem Teilnehmen.

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      • Ich habe dich ja verstanden, Hao.
        Es geht mir auch mehr um die generelle Frage- wie man ihnen antwortet, wenn sie zum ‚Mahl des Herrn‘ einladen.

        @Lennart (-: du lieber.
        Nun, ich finds‘ bedrückend..
        Dennoch, sie mögen es. Das baut sie auf..

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        • @Mirjam
          Hm….das ‚baut‘ sie auf?
          Ich musste sofort jetzt an einen von der NA-Kirche denken, der mir im Gespräch mal gesagt hat, dass wenn deren ‚Bischof‘ kommt er und allen den ‚Heiligen Geist‘ durch Handauflegung ‚gibt’….(auch ihm), dass dann bei ihm ein seeliges Gefühl ‚entstehen‘ würde…..

          (Oh…mein internet ist sooo langsam geworden, seit MS den Support eingestellt hat)

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          • Als wenn Dein Internet dadurch langsamer geworden wäre. Das glaubste doch wohl selbst nicht. Im Übrigen bekommst Du das, was Du willst. Und Du hast Dich nun mal für die ungläubige Variante entschlossen. Wer nicht glaubt und vertraut, muss warten und trotzdem zu viel zahlen…..hihihihihihih

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            • So Hao, heute bin ich wieder mal hier drin – im ’net‘.
              ….amüsiert mich schon, was du sagst……(ungläubige Variante)…..und was das Warten anbelangt, bin ich da recht geübt…..obwohl ich schon manchmal an meine ‚Grenzen‘ komme.
              Aber danke, dass du dir (was meinen Zugang zum Internet anbelangt)…Gedanken machst ! ;-)

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              • Ne, mache ich mir nicht, ich musste nur an Dich denken, als Vodafone letzte Woche einen Totalausfall hatte.

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    • …..das muss eine eigenartige….vielleicht düstere? Atmosphäre sein? (stelle ich mir so vor).

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