Verfasst von: Hao | 1. Januar 2013

Wer rastet, der rostet….


Unterwegs zum Ziel

Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ Hebräer 13,14 Jahreslosung 2013

UmzugIch bin in meinem Leben schon einige Male umgezogen. Gelernt habe ich es nie, denn meine Mutter ist in 94 Jahren nicht einmal im Leben umgezogen. Freiwillig habe ich mir nie eine Bleibe gesucht.  Mal waren es dienstliche, mal private Gründe, die ich mir nicht ausgewählt habe. Ich wurde mit ihnen konfrontiert, wie das Leben „eben so spielt“. So weit ich sehen konnte, stapelten sich die Umzugskartons, die gefüllt, transportiert und wieder geleert werden wollten. Umzug Bücher

Zurück blieben Freunde und Bekannte, aber auch Menschen, die mir an keiner Stelle wohl gesonnen waren. Besonders in diesen Zeiten habe ich gemerkt, dass Leben Bewegung heißt, denn wer rastet, der rostet.

Ein Umzug kann auch ein Zusammenbruch des Lebens sein. Die vertraute Umgebung wird verlassen, man ist zur Tafel anderer gerufen, ob man will oder auch nicht. Je älter man ist, umso schwerer fällt einem der Umzug, auch wenn die Verlockungen des neuen Lebens noch so groß sein sollten. Einen alten Baum verpflanzt man bekanntlich nicht so schnell.

Keine Frucht

Irgendwann wird man ausziehen müssen. Bei dem letzten großen Umzug braucht man nicht einmal anzufassen, dann machen andere alles, wirklich alles. Vielleicht sogar in der Hoffnung, dass da etwas abfällt, wenn man aus seinem Haus getragen wird. Ist nur blöde, dass man diesen Termin nie planen kann, auch wenn man sich noch so anstrengen sollte. Es sei, mein legt selbst Hand an, wovor nicht nur ich, sondern auch mein lieber Matthias Claudius eindrücklich warnen, auch wenn es keinen Menschen gibt, der nicht einmal diese schlimmen Gedanken hatte.

„Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“

HaoundEvaSchaue ich in die Bibel, so lese ich fast auf jedem Blatt von Umzügen. Das fing mit einem Rausschmiss bei den ersten Menschen aus dem Paradies schon an. Eine Zwangsumsiedlung, die sie sich selbst zuzuschreiben hatten. Dumm gelaufen. Abraham, Mose und ein ganzes Volk machten sich auf den Weg zu einer neuen Bleibe. Die hatten kein Umzugsunternehmen an der Hand.

Und auch Jesus, der nicht einmal über einen eigenen Kobel verfügte, jedenfalls in den 33 Jahren seines Erdenlebens. Leben ist nun mal Bewegung vom ersten bis zum letzten Atemzug, mulmige Gefühle natürlich mit eingeschlossen.

Bewegungen haben aber auch stets mit Unsicherheit zu tun. Es tut weh, Gewohntes aufzugeben, um Neues zu Ruhewagen, schließlich ist das Leben keine Lotterie. Loslassen, was mir vertraut war, neu angreifen, was mir unvertraut ist. Vielleicht ist das Ziel auch noch gar nicht so richtig klar. Wenn sich alles um mich bewegt und ich in diesen Lebensstrudel mit hineingesogen werde, brauche ich etwas, an dem  ich mich festhalten kann, was sich nicht bewegt, was nicht Launen und Gefühlen unterworfen ist. Ich brauche einen Platz, an dem ich bleiben kann, bleiben für immer.

Einsamkeit

Die Jahreslosung hat nicht nur einen Platz bei Beerdigungen, sondern auch mitten im (prallen) Leben. Neues wagen, sich bewegen, aus der Totenstarre herauskommen, suchen, auch wenn menschlich gesehen, keine große Zukunft mehr auf einen wartet. Die Jahreslosung ist Hoffnung für die Toten aber auch im vollen Umfang für die Lebenden.

Beerdigung

Gott ist die Zukunft, der wir entgegen gehen sollten. Er bringt eine neue Stadt mit sich, in der es keine Tränen und kein Leid und keine Gewalt mehr gibt. Und das Schönste: Der Tod wird ausgewiesen und findet keinen Platz mehr in Gottes Gegenwart. Es hat sich iSONY DSCm wahrsten Sinn des Wortes ausgestorben. Und diese Sicht gibt Lebenskraft für die Lebensaufbrüche, mit denen wir noch konfrontiert werden. Nicht nur deshalb singe ich das neue Kirchenlied so gern: „Vertraut den neuen Wegen, auf die uns Gott gesandt! Er selbst kommt uns entgegen. Die Zukunft ist sein Land. Wer aufbricht, der kann hoffen in Zeit und Ewigkeit. Die Tore stehen offen. Das Land ist hell und weit.“ Und um dieses eindrücklich klarzumachen, braucht es manchmal keine Worte, sondern nur Gesten.

Ach ja, wer es noch nicht gemerkt haben sollte. Pünktlich zum Jahreswechsel habe ich mein Blog-Outfit etwas geändert. Die Jahreslosung hatte mich dazu inspiriert.

Bewegung

Nun ist es da, das neue Jahr. Es gab in meinem Leben nur vier spektakuläre Jahreswechsel, die es entscheidend geprägt haben, dass es sich für den Rest ausgewirkt hat. Und so war der Altjahrsabend einer von 364 ganz normalen Abenden. Nein, ganz normal war er denn doch nicht. Ich habe zur Freude meiner Augen meine beiden Schreibtischfächer aufgeräumt und das TV nicht angemacht. ERF war angesagt. Das Einzige, was mich letztlich an Silvester erinnerte, war das Knallen um Mitternacht.

Überblick

Ach ja, und was die guten Vorsätze betrifft, so halte ich es mit Erich Kästner:

„Man soll das Neue Jahr nicht mit Programmen
beladen wie ein krankes Pferd,
wenn man es all zu sehr beschwert,
bricht es zu guter Letzt zusammen.

Je üppiger die Pläne blühen,
um so verzwickter wird die Tat.
Man nimmt sich vor, sich schrecklich zu bemüh’n
und schließlich hat man den Salat.

Es nützt nicht viel, sich rot zu schämen,
es nützt nichts und es schadet bloß,
sich tausend Dinge vorzunehmen.
Lasst das Programm und bessert euch drauflos.“

Start

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Responses

  1. Eine Jahreslosung, die für mich eine besondere Bedeutung hat. Nach über 30 Jahren Eifelleben ziehe ich wieder in diesem Jahr in meine alte Heimat, ich hätte es nie gedacht. Aber Gottes Wege .. Wenn ich deinen Text lese, wird mir ganz schön mulmig.Ich fühle eine ungeheuere Anspannung in Körper und Geist, meine Herz und die Gefühle sind so gespalten. Freude, Trauer, wie wird es wohl werden,schaffe ich alles, wie wird der Neuanfang? Klappt meine Planung..Tja, dass mit dem alten Baum, ist schon viel Wahres dran.Wenn ich allein an meine unzähligen Bücher denke, wird wahrscheinlich so aussehen wie auf einem der Foto’s. So gehen viele Kartons per Panda über das Jahr mit in die alte, neue Heimat. Der Rest muss dann in einen Umzugswagen passen. Und dann kommt der Neuanfang………
    Herzliche Grüße,
    clivia

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    • Ja, Frau Kollegin. Auch Du bist ein Mensch und lebst nicht. Hoffentlich wird der Umzug in die „Vergangenheit“ einer in Deine persönliche Zukunft. Ich wünsche es Dir….

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  2. Ja, auch ich bin mit dem ERF plus ins Neue Jahr 2013 gekommen. Es war eine wunderbare Jahresabschlußsendung mit Ute Zintara. Nur das Glockengeläut wurde auch übertönt von den Knallern .
    Dir und allen Bloglesern wünsche ich ein gesegnetes neues Jahr.

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