Verfasst von: Hao | 21. November 2012

Glaube auf dem Bürgersteig


Mittwoch, 21.11.2012

Lass mich deine Herrlichkeit sehen! 2.Mose 33,18

Jesus offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. Johannes 2,11

Ein Blatt, vom Baum herabgeweht, deutet die Nichtigkeit und Vergänglichkeit des Menschen an. Was ist ein Blatt im Kosmos? Unsagbar klein. Was ist ein Mensch im Laufe der Geschichte? Undenkbar wenig. Und doch haben gerade die zarten Blätter eines Baumes eine große Bedeutung für das Leben. Ein einzelnes Blatt ist für sich nichts, aber am Baum angewachsen trägt ein Blatt zur Erhaltung des Lebens bei. Ein einzelner großer Baum produziert in einer Stunde zwei Gramm Sauerstoff und entzieht der Luft das giftige Kohlendioxid. Diese natürliche Fabrik erzeugt eine Luft, die etwa 100 Menschen am Leben erhält.

Könnten wir Menschen eine solche Aufgabe wahrnehmen: der geistigen Atmosphäre die Gifte und schädlichen Kräfte entziehen und ein Klima des Lebens schaffen? Können andere Menschen in unserer Nähe aufatmen? Setzen wir positive Kräfte und Lebensstoffe frei und binden negative Gedanken? Atmen wir den Geist des Lebens aus oder tödliche Gifte?

Ein einzelner Mensch ist nichts und Ausdruck der Ohnmacht und Nichtigkeit. Aber mit Gott und seiner Gemeinde zusammengewachsen hilft auch ein einzelnes Menschenleben mit, Gottes Schöpfung und Geschichte zu erhalten.

Im Frühling wird die kahle, nackte Erde mit einem wunderbaren Kleid aus Blättern geschmückt. Solcher Schmuck der Erde ist ein kleiner Ausdruck für die Schönheit und Herrlichkeit Gottes. Könnte unser Leben für einen kleinen Ausschnitt nackter Erdenwirklichkeit der Schmuck Gottes sein? Wäre unsere Liebe für etwas Staub und Dreck unter den Menschen der Mantel, der sorgsam bedeckt? Könnten wir für einen bloßgestellten Menschen, für ein hässliches Wort, für eine kahle Stelle des Lebens das schöne Kleid der Umhüllung sein?

Sauerstoff und Säuberung der Luft, Schmuck und Schönheit für die Erde sind die wichtigen Aufgaben der Blätter an den Bäumen. Mehr als Blätter am Baum Gottes, am Lebensbaum seiner Gemeinde, am Stammbaum seiner Geschichte können wir Menschen nicht sein. Dort sind wir keinesfalls nichtig, sondern wichtig!

Buß- und Bettag. So lese ich bei Wikipedia: „Der Buß- und Bettag in Deutschland ist ein Feiertag der evangelischen Kirche, der auf Notzeiten zurückgeht. Er wurde im Lauf der Geschichte für besondere Anliegen angesetzt, aber oft nicht am selben Datum. Im 20. Jahrhundert wurde er wie auch heute meist am Mittwoch vor dem Ewigkeitssonntag, dem letzten Sonntag des evangelischen Kirchenjahres, begangen, also elf Tage vor dem ersten Adventssonntag bzw. am Mittwoch vor dem 23. November.

Das Wort „Buße“ lässt in manchen Regionen des deutschen Sprachraums unrichtige Assoziationen aufkommen. Es geht bei diesem Tag nicht um Büßen für begangene Vergehen im Sinne von „bestraft werden“, sondern um eine Buße im Sinne der Reue für begangene Sünden, und eine Umkehr und Gesinnungsänderung zu Gott hin.

Nach Kriegsende wurde der Buß- und Bettag wieder eingeführt. In der DDR war er ein arbeitsfreier Feiertag, bis er 1966 im Zuge der Einführung der 5-Tage-Woche abgeschafft wurde. Die westdeutschen Bundesländer (mit Ausnahme Bayerns) erklärten ihn nach dem Krieg zum gesetzlichen Gedenk- und Feiertag. Bayern zog 1952 nach, jedoch wurde der Tag zunächst nur in Regionen mit überwiegend evangelischer Bevölkerung gesetzlich anerkannt. Ab 1981 war der Buß- und Bettag auch in überwiegend katholisch bevölkerten Regionen Bayerns ein arbeitsfreier Feiertag und wurde nunmehr in der gesamten Bundesrepublik einheitlich begangen.
Nach der Wiedervereinigung wurde der Buß- und Bettag auch von allen neuen Bundesländern übernommen und war somit ab 1990 ein deutschlandweiter Feiertag.

Im Jahr 1994 wurde beschlossen, den Buß- und Bettag als arbeitsfreien Tag mit Wirkung ab 1995 zu streichen, um die Mehrbelastung für die Arbeitgeber durch die Beiträge zur neu eingeführten Pflegeversicherung durch Mehrarbeit der Arbeitnehmer auszugleichen. Lediglich im Freistaat Sachsen besteht er bis heute als gesetzlicher Feiertag weiter.“

Die Hände ineinander falten, nicht handeln, keine Hand anlegen, keine Hände rühren, auf Gottes Handeln warten. Die Seele auseinander falten, sich öffnen, erklären, hinhalten, offen legen, alles rauslassen, auf Gottes Liebe zählen. Die Hände emporheben, sich ausstrecken, alles erwarten, Sehnsucht zeigen, Erfüllung empfangen, mit Gottes Einfluss rechnen. Die Seele hinunterbeugen, Schuld bekennen, bescheiden bitten, demütig werden, Gott groß sein lassen. Die Augen aufheben, Jesus im Auge haben, nach Heil ausschauen, bis zum Thron Gottes sehen und Gottes Barmherzigkeit wahrnehmen. Die Lasten ablegen, Not und Sorge, Leid und Kummer, Angst und Trauer, alles abgeben und bei Gott liegen lassen. Beten ist Einfalt und Vielfalt, Beugung und Erhebung, Loslassen und Festhalten, menschlich und göttlich zugleich.

Therese von Lisieux sagt dazu: „Für mich ist das Gebet ein Aufschwung des Herzens, ein einfacher Blick zum Himmel empor, ein Schrei der Dankbarkeit und der Liebe, aus der Mitte der Prüfung wie aus der Mitte der Freude; kurz, es ist etwas Großes, Übernatürliches, das mir die Seele ausweitet und mich mit Jesus vereint.”

Alter Mann ist bekanntlich kein D-Zug. Manchmal ist er aber ein ICE. Nichts ahnend gehe ich bei Aldi an der Glasvitrine vorbei und traue meinen Augen nicht. Da sind Speicherkarten deutlich runtergesetzt. Klasse 5 mit 16 GB für nur 6 €. Da muss ich einfach ganz schnell zuschlagen. Speicher kann man nie genug gebrauchen, denn mein Datenberg wächst täglich.

Am Nachmittag wird mir aus gut unterrichteter Quelle eine Aufzeichnung zugespielt, die ich hier veröffentlichen soll. Ich kann, will und werde mich dieser Bitte nicht entziehen. Ähnlichkeiten mit Lebenden auf dem Foto sind beabsichtigt. Willkommen zum Haseninterview im Wingert.

Am Nachmittag treffe ich bei einem kleinen Spaziergang ein Vorstandsmitglied meiner ehemaligen Gemeinde, aus der ich am 15. Oktober ausgetreten bin. Noch vor einem Jahr haben wir zusammen einen Glaubenskurs gemacht, gemeinsam gesungen, gebetet und uns darum bemüht, dass Menschen zu Christus finden.

Daraus ist heute bei der Begegnung auf dem schmalen Bürgersteig nur noch ein verlegenes „Hallo“, geblieben, welches ich erwidere. Das war’s denn auch schon. War`s das wirklich schon? Der Glaube auf dem Bürgersteig treibt schon eigenwillige und seltsame Blüten, egal ob man nun in einem Gemeindevorstand tätig, oder ausgetreten ist.

Die Zeit für einen neuen Kalender ist gekommen. Es gibt wohl keinen Kauf im Jahr, der mich so beschäftigt und nachdenklich macht, wie diese Anschaffung. Jedes Jahr das gleiche. Unzählige Gedanken gehen durch meinen Kopf. Ein ganzes Jahr liegt in meiner Hand. Ich kann Planen und Termine hin- und herschieben. Und dabei habe ich doch nicht einmal über eine Sekunde Zeit meines Lebens die Verfügungsgewalt. Mit was ich den Kalender fülle und ob er für mich einen Nachfolger findet? Ich weiß es nicht. In einem Jahr kann ich mehr dazu sagen.  Dass der Terminplaner um die Hälfte kleiner ist als sein Vorgänger, erfreut mich ungemein. Ich liebe Handlichkeit.


Responses

  1. Kohlendioxid ist aber nicht giftig, Hao. Sonst würde man ja krank beim Sprudelwassertrinken, weil man das Kohlendioxid erstens mittrinkt und zweitens auch aus den platzenden Bläschen einatmet.
    Giftig ist Kohlenmonoxid, das auch schon in sehr geringen Konzentrationen zu Kopfweh führt.

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    • Kohlendioxid wird durch die Bäume in Sauerstoff umgewandelt. So scheint es richtig zu sein, oder?

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      • Ja. Wir verarbeiten Sauerstoff zu Kohlendioxid, und Bäume und Pflanzen verarbeiten in der Photosynthese Kohlendioxid zu Sauerstoff – jedenfalls solange sie Licht haben. Ohne Licht benötigen sie auch Sauerstoff und strömen Kohlendioxid aus, die Mengen sind aber vernachlässigbar.

        Der Irrtum ist: Kohlendioxid ist ungiftig. Es ist ins Gerede gekommen, weil es zu den Treibhausgasen zählt, die zur Erderwärmung beitragen. Man kann es aber einatmen, ohne Schaden zu nehmen (solange man nicht versäumt, Sauerstoff einzuatmen, aber das ist eine andere Baustelle: Unsere Luft besteht zu 78% aus Stickstoff, aber wenn wir reinen Stickstoff einatmen, bekommt uns das auch nicht besonders – nicht wegen des Stickstoffs, sondern wegen fehlenden Sauerstoffs.), und wenn man Kohlendioxid in Wasser löst, bekommt man Kohlensäure, die ebenfalls ungiftig ist.
        Giftig ist Kohlenmonoxid, das bei schlechter Verbrennung entsteht (schwelendes Holz, gelbe Gasflamme).

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  2. die Überraschung ist gelungen ….
    vielen Dank

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