Verfasst von: Hao | 12. März 2013

Extra Omnes


Dienstag, 12. März 2013

Die gepflanzt sind im Hause des HERRN, werden in den Vorhöfen unsres Gottes grünen. Und wenn sie auch alt werden, werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch sein. Psalm 92,14-15

Das aber auf dem guten Land sind die, die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld. Lukas 8,15

Das sind doch tolle Aussichten: Auch wenn Mann und Frau alt ist, „werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch sein“. Liest sich gut, aber kann man das 1:1 in den Alltag übertragen? Ich merke derzeit in meinem Leben wenig von einer blühenden und fruchtbaren Frische. Mein Körper quietscht und eiert an vielen Ecken und Enden, kein Wunder und mit meiner Psyche stand es, wenn ich mich richtig erinnere, auch schon einmal besser. Doch welcher Motor ist seit seiner Erstellung schon 65 Jahre nonstop ohne eine Sekunde im Dauerbetrieb? Was hält schon ohne Pause so lange?

Wie gut, dass ich gelernt habe, biblische Wahrheiten immer im Zusammenhang zu lesen. Und dann fällt mir die andere Seite der Medaille ein. „Wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert‘. (2. Korinther 4, 16) Ich habe Christen kennen gelernt, die immer nur eine Sichtweise hatten und diese lebten. Wie war das noch mit der Übergeistlichkeit, die im Fleisch endet? Bei all den Federn, die der Mensch im Laufe des Lebens lassen muss, gilt der Standort des Lebensbaumes. Trotz massiver Ausgrabungsversuche solcher Menschen bin ich noch immer dabei, werde meinen angestammten Platz im Vorhof meines Gottes behalten, auch wenn mir Christen diesen madig gemacht haben. Von Gott werde ich niemals im Leben, im Sterben und darüber hinaus „Extra Omnes“ hören, zumal der Schöpfer mit mir in Muttersprache spricht.

Ich bin Papst

„„Extra Omnes“ heißt es heute um 16.30 Uhr im Vatikan, nachdem die Türen der Sixtinischen Kapelle verschlossen werden. „Alle raus“ lautet der Befehl für die 115 mit Rotkäppchen behaupteten Mitglieder des Führungskaders der katholischen Kirche. Vorher angebrachte Störsender sorgen zusätzlich dafür, dass die Mitglieder des Konklaves nicht mit der restlichen Welt in Kontakt treten können. In den 50er Jahren hat man die alten Männer noch eingemauert, heute verrammelt man nur die Türen. Nun wird geschachert bis die Schwarte kracht. Ein Favorit wird im Vorfeld nicht gehandelt. Bis zum Aufsteigen des weißen oder schwarzen Qualms ist noch alles bis zur Ergebnisverkündung des neuen Stellvertreter Gottes offen.

Wahlmänner

Und der Chef? Ob ihm nicht dabei etwas mulmig wird? Nee, mitreden darf er nicht, hatte er auch in der Vergangenheit nie getan, denn zu einem solchen Störenfried hätte man in wahrsten Sinn des Wortes auch gesagt: „Extra Omnes“ Was soll man den Herrschaften eigentlich wünschen? „Gottes Segen? Nehmt nur den Richtigen?“ Aber wer ist denn „der Richtige?“ Gibt es in der Kirchengeschichte überhaupt einen Stellvertreter Gottes, der richtig war?

Zöllitsch

Da brauche ich mich gar nicht erst mit „VatiLeaks zu beschäftigen, um zur Erkenntnis zu kommen, dass da etwas nicht stimmen kann. Etwas? Es ist die Struktur der Katholischen Kirche, die ja immer noch von sich behauptet, sie hätte das Alleinvertretungsrecht Gottes gepachtet. Starker Tobak. So wartet die ganze (katholische) Welt gespannt auf den Moment, dass es im Vatikan zu qualmen anfängt. Hat es da nicht schon immer „etwas“ gestunken? Ob Gott wohl husten wird?

Bleiben wir doch beim Husten, und zwar bei meinem. Nein, den hat mein Weißkittel schon lange zum Schweigen gebracht, was man aber nicht von den Kopfschmerzen sagen kann, die mich seit dem Hustenüberfall in großer Treue heimsuchen. Die sind aber auch hartnäckig. Deshalb heißt es auch heute: „Krankenhaus, da bin ich wieder“. Eigentlich wollte ich erst am Donnerstag zum Röntgen gehen, weil ich im weißen Haus noch andere Dinge erledigen muss, aber meine temporären Kopfschmerzen treiben mich heute schon zu dem Ort, den ich, wer könnte es mir verdenken, nicht besonders liebe. Doch die Schmerzen lassen mir keine andere Wahl. Nun sitze ich in einem Wartezimmer und mache mir meine Gedanken. Ich will mich nicht an die permanenten Kopfschmerzen gewöhnen, die immer dann kommen, wenn sich der Körper anstrengt. Dazu gehört schon ein Husten oder das Bücken.

Röhre

Nein, heute verlaufe ich mich nicht in dem riesigen Neubau, ich wurde hier ja schon einmal in die Röhre geschoben. Nach dem Röntgen heißt es warten. Wie gut, dass ich mein Netbook mitgenommen habe. So nutze ich die Zeit aus, denn was könnte man in einem Wartezimmer auch groß machen? Es bleibt nur noch das Schlafen und Dösen. Beides unproduktive Beschäftigungen, die besonders in der Mittagszeit nicht besonders viel bringen.

KopfDann geht alles ganz schnell. Der Weißkittel erkennt keine Abschattungen. „Haben Sie Zeit? Dann möchte ich gern ein CT machen, dann wissen wir mehr. Es sieht so aus, als wenn sie eine chronische ……. hätten. Ich stimme zu und füge mich. Das Ergebnis bekomme ich rund 60 Minuten später: Alles im grünen Bereich, ein chronischer Entzündungsherd ist nicht festzustellen. Die Frage nach dem Grund meiner Kopfschmerzen kann mir der Doktor auch nicht sagen.

Als der Weißkittel von meiner Krankenvita erfährt, wird er hellhörig und rät mir zu einem MRT des Kopfes unter Einsatz eines Kontrastmittels. Am Donnerstag sehen wir weiter.

Lange hatte ich von Ute nichts gehört. Heute nun geht es zur Sache. So lese ich u.a.:
Heute geht es los. Mal sehen, wie die Chemotherapie bei mir wirkt und wann meine Haare ausfallen. Meine Perücke habe ich schon. Da ich einen großen Kopf habe (das haben meine Eltern auch schon gesagt, dass ich einen Dickkopf habe) war es gar nicht so einfach eine Perücke die mir gefällt, zu bekommen. Die meisten Perückenmacher haben sich auf den Normalkopf spezialisiert. Jetzt ist mir wieder ganz bewusst, dass ich was ganz besonderes bin ;-) Mein Mann hat die Perücken-Anprobe mit seiner Kamera fest gehalten. Wir hatten unseren Spaß dabei. Jetzt überlege ich noch, ob ich meine Haare zuhause abschneide oder zum Friseur gehe. Bei dem Friseur, von dem ich meine Perücke habe, ist das im Preis inbegriffen. Dann kann er die Perücke gleich anpassen. Ich möchte jedenfalls nicht, dass meine Haare dann auf meinem Kopfkissen liegen oder ich sie büschelweise im Kamm habe.

Wir sollten mit dem Beten nicht aufhören, denn jetzt kommt für Ute eine harte Zeit für Körper und Psyche. Aber auch für sie gilt die heutige Losung.

Ute Hochzeit_06

Heute vor 75 Jahren vergrößerte ein Österreicher sein braunes Land. Dabei fiel kein Schuss, die armen Österreicher jubelten den Okkupanten frenetisch zu. Am Tag zuvor hatte die deutsche Wehrmacht die Schlagbäume an der Grenze fein säuberlich demontiert und war unter dem Jubel der Bevölkerung nach Linz, Graz und Wien eingerückt. Wenige Tage später traf Hitler in der österreichischen Hauptstadt ein und ließ sich von 250 000 Menschen auf dem Heldenplatz feiern. Von da an gings bergab.

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Responses

  1. So fix waren die Österreicher nicht! Sechs Wochen nach der Machtergreifung? Es sind 75 Jahre.

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    • Danke für den Hinweis. Ich hatte den Artikel im Krankenhaus geschrieben und verkehrt gerechnet. Hatte andere Dinge im Koppe. Inzwischen habe ich aber den Fehler schon berichtigt.

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  2. „Ich merke derzeit in meinem Leben wenig von einer blühenden und fruchtbaren Frische. Mein Körper quietscht und eiert an vielen Ecken und Enden, kein Wunder und mit meiner Psyche stand es, wenn ich mich richtig erinnere, auch schon einmal besser.“
    Ach Hao,
    Du machst mir richtig Angst, weißt Du? Natürlich hast Du Recht und vor allem, nach all` dem, was Du so hinter Dir hast. Und Du hast es doch geschafft, nicht wahr? Dann schaffst Du das, was jetzt gerade ist (z.B. Deine Kopfschmerzen) doch auch. Wirst schon sehen.
    Einen lieben Tröstergruß
    von Gaby.

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  3. Einen Gruß an Ute: Bei meiner 1. Chemo 2002 hatte ich erhebliche Anpassungsprobleme als mir die Glatze geschoren wurde.Tränen kullerten. Doch schon nach wenigen Tagen bin ich selbstbewußt und hoch erhobenen Hauptes oben ohne unters Volk geganges. Beim 2. Mal 2008 (es war Karneval) war ich zu Besuch bei meiner Mutter. Ich merkte, dass mir die Haare ausgingen, bat meinen Onkel um seine Haarschneidemaschine und meine Tante um eine warme Mütze. Nun saßen wir in lustiger Runde, mein Onkel verpasste mir zuerst einen Irokesenschnitt und meine Tante setzte mir die Pippi Langstrumpf- Perücke ihrer Enkelin auf. Vor lauter Lachen flossen dann die Tränen. Mit meiner Glatze konnte ich besser umgehen als mit dieser kratzenden Perücke, unter der man stark schwitzt. Sie erfüllt aber heute noch ihre treuen Dienste zu Karneval bei einem Bekannten. Ich habe viel Spass mit dem Ding gehabt.
    Dir alles Gute liebe Ute

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    • Ich wollte damals, aber ich hab dann den Termin beim Friseur abgesagt und hab es nicht bereut. Bei Frauen mag es anders sein. Ich würde mich heute wieder so verhalten.

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  4. Dem Hao für Donnerstag alles Gute, ich drücke die Daumen.

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    • Hoffentlich in Nennes Art……

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  5. hallo
    lese gelegentlich ihre beiträge
    es kann ja jeder eine meinung haben ,auch zur katholischen kirche und papsttum , das ist ja grundsätzlich gut – nur , wenn man wie sie , sich auf gott beruft ist ein anderer stil angebracht – was sie reden ist abwertend ja schon menschenverachtend , bei den menschen mögen sie damit eindruck machen aber ……
    helwe

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    • Wenn Sie mit meiner Sprache oder dem Umgang mit bestimmten Dingen Probleme haben sollten, würde ich den Blog nicht mehr lesen. Ich habe wohl zu oft auf Kirchentagen christliches Kabarett gesehen. Ich nehme mir die Freiheit hier mal auf Willibert Pauels hinzuweisen, der hat noch ein ganz anderes Kaliber. http://www.willibert-pauels.de/ , ein lokaler Landsmann von mir. Das ist bestimmte Personen nicht erreiche, ist mir klar. Mein Rat: Etwas lockerer sein und die Quersumme meiner Aussagen ziehen.

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