Verfasst von: Hao | 15. Oktober 2012

Eine stolz getragene „Niederlage“ ist auch ein Sieg


Montag, 15.Oktober 2012

Letztes Update 11.04.2014

Ich bin bei dir, dass ich dir helfe und dich errette, spricht der HERR. Jeremia 15,20

Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. Matthäus 18,20

Wenn man eine Gemeinde verlassen muss

Wichtige Vorbemerkungen

Ich habe mir lange, sehr lange überlegt, ob ich hier die Chronologie meines heutigen Gemeindeaustrittes aus der Evangelischen Gemeindschaft Gifhorn schildern soll. Doch weil ich schon seit Juli 2007 täglich blogge und der Blog ein Teil meiner Kommunikation und meines Lebens ist, habe ich mich zu einem „Ja“ entschlossen. Wenn ein Mensch etwas sagt, von dem er im Voraus schon weiß, dass es ihm unter Umständen schaden wird, dann ist das meistens die Wahrheit. Auch wenn ich mir mit dieser Veröffentlichung in Gifhorn keine Freunde schaffen sollte, schweige ich dennoch nicht über die negativen Ereignisse der letzten Monate. Schließlich habe ich auch über unzählige positive Erlebnisse in und mit der Gemeinde hier sehr gern berichtet. Von daher war mein Blog bis Ostern 2012 voller Dank und Lob über die Gemeinde. Doch wer eine eigene Meinung hat und diese auch offen sagen will, zieht sich eine offizielle Abmahnung zu, die dann zu meinem Austritt führte.

Beim Schreiben bin ich von keinerlei Rachegedanken getrieben worden. Ich will keinem Menschen schaden, erst recht nicht der Gemeinde, obwohl mir direkt vom Vorstand mehrfach gesagt wurde, dass man „die Gemeinde vor mir schützen müsse.“ Da ich aus vielen Gesprächen mit Gliedern anderer Gemeinden, die ebenfalls mit „Machtmenschen“ konfrontiert wurden, gesprochen habe, verstehe ich meine Äußerung als Aufklärung und Hilfe für die Menschen, die unter gleichen Strukturen leben, glauben und leiden müssen. Zu schnell kann die Wahrheit, die oft unbequem ist, von Freundlichkeit und Zuvorkommenheit verdrängt werden. Von daher ist es enorm wichtig, rechtzeitig zu erkennen, wenn z.B. die Liebe von der Macht falsch zitierter Bibelsprüche verdrängt wird.

Nur Fakten

Wer dennoch meint, dass meine Ausführungen nicht in meinen Blog gehören, dem empfehle ich einen Blick in die Bibel. Sie ist voll von „Pleiten, Pech und Pannen“, von Versagen auf der ganzen Linie. Gerade weil Gottes Wort nicht verschweigt, was Menschen lieber für sich behalten möchten, schreibe ich hier diese Zeilen. Würden die Ereignisse von damals heute geschehen, bin ich mir sicher, dass nicht nur der 1. Korintherbrief um etliche Kapitel kürzer ausgefallen wäre, denn die desolaten Zustände in der korinthischen Gemeinde sprechen für sich. Aber man lernt durch die biblische Berichterstattung noch heute davon.

Gemeinde Christi ist immer Gemeinde in und für die Öffentlichkeit, weil sie für jeden da sein muss. Ich spreche die Menschen an, die in einer Gemeinde mitarbeiten möchten, deren Herz für das Reich Gottes schlägt, denen dieses nicht (mehr) erlaubt wird, weil Machtmenschen dieses, aus welchen Gründen auch immer, nicht zulassen. Und davon gibt es leider immer noch zu viele.

Ich schreibe diesen Beitrag auch nicht, um Mitleid zu erhaschen, oder um jemanden an den Pranger zu stellen. Ich zeige lediglich auf, dass es am Leibe Christi auch „sehr menschelt“ und dass man auch in diesem Bereich alles prüfen muss, bevor man es behält.

Hinweise für das Lesen: Kursive Sätze sind Originalzitate. Die verlinkten Tonaufzeichnungen sind ausnahmslos O-Töne. Bei ….. ist von dem Berater die Rede.

Rückblende

Seit April 2012 schilderte ich hier mehrfach äußerst zurückhaltend, dass ich seit einiger Zeit massive Probleme mit meiner Gemeinde hatte, in die ich am 6. Juni 2010 eintrat.

Konnte ich in meinem Blog früher jeden Sonntag über meine ausschließlich positiven Erfahrung mit der Gemeinde schreiben – es gab auch keine negativen – so stoppte ich ab der Karwoche 2012 jegliche Berichte. Der Grund: Ab diesem Termin musste ich mich ausklinken und besuchte nur noch drei geschlossene Mitgliederstunden. Heute nun habe ich die Gemeinde verlassen, bin ausgetreten.

Angekommen

Ich fühlte mich seit meinem ersten Besuch im Juni 2008, als ich noch in der Hochdosis-Chemo steckte, in der Evangelischen Gemeinschaft Gifhorn äußerst wohl. Seit vielen Jahren „Abstinenz“ wurde ich wieder bei der Begrüßung vor dem Gottesdienst umarmt und wertgeschätzt, obwohl ich von dem Krebs, der mir sehr zusetzte, überdeutlich gezeichnet war. Es gab keinerlei Berührungsängste. Schnell integrierte ich mich und übernahm unzählige Verkündigungsdienste. Kritik an meiner Mitarbeit habe ich bis heute nie gehört.

GEMEINDE

Mit dem Vorstand und der Gemeinde bildete ich „ein Herz und eine Seele“, Privatkontakte mit zahlreichen Gemeindegliedern waren an der Tagesordnung. Das Wissen, nach der Pleite mit der letzten Gemeinde endlich angekommen zu sein, war besonders nach meiner Krebsgeschichte unbeschreiblich. Ich war am Ziel, alles, wirklich alles passte.

Ein Geschenk des Himmels

Doch dieser Zustand bekam am 25. Mai 2011 den ersten Bruch, dem weitere folgen sollten. Die Stelle des Predigers war seit längerer Zeit durch Erkrankung verwaist. Für einen Nachfolger, der ausschließlich nur von einer „bestimmten Ausbildungsstätte“ genommen werden musste, würde man, so erfuhr ich, mindestes ein Jahr brauchen. Der Verbandsvorsitzende hatte vitales Interesse, eine bestimmte Person, die uns als Berater, Prediger und Seelsorger in den höchsten Tönen angepriesen wurde, für ein Jahr bis zur Einstellung eines neuen Predigers in Gifhorn unterzubringen. Da die Finanzierung des Beraters, der an seinem Wohnort eine Gemeinde gründen wollte, erst 2012 gezahlt werden konnte, suchte man eine Überbrückungsfinanzierung für ein Jahr. Die Gifhorner Gemeinde war die einzige im Verband, die für diese Anstellung in Frage kam.

Da ich mir nicht vorstellen konnte, dass ein bezahlter Mitarbeiter mit einer halben Stelle rund 80 Kilometer von seiner Arbeitsstelle wohnt und aufgrund großer gesundheitlicher Probleme keinen Führerschein hat, machte ich mir Gedanken, recherchierte und kam zu dem Ergebnis, dass ich aus zahlreichen Gründen kein „Ja“ zu diesem Schritt finden konnte.

Um den Gemeindegliedern die Anstellung des „Beraters“ schmackhaft zu machen, kam extra der Verbandsvorsitzende in die Gemeinde, um uns mit überschwänglichen Worten wie „Ein Geschenk des Himmels“ über die geplante Einstellung eines Beraters zu berichten. Ich bat den Gemeindeleiter im Vorfeld, die „Werbung“ auf 10 Minuten zu begrenzen, was mir auch zugesichert wurde. Daraus wurden dann über 50 Minuten, so dass kaum Nachfragen gestellt werden konnten.

Falsche Weichenstellung

In einem Gespräch mit dem Vorstand am 23.5.2011 informierte ich diesen über meine Bedenken, fand aber absolut kein Gehör, da viele Details bis dahin noch nicht bekannt war. Ich wollte meine Meinung der Gemeinde mitteilen. Ein Bruder, der in vielen Punkten meiner Meinung war, bat den Vorstand mehrmals, die Personaldebatte, so wie es üblich ist, nicht in Gegenwart der anzustellenden Person zu führen. Die Bitte wurde verworfen. Ein für mich untrügerisches Zeichen, dass man möglichst schnell und ohne Debatte die Pläne von oben umsetzen wollte. Ein Vorstandsmitglied „drohte“ mir sogar: „Wenn Du das vorliest, verlasse ich den Raum, denn das können wir dem Berater nicht zumuten“. Aus dem gleichem Mund kam 10 Monate später als Reaktion auf die Abmahnung gegenüber einem anderen Gemeindeglied die Aussage: „(Der Berater) ist aber auch etwas streng gegenüber Hans Otto“.

Ich sah es als meine Pflicht, die Gemeinde über meine Bedenken zu informieren, auch in Anwesenheit des zukünftigen Beraters und seiner Ehefrau. Nach meinen Ausführungen erklärte er: „Ich bin Unternehmer und möchte sie in mein Boot holen“. Dass ich schon seit dem 14. Lebensjahr im Boot der Christen und seit zwei Jahren im Gifhorner Gemeindeboot sitze, sei nur am Rande erwähnt.

Sofort nach der ersten Information des Vorstandes und persönlicher Vorstellung des Bewerbers wurde bereits im April 2011, also etliche Monate vor der Wahl und vier Monate vor der Einstellung zum 1. August 2011 die Gifhorner Homepage mit der Gemeindehomepage des anzustellenden Beraters verlinkt. Eine nicht zu übersehende Willenskundgebung, den Berater unbedingt anstellen zu wollen bzw. zu müssen. Auf Nachfragen bekam ich keine Antwort.

Vorausschauende Prophetie

Bereits am 23.6.2011, also 14 Tage vor der offiziellen Wahl am 6.7.2011 durch die Gemeindeglieder, in der die Einstellung mit (m)einer Gegenstimme beschlossen wurde, las ich in einem Freundesbrief des Beraters: „Die anderen 70% werden vom Ohofer Gemeinschaftsverband bezahlt, der dafür auch Sonderspenden erhält und von einer Gemeinde im Verband, für die ich eine Beratungs- und Predigttätigkeit ausüben werde“. Das Wahlergebnis der anzustellenden Person noch vor der Wahl? Die Nachfrage wurde mit der Erklärung: „Es muss ja nicht die Gifhorner Gemeinde sein, die hier gemeint ist“, abgetan. Dass allein im Blick auf die Schnelligkeit der Anstellung nie eine solche in einer anderen Gemeinde aus dem Verband zur Debatte stand, wurde spätestens jetzt überdeutlich. Auch eine obligatorische Probepredigt gab es nicht. Stattdessen musste ich mir auf Anfrage von einem Vorstandsmitglied sagen lassen: „Die Gemeindeglieder hätten ja mal zu ihm in die Gemeinde fahren können, um ihn zu hören!“ Ein diesbezügliches Angebot wurde natürlich nie gemacht.

Alle Verantwortlichen wussten, dass sich die Gemeindeglieder niemals gegen eine Empfehlung des Vorstandes wenden würden. Wie sich später herausstellte, war es dann auch in den Augen des Vorstandes klar, dass ich mit meinen öffentlich gemachten Bedenken der Gemeinde „schwer geschadet“ hatte.

Erste Machtmanifestation

Die absolute Macht des Beraters wurde mir bereits kurze Zeit später überdeutlich: Bereits 17 Tage nach der Einstellung musste ich mir in dem einzigen persönlichen Gespräch, das ich mit ihm führen konnte, sagen lassen: Wenn sie sich in meiner Gemeinde in Amerika oder in Hannover so verhalten hätten, wie bei meinem Vorstellungsabend, so hätten sie sich nicht halten können, auch wenn sie zehnmal recht gehabt hätten. Überdeutliche Worte und eine Machtmanifestation, die seinesgleichen sucht. Damit war ich deutlich vorgewarnt. Auch hier gab es vom Vorstand keinerlei Reaktion auf diese unhaltbare Aussage eines Interimmitarbeiters. So nahm das Unheil seinen Lauf.

Ich versah weiter meine Dienste in der Gemeinde und leitete u.a. mit einem Bruder einen Glaubensgrundkurs. Weitere Kontakte mit dem Berater gab es nicht.

Vergebliches Warten auf ein klärendes Gespräch

Im Februar 2012 bat ich, nachdem ich vergeblich 6 Monate auf ein Gespräch gewartet hatte, schriftlich um ein solches. Dieses wurde mir vom Berater in der oben genannten Mitgliederversammlung vor der Gemeinde zugesagt, um mich kennen zu lernen. Es wurde mir schriftlich mit folgenden Worten abgelehnt:

… aber ich habe mir daraufhin vorgenommen, jemanden dabei zu haben, wenn ich mit dir längere Gespräche führe. Das kann sich wieder geben, aber noch ist es nicht soweit, dass ich auf diese Vorsichtsmaßnahme verzichten kann. Es waren noch nicht genug Situationen, wo ich sehen konnte, dass ich unbesorgt über wichtige Anliegen der Gemeinde mit dir reden kann. Es tut mir Leid, das sagen zu müssen, aber ich habe in den Jahrzehnten meines Dienstes diese Vorsichtmaßnahme nur selten anwenden müssen“.

Ein Gespräch könne nur mit einer weiteren Person, die der Berater festlegen wollte, stattfinden. Ich lehnte dieses ab. Wie ich erst einige Wochen später erfuhr, erfolgte die „Vorsichtsmaßnahme“ des Beraters aufgrund seiner Einschätzung, „ich würde Fakten verdrehen“.

Die Genehmigung für seine Entscheidung holte sich der Berater vom Gemeindeleiter. Auf eine Mail an den Berater, dass ich mich durch diese Haltung sehr verletzt fühlte, bekam ich nie eine Antwort.

Unterlassene Hilfeleistung

Mein Hilferuf an den Gemeindeleiter in diesem unhaltbaren Konflikt zwischen zwei Predigern zu vermitteln, ignorierte dieser mit der Bemerkung: „Darum kümmere ich mich nicht, ihr seid alt genug und gestandene Christen, um das unter euch zu klären.“

Eine Ablehnung, die mich wie ein Keulenschlag traf. Mir wurde nach Rücksprache mit einer vertrauten Person klar, dass ich unter diesen Umständen nicht mehr mit einem Prediger bzw. Berater die Kanzel teilen konnte, der ein Vier-Augengespäch mit mir ablehnt und seine Haltung mir gegenüber nicht einmal persönlich begründet. Einer Gemeinde mit einem solch parteiischen Leiter konnte ich nicht mehr dienen. Da ich mich vor meinem Gewissen nicht schuldig machen wollte und sich der Gemeindeleiter klar meinem Hilferuf verweigerte, legte ich meine Dienste nieder.

Vorladung zum Tribunal

Erst jetzt reagierte der Vorstand. Am 20. März 2012 gab es aufgrund meiner Entscheidung ein Gespräch. Mein Ziel war ausschließlich eine Befriedung der untragbaren Situation. Doch bereits in den ersten Minuten merke ich, dass ich es mit einem Tribunal zu tun hatte. Nicht der Vorsitzende, sondern der Berater führte das Gespräch und nutze seine Machtstellung aus, um mich und meinen Begleiter mit Hilfe von biblischen Aussagen über die Maßen der Gemeindeschädigung durch unbiblisches Verhalten zu bezichtigen. In einem deutlichen Ton verbaten wir uns diese Anschuldigungen. Schließlich mussten wir uns von dem Berater sagen lassen: „Ich werde den Antrag stellen Sie Beide aus der Gemeinde auszuschließen. Ich muss die Gemeinde vor ihnen schützen.“ Dass mein Begleiter daraufhin weinte, konnte ich gut nachvollziehen.

Aus Protest auf den angedrohten Ausschluss verließen er und ich die Sitzung. Der Gemeindeleiter ging uns nach und bewegte uns, an der Haustüre zurückzukehren. Wir kamen dieser Bitte leider nach. Ein gravierender Fehler, wie sich später heraus stellte, den ich mir so schnell nicht verzeihen kann. Der Berater wiederholte danach noch einmal seine Androhung des Ausschlusses und den Vorwurf der Gemeindeschädigung. Der Gemeindeleiter wertete diese erneute Forderung lediglich als „private Meinung“, schließlich hätte mein Freund und ich „Ecken und Kanten“. Dass sich im Nachhinein der Vorstand nicht mehr an die Forderungen des Ausschlusses erinnern kann und will und offen erklärte, dass der Berater nie von einem Ausschluss gesprochen hätte, spricht für sich.

Chance vertan

Mitten in der Sitzung stand plötzlich der Berater auf, kam zu mir und flüsterte mir ins Ohr, dass er jetzt mit mir sprechen wolle. Dazu sollte ich mit ihm den Raum verlassen. Ich wies darauf hin, dass man dieses auch in bzw. nach der Sitzung machen könne, da ich wegen der Wichtigkeit der laufenden Gespräche die Runde nicht verlassen wolle. Darauf erklärte der Berater: „Das war ihre Chance!“ und setzte sich wieder. Der Vorstand reagierte auf diese „Urteil“ mit absolutem Schweigen, schließlich wollte und konnte man den Berater nicht in seine Schranken weisen.

Schriftliche Abmahnung in der Karwoche

Nur wenige Tage später wurden zwei fast identisch lautende Abmahnungen, von denen ich eine bekam, ohne Datum verschickt. Die Unsensibilität des Vorstandes wird allein schon darin sichtbar, dass diese in der Karwoche zugestellt wurde. Während sich Behörden in der Woche vor Weihnachten und Ostern im Zusenden von Strafbefehlen äußerste Zurückhaltung auflegen, nahm der Vorstand einer christlichen Gemeinde keinerlei Rücksicht auf das bevorstehende Osterfest. Auch stellt die Abmahnung ein Novum in der Geschichte der Gemeinde, die über 60 Jahre besteht, dar.

Machtworte des Beraters

Mein Gefühl, dass diese Abmahnung und Machtdemonstration ausschließlich aus der Feder des Beraters stammen würde, bestätigte dieser auf Nachfrage. Nach seinen Worten habe der Vorstand „nur noch einige unwesentliche Änderungen vorgenommen“. Der Gemeindeleiter betonte trotzdem, dass der Brief vom Vorstand geschrieben worden sei, schließlich habe er ja auch komplett unterschrieben. Dabei war ein Vorstandsmitglied nicht einmal bei der entscheidenden Sitzung vom 20.3.2012 anwesend.

Weil der Berater der Verfasser des Briefes war, braucht man sich nicht darüber zu wundern, dass ich in der Abmahnung noch einmal deutlich auf mein „Fehlverhalten“ vom 25.5.2011 hingewiesen wurde, wo ich lediglich meine Bedenken gegen die Einstellung des Beraters äußerte. Der Hintergrund dieser Abmahnung war, wie ich später erfuhr, vor allem die Tatsache, dass der Vorstand durch mein Intervenieren „nicht zur eigentlichen Arbeit“ gekommen wäre. Dazu entschuldigte sich sogar der Vorstand noch in einem späteren Protokoll bei der Gemeinde.

Noch in der Jahreshauptversammlung am 25. Februar 2012 hieß es: „Unsere Gemeinde ist es gewöhnt, über Entscheidungen / Vorschläge des Vorstandes in einer Mitgliederversammlung zu diskutieren, zu beraten und zu entscheiden“. Doch bereits einen Monat später war diese gute Aussage schon wieder vergessen. Die Gemeinde war im Vorfeld an keiner Stelle von der Abmahnung, die der Vorstand als „Ermahnung“ interpretierte, gefragt bzw. informiert worden.

Viele Fragen, keine Antworten

Meine erste Reaktion war eine schriftliche Erwiderung, die mit folgenden Fragen endete:

Wo habe ich konkret in der Gemeinde Unfrieden gestiftet oder dieser „geschadet?“ Liegen dem Vorstand Beschwerden vor?

Bin ich von einem Gemeindeglied bzw. vom Vorstand jemals zur „Ordnung“ gerufen worden?

Warum wurde mir erst jetzt die Mitarbeit untersagt?

Welche Entscheidungen (Plural!!!) der Gemeinde und des Vorstandes habe ich nicht akzeptiert?

Warum vergisst der Vorstand meine gute und segensreiche Zusammenarbeit vor und nach dem 1.8.2011?

Wie ist es möglich, dass ein Vorstandsmitglied bei dem entscheidenden Gespräch nicht anwesend war und doch unterschreiben kann?

Kann der Vorstand die Zusammenarbeit mit mir aufkündigen, ohne dieses vorher mit der Gemeinde abzustimmen?

Hat der Vorstand das ausgesprochene gemeindliche Betätigungsverbot, was in erster Linie einen Kanzelverweis beinhaltet, mit dem Verband abgesprochen?

Kann der Berater Regeln, die u. U. bei einer Gemeindegründung angebracht sind, bei einer schon lang etablierten Gemeinde 1 zu 1 anwenden?

Warum ist der Vorstand in dem Gespräch nicht mit einem Wort auf Eides und Dieters Fehlverhalten eingegangen, als ich in der Sitzung dieses vortrug?

Ist es legitim, eine Abmahnung zu schicken ohne auch nur die Spur von einem eigenen Fehlverhalten erkennen zu lassen?

Warum schickt man mir überhaupt in der Karwoche eine Abmahnung, obwohl man weiß, dass sich das Problem spätestes im August von selbst geklärt hat?

Ein erneutes Gespräch mit dem Vorstand auf der Grundlage meiner schriftlichen Erwiderung, in dem ich die Rücknahme der „Abmahnung“ forderte, brachte keine Annäherung. Man ging nicht einmal auf meine Fragen ein. Auf Anfrage teilte mir der Gemeindeleiter lediglich schriftlich mit: Du hattest genügend Zeit und Gelegenheit deine Fragen in Erinnerung zu bringen“.

In einem kurzen Telefongespräch mit dem Berater wurde mir auf mehrfaches Nachfragen nach dem Versagen des Vorstandes lediglich erklärt, dass der einzige Fehler der Zeitpunkt der Zusendung, also die Karwoche, war. Die Frage nach dem Grund für die Abmahnung wurde mit dem Satz: „Das haben wir alles schon einmal besprochen“ und dem Auflegen des Hörers ohne Verabschiedung beendet.

Trotz mehrfacher Versuche gab es keinerlei Bewegung von Seiten des Vorstandes, der sich inzwischen durch die Einflüsse des Beraters ohne je mit der Gemeinde gesprochen zu haben, als „Älteste mit göttlicher Autorität“ versteht. Mehrfach wurde deutlich gemacht, dass ein „Gespräch in Augenhöhe undenkbar sei“, da der Vorstand „von Gott eingesetzt worden ist“. Auch ein mutiger Vorstoß eines Bruders, der nicht nur mit den „Beschuldigten“, sondern auch mit dem Vorstand sprach, in dem er um seinen ersten Schritt zur Versöhnung bat, wurde mit aller Deutlichkeit abgelehnt.

Starker Tobak

So wurde denn auch die österliche Abmahnung von zwei angesehene Mitarbeitern der Gemeinde in einem entsprechenden Protokoll der Mitarbeiterstunde, in der ich die Gemeinde, die nichts über den Vorgang wusste, über die Abmahnung informierte, manifestiert:

Es wird geäußert, dass es dem Vorstand um drei Dinge geht: 1. Gott muss geehrt werden. 2. Die Gemeinde muss geschützt werden. 3. Es muss überlegt werden, wie man demjenigen helfen kann, der mit einem Fehlverhalten konfrontiert wird.

Der Vorstand müsste sich bei Gott und bei der Gemeinde entschuldigen, hätte er das Fehlverhalten zugelassen. Da keine Einsicht vorhanden war, musste eingegriffen werden. Der Vorstand wünscht sich Zusammenarbeit, auch Kritik, aber diese muss wertschätzend und respektvoll geschehen.

Es wird darauf hingewiesen, dass der Vorstand von Gott eingesetzt ist. Jeder muss sich fragen, ob er bereit ist, sich einzuordnen, und zwar auch dann, wenn er nicht mit dem Vorstand einer Meinung ist. Der Vorstand hat die Aufgabe, vorzudenken und zu leiten.“ Starke Sätze, die ein Miteinander in Augenhöhe unmöglich machen.

Durch die Anschuldigungen in der Abmahnung und der Tatsache, dass es von Seiten des Vorstandes bis zum heutigen Tag kein einziges Gesprächssignal gab, wird deutlich, welchen Stellenwert der Auseinandersetzung zugemessen wird. So schließt sich der Kreis, der Berater hatte recht, als er mir wenige Tage nach der Einstellung prophezeite, dass ich mich „nicht halten könnte, auch wenn ich zehnmal recht gehabt hätte„.

Halbe Entschuldigung

Für die oben beschriebene „unterlassene Hilfeleistung“ hat sich zwar der Gemeindeleiter auf Nachfragen entschuldigt: „Ich wusste nicht, dass Du so sensibel bist“, aber keinerlei Schritte unternommen, die aus diesem gravierenden Fehler erwachsenen Folgen zurückzunehmen, um die Lawine, die durch die unterlassene Hilfeleistung entstand, aufzuhalten. Hätte er, wie es sein Amt verlangt, vermittelt, wäre es nie zu einem solchen Eklat gekommen. Aber seine absolut parteiische Einstellung machte eine Befriedung nicht möglich.

Wenn man jemanden aus dessen Auto einen Verbandskasten entfernt, muss man auch für die Folgen bei einem Unfall aufkommen, wenn keine erste Hilfe geleistet werden kann. Schließlich habe ich nur aus dem Grunde meine Dienste eingestellt, weil mir brüderliche Hilfe nicht gewährt wurde.

Nicht nachvollziebare Sinnesänderung

Noch deutlicher wird der Einfluss des Beraters, wenn man weiß, dass es bis Mai 2011 nicht das geringste Problem, nicht die kleinste Meinungsverschiedenheit zwischen dem Vorstand und mir gab. Auch wenn ich mich wiederhole: Ich konnte das Verhältnis mit Fug und Recht als „Ein Herz und eine Seele“ bezeichnen. Wäre es nicht so, hätte ich mit Sicherheit hier darüber ausführlich berichtet.

Noch Mitte 2010 erklärte der Gemeindeleiter laut und deutlich nach einer Predigt, so dass es auch andere Gemeindeglieder hörten: „Ich bin ja so froh, dass ich dich habe.“ Man mache sich deutlich: Noch im November 2012 unterschieb ich Bestätigungen für die Teilnehmer des Grundkurses, im März war ich noch bei zwei Nachfolgeveranstaltungen mit einem Bruder federführend.

Sogar der Berater erklärte mir in einer Mail: Das war ein guter Abend – der Glaubenskurs. Ich kann ja an den anderen Abenden nicht dabei sein, so möchte ich dir und Hermann ein kurzes Feedback geben. Man hat gemerkt, dass der Abend mit viel Liebe vorbereitet war. Die Dekoration, das leckere Essen, die Vorträge, die Gesprächsgruppen – alles was sehr gut vorbereitet. Es waren auch Leute dabei, die vorher noch nie in unserer Gemeinde gewesen sind. Für den einen Herrn, der an meinem Tisch saß, war selbst diese Veranstaltung zu ungewohnt. Aber seine Frau ist geblieben und als er nachher zum Abholen kam, hat er sich doch noch einmal hingesetzt und zugehört. Sehr schön war, dass seine Frau sich entschieden hatte, nicht mit nach Hause zu gehen. Sie wollte die Veranstaltung besuchen. Auch das Gespräch in Kleingruppen war eine gute Sache“.

Im Rahmen eines Gemeindefestes wurde man aufgefordert, Meinungen über den anderen zu äußern. Ich erhielt folgende Rückmeldung. Sie war mir so wichtig, dass ich sie aufgehoben habe. Jetzt schmerzt diese Erinnerung nur noch.

Und nur wenige Monate später bekam ich schriftlich ein generelles Mitarbeiterverbot versehen mit dem vorausgegangenen mehrfachen mündlichen Hinweis, „man müsse die Gemeinde vor mir schützen.“ Und das von einem Vorstand, der von sich sagt, er sei „von Gott eingesetzt.“ Ist es ein Wunder, dass ich an diesem Punkt stärkste Zweifel an der Rechtmäßigkeit dieser Sicht habe, die jegliche andere Meinung im Keim erstickt? Impliziert diese Einstellung nicht die Aussage, dass nur der Vorstand die alleinige Wahrheit vertritt?

Sogar nach meiner in der Gemeinde Ende Februar 2012 gehaltenen Predigt kam aus dem gleichen Mund wieder ein großes Lob. Vor einigen Monaten wurde sogar noch auf meinen Blog zurückgegriffen, um daraus in der Frauenstunde einen geistlichen Impuls zu übernehmen. Schließlich bat man mich sogar noch den Ostergottesdienst zu halten. Wie konnte man mir solch große Verantwortung übertragen, wenn ich doch die Gemeinde schädige und nicht auf Gottes Wort höre? Wie kann man bei solcher Dichte an einen Ausschluss denken bzw. ihn viermal äußern?

Massive Beeinflussung

Der Vorstand wurde durch den Berater so massiv beeinflusst, dass ich inzwischen schon von einer gewissen Hörigkeit sprechen kann. Wie ist es sonst zu erklären, dass eine langjährige segensreiche Zusammenarbeit zwischen dem Vorstand und mir total vergessen und ignoriert wurde und förmlich über Nacht keinerlei Rolle mehr spielte? Eine „traurige Leistung“ eines Beraters, Predigers und Seelsorgers, der mit göttlicher Autorität Brüder mit einer anderen Meinung zum Schweigen brachte. Nur so konnten zwei fast wortgleiche Abmahnungen ge- und unterschrieben werden, die ohne den Berater nie entstanden wären. Bereits 2010 traten bei großen Differenzen zwischen einigen Gemeindegliedern und dem Vorstand sieben Mitglieder aus, so dass der Vorstand sich genötigt sah, zurückzutreten, um sich dann anschließend wieder in einer leicht veränderten Form wählen zu lassen. Heute spricht der Berater ein Machtwort und zwei Gemeindeglieder werden von aller Mitarbeit suspendiert.

Wie sehr der Berater sich behauptet, konnte ich auch daran erkennen, wie er eine jahrzehnte lange Tradition eigenmächtig änderte, ohne vorher mit der Gemeinde gesprochen zu haben. Mit der Nennung und Gratulation von Geburtstagskindern konnte sich der Berater nicht anfreunden. In dieser Form sollte die Veränderung durchgesetzt werden.

Bedingt durch die erfolgte Unruhe musste der Vorstand diese Veränderung zurücknehmen. Obwohl es dem Berater gut angestanden hätte, sich vor der Gemeinde zu entschuldigen, übernahm der Gemeindeleiter dieses, um so den Verursacher aus der „Schusslinie“ zu nehmen.

Mehr als nur eine Willenserklärung

Doch nicht nur der Berater möchte mich ausschließen. Inzwischen liegt mir eine Mail eines Vorstandsmitgliedes an den Vorstand vor: Ich zitiere: „……und mich zu dem Entschluss kommen lassen, dem Antrag von ……. (Berater), der nicht gestellt wurde zu stellen , besser Beide aus der Gemeinde aus zu schließen. Wir sollten es nicht zur Diskussion in der Mitgliederstunde kommen lassen. Wir brauchen uns nicht zu fürchten – wir kommen von Ostern her. Jesus hat dem Tod die Macht genommen. Wir rechnen mit IHM“. Mit Jesus gegen zwei scheinbare Abweichler.

Der Vorstandsvorsitzende teilte auf schriftliche Anfrage mit: Die Schreiberin hat definitiv keinen Antrag auf Ausschluss gestellt. Vielmehr schreibt sie in der Mail, dass sie zu dem Entschluss gekommen sei, einen Antrag zu stellen. Das ist eine Absichtserklärung, nicht mehr, die sie aber bis heute nicht in die Tat umgesetzt hat. Eine Äußerung etwas tun zu wollen ist keine Tat. Bis heute habe ich von ihr keinen formellen Antrag erhalten. Ein Antrag muss unmissverständlich formuliert sein, wie z.B. Anträge zur Tagesordnung einer Mitgliederversammlung. Er muss für mich die unmissverständliche Formulierung enthalten, oder ähnlich deutlich sein: „Hiermit stelle ich den Antrag, dass …. „ So ist denn auch kein Wunder, dass dieser Antrag bzw. Willenskundgebung bis heute totgeschwiegen wird. Der Kommentar des Beraters: „Das ist das gute Recht der Schreiberin“. Auch dieses „gute Recht“ hat mich in meinen Austrittwillen, mit dem ich viele Monate schwanger ging, bestärkt. Die Redaktion der Schreiberin auf eine Gesprächsanfrage: „Ein Gespräch wird es von meiner Seite mit Hans-Otto nicht geben. Und alles geschieht im absoluten Einvernehmen mit dem Vorstand.

Gesetzeskonformer Antrag

Grundregeln des Vereinsrechtes wurden in meinem Fall einseitig praktiziert. So hatte ich den Antrag gestellt, darüber abzustimmen, ob das vom Vorstand schriftlich zugestellte Predigtverbot bestehen bleiben soll. Der Vorstand versuchte in einem Negativantrag meinen Antrag auszuhebeln. Das las sich im Protokoll so: „Stellungnahme des Vorstandes mit A n t r a g, dass über den Antrag von H. O. Hebbinghaus (siehe TOP 5 Hans Otto Hebbinghaus stellt den Antrag abzustimmen, ob das vom Vorstand schriftlich zugestellte Predigtverbot bestehen bleiben soll.“) n i c h t abgestimmt wird“. Mir blieb in diesem Fall nur eine fachliche Auskunft bei einem Rechtsanwalt übrig, der mir bescheinigte, dass dieser Antrag laut Vereinsrecht nicht erlaubt ist. Es war für mich die schwerste Entscheidung, die ich jemals in meinem Gemeindeleben treffen mußte. Nur so konnte ich diesen Fauxpas des Gemeindevorstandes abwehren. Während man mich wegen dieses Schrittes mit deutlichen verbalen Angriffen abstrafte, gab es keinerlei Entschuldigung aus den Reihen des Vorstandes für diesen Verstoß. Der „von Gott eingesetzte Vorstand“ darf sich außerhalb des Vereinsrechtes bewegen und mit gleichem Recht mich dafür verantwortlich machen, dass sie wegen meiner Anfragen angeblich nicht zielgerichtet arbeiten kann.

Kampfabstimmung: Er oder ich!

So erklärte der Berater in seinem Jahresbericht: Ein typischer Fehler ist folgender: Die Gemeinde beauftragt den Vorstand, gibt ihm aber nicht genügend Vollmacht. Im Vorstand blieben Aufgaben liegen, weil u.a. für Gespräche mit Hans-Otto Hebbinghaus viel Zeit investiert wurde. Die jetzige Streitkultur in der Gemeinde kann nicht geduldet werden, Grabenkämpfe darf es nicht mehr geben. Der Vorstand darf nicht durch Streitigkeiten aufgehalten werden, das heißt nicht, dass nicht nachgefragt werden darf“.

In der Gemeindeversammlung vom 20. Juli stand für alle plötzlich und unerwartet der Berater, der die ganze Zeit zum Thema geschwiegen hatte, auf und forderte von der Gemeinde eine „Kampfabstimmung“. „Entweder Hans Otto Hebbinghaus oder ich“. Zahlreiche Anwesende verließen darauf den Raum. Dass auch dieser Vorgang ohne ein einziges Wort vom Vorstand hingenommen wurde, spricht für sich. Mit keinem einzigen Wort wurde der Grund des Exodus im Protokoll erwähnt. Noch schlimmer: So lese ich in dem Protokoll der geschlossenen Gemeindeversammlung:

Da TOP III der Tagesordnung: „Hans-Otto Hebbinghaus stellt den Antrag abzustimmen, ob das vom Vorstand schriftlich zugestellte Predigtverbot bestehen bleiben soll.“ unmittelbar voraus ging, wird der Anschein erweckt, ich hätte die Initialzündung zur Kampfabstimmung und zu diesem Eklat gegeben.

Letzter Versuch zur Versöhnung

Am 27.6. 2012 schrieb ich dem Vorstand in einem letzten Versuch der Versöhnung:

„Ich habe mir bis zum letzten Moment gewünscht, dass es vor der Gemeindestunde, wie von P. angestoßen, ein Aufeinanderzugehen gegeben hätte. Leider ist der Vorstand den Weg eines unerlaubten Gegenantrages gegangen, der zwangsläufig scheitern musste.

Ich bin der festen Überzeugung, dass (Gegen)anträge absolut überflüssig sind, wenn der Weg der Vergebung beschritten wird.

Lasst uns doch gemeinsam nach einer Lösung suchen, uns die Hände reichen, um „Gott zu ehren und die Gemeinde zu schützen“, was wohl keiner von der letzten Sitzung, die mit einer Fußabstimmung endete, behaupten kann!

Spricht das starre Verhalten des Vorstandes, mein darauf notwendiges Ratsuchen bei einem Rechtsanwalt und der schlimme Verlauf des letzten Mitgliedertreffens, verbunden mit dem vom Vorstand kommentarlos hingenommenen Auftreten des Beraters nicht eine überdeutliche Sprache? Will der Vorstand es immer noch nicht wahrhaben, dass nur der Weg einer bedingungslosen Vergebung, so wie er von P. an den Vorstand herangetragen wurde, der einzige ist, der die Situation dauerhaft befriedigen kann? Wie lange geben wir durch unser Verhalten dem Bösen Gelegenheit, das Böse in die Gemeinde zu bringen?“ Auch dieser Brief wurde nicht beantwortet. Schweigen ist bekanntlich eines der schwierigsten zu widerlegenden Argumente.

Am 11. September trat mein Freund und Bruder, der auch eine Abmahnung erhielt, aus der Gemeinde aus. Weil ich eine mögliche fünfte Androhung eines Gemeindeausschlusses nicht zulasse, drei mündliche und eine schriftliche reichen mir, ist meine Zeit zu Ende.

Der Schritt ist einer der schwersten in meinem Leben, besonders nachdem ich mir heute noch einmal mein Zeugnis von meiner Gemeindeaufnahme sowie meine Ausführungen als Leiter der letzten Vorstandswahl am 10. November 2010 in meinem Blog angehört habe.

Dass ich weit vor der Zeit der Eskalation diese Rundfunkandacht im ERF gehalten habe, ohne zu wissen, welche persönliche Nähe ich Monate später dazu haben werde, gibt mir sehr zu denken.

Konzernartige Strukturen

Ich sage „Nein“, wenn ein für ein Jahr angestellter Berater mit 9 jähriger USA Erfahrung in einer von ihm dort gegründeten Gemeinde meint, eine alte deutsche Gemeinde wie einen amerikanischen Konzern leiten zu müssen und dass mit Genehmigung des kompletten Vorstandes. Der Beratervertrag wurde inzwischen um ein weiteres Jahr bis 2013 mit einer auf seinen Wunsch 30prozentigen Arbeitsstelle verlängert. Sollte bis nächstes Jahr kein fester Prediger angestellt werden können, so könnte der Beratervertrag noch einmal verlängert werden. So sieht es jedenfalls der Gemeindeleiter, der sich diese Möglichkeit „gut vorstellen kann“. Wenn der Berater in dieser Form mit Geschwistern umgehen kann und der Vorstand ihn dabei noch tatkräftig unterstützt, ist meine Zeit in der Gemeinde abgelaufen.

Mir ist bis heute unerklärlich, dass der Berater mit Zustimmung des Vorstandes und ohne jegliche Information und Rücksprache mit der Gemeinde Abmahnungen schreiben kann, ohne dieses Thema überhaupt einmal in die Gemeindestunde zu bringen. Und das auch noch gegen einen befreundeten Bruder, der rund 30 Jahre der Gemeinde in verantwortlicher Stellung angehörte.

Knallharte Beleidigungen

Bei persönlichen Beleidigungen geht die Evangelische Gemeinschaft Gifhorn nicht gerade zimperlich vor. So wurde ich in einer Gemeindesitzung als „Korinthenkacker“ bezeichnet. Aus dem Mund der Frau des ersten Vorsitzenden musste ich mir sagen lassen, ich würde mich noch in meiner „frühpubertären Phase“ befinden. Ein anderes Gemeindeglied erklärte noch drei Monate nach meinem Austritt, dass ich „psychisch krank“ sein und mich dringend in ärztliche Behandlung begeben müsse. Dabei wurde mir sogar ein Name eines Arztes genannt.

Wenn Liebe umkippt

Was mich besonders verletzt und traurig gemacht hat, ist die Tatsache, dass gerade ein Bruder, der mit seinem Lachen und seinen unzähligen sehr intensiven Umarmungen vor und nach jedem Treffen mir auf diese Art so sehr eindrückliche nonverbale Predigten gehalten hat, bei den beiden letzten Gemeindestunden mich mit solch massiven Strafpredigten belegte, dass es mir die Sprache verschlug. Bereits im vergangenen Jahr musste ich mir aus gleichen Munde sagen lassen, dass ich etwas gegen „Schwerbeschädigte“ hätte. Dass ich auch zu diesem Personenkreis gehöre, wurde tunlichst vergessen. Obwohl der Bruder sich anschließend bei mir entschuldigte, brauchte es lange, bis ich diese Verbalinjurien verdaute. Auch heute war der pensionierte Lehrer wieder der Erste, der mit schweren Vorwürfen aufwartete. Du bist schuld, dass die letzte Sitzung so schlimm verlaufen ist, da „Du Gift und Galle gespuckt hast“. Seine Angriffe mussten vom Gemeindeleiter gebremst werden. Wenn Liebe umkippt, dann aber richtig. Verbissen, alle Spuren der alten Freundlichkeit, Liebe und Nähe war aus seinem ehemals mir zugewandten freundlichen Gesicht gewichen. Selten habe ich bei einem mir einmal nahe stehenden Menschen eine solch geballte Ablehnung aus der Mimik lesen können.

Als mir dann Dritte berichteten, das man „Angst“ vor mir hätte, war mir auch der Grund des unverbindlichen Winkens deutlich, als kürzlich ein Vorstandsmitglied an meinem Hause vorbei fuhr und ich zufällig im Vorgarten stand. Bei der Vorbereitung auf diesen Blog fand ich ein Herz, welches der „Bruder“ mir einmal geschenkt hatte. Welch eine Farce….

Es geht weiter

In der letzten Zeit hat mir ein goldener Satz von Marie von Ebner-Eschenbach beim Verarbeiten der gemeindlichen Vorfälle enorm geholfen und mir auch die Kraft gegeben, diesen weitreichenden und umfassenden Schritt eines Austritts zu gehen: „Eine stolz getragene Niederlage ist auch ein Sieg“.

Um meine Situation besser zu verarbeiten, habe ich mit Christen gesprochen, die in ihren Gemeinden die gleichen Probleme hatten. Im Zuge dieses Austausches bin ich wieder auf das Phänomen von „Machtmenschen in der Gemeinde“ gestoßen. Bei meiner Recherche habe ich diesen und diesen Artikel gefunden. Beide sprechen für sich. Obwohl ich seit 1976 hauptamtlich im Gemeindedienst stehe und mir die Problematik bestens bekannt ist, sind mir durch diese Aufsätze noch einmal die Augen geöffnet worden.

Christen können enttäuschen, Christus nie.

Ich verlasse die Gemeinde ohne Zorn. Auch wenn die Zeit der Umarmungen inzwischen Geschichte ist: Christus ist und bleibt jeden Tag Gottes Gegenwart. Seine Umarmungen schlagen nicht plötzlich ins Gegenteil um. Seine Liebe bleibt, geht mit mir, auch wenn ich einmal eine andere Meinung als er haben sollte. Ich weiß nicht, wohin Gott mich nun führt, aber ich weiß, dass er mich führt.

Wo du geliebt wirst,
kannst du getrost alle Masken ablegen,
darfst du dich frei und ganz offen bewegen.
Wo du geliebt wirst,
zählst du nicht nur als Artist,
wo du geliebt wirst,
darfst du so sein, wie du bist.
Wo du geliebt wirst,
musst du nicht immer nur lachen,
darfst du es wagen, auch traurig zu sein.
Wo du geliebt wirst,
darfst du auch Fehler machen
und du bist trotzdem nicht hässlich und klein.
Wo du geliebt wirst,
darfst du auch Schwächen zeigen
oder den fehlenden Mut,
brauchst du die Ängste nicht zu verschweigen,
wie das der Furchtsame tut.
Wo du geliebt wirst,
darfst du auch Sehnsüchte haben,
manchmal ein Träumender sein,
und für Versäumnisse, fehlende Gaben
räumt man dir mildernde Umstände ein.
Wo du geliebt wirst,
brauchst du nicht ständig zu fragen
nach dem vermeintlichen Preis.
Du wirst von der Liebe getragen,
wenn auch unmerklich und leis.

Wo wirst Du geliebt, wo kannst Du Deine Masken ablegen?

Ich wünsche jedem Leser einen solchen Ort, den ich meinte in der Evangelischen Gemeinschaft Gifhorn gefunden zu haben.

Nachtrag: Heute besuchte ich die für mich letzte Gemeindestunde. Der Gemeindeleiter erklärte in seiner Darstellung zur derzeitigen Gemeindesituation, dass diese durch Gespräche und zahlreiche Mails verwirrend sei und die Hintergründe der Abmahnung der Gemeinde nicht verdeutlicht werden könne. Eine in meinen Augen geschickte Art der Schuldverschiebung. Wer meint, das Herausfinden der Wahrheit auf diese Art und Weise erledigen zu können, hat zwar Erfolg, aber wirkt absolut unglaubwürdig. Es wurde festgestellt, dass ich versucht hätte den Vorstand zu untergraben. Durch diesen Konflikt würde der Vorstand nicht zur eigentlichen Arbeit kommen. Auf meine wiederholte Frage, ob ich daran schuld sei, meinte der Gemeindeleiter lediglich: „Darauf bekommst Du von mir keine Antwort“. Diesen Satz haben mein ausgetretener Freund und ich in den letzten Monaten mehrfach hören müssen, wenn der Gemeindeleiter zu den Folgen seiner Verhaltensweise angesprochen wurde. Er betonte zweimal im Blick auf meine „Untergrabung“, dass es bei einer Befriedung nicht um Vergebung gehen würde. Auch der absolutistische Anspruch, dass es zwischen den Gemeindegliedern und dem Vorstand keine Augenhöhe geben könne, da der von Gott berufen sei, wurde noch einmal stark betont.

Einfach nur peinlich

Ich musste auch erfahren, dass Inhalte von meinen Briefen an den Vorsitzenden bedenkenlos weitergegeben wurden, weil ich diese nicht an den Vorstand adressiert hätte. So besitzt der Gemeindeleiter, der auch das Amt des Vorsitzenden inne hat, keine spezielle Vorstands-Mailadresse, sondern bei Mails an den Vorstand muss man an Familie …….@….de schreiben .“ Dabei waren es Inhalte, die ausnahmslos für den Vorstand galten.

Für mich äußerst peinlich auch heute wieder der Auftritt der Frau des ersten Vorsitzenden, die sich an diesem Abend erneut durch heftige Attacken gegen mich hervorhob. So wurde mir von ihr noch einmal mein Gang zu einem Rechtsanwalt vorgehalten, den ich gehen musste, um einen nicht gesetzeskonformen Negativantrag abzuwehren. Dass aber ihr Mann vor zwei Jahren den gleichen Schritt unternahm, um Klarheit in gemeindlichen Dingen zu erfahren, die nichts mit mir zu tun hatten, wird tunlichst verschwiegen. Merke: Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe. Kein Wunder, die Schwester saß an der Quelle und hatte immer über alle meine Mails an den Vorstand stets kompletten Einblick. Diesen nutzte sie auch fleißig, um Stimmung gegen mich in der Gemeinde zu machen. Und auch dazu schwieg die Gemeinde, als ich eine diesbezügliche Frage stellte. „Die Briefe gingen nicht an den Vorstand, so dass ich mich mit meiner Frau über den Inhalt unterhalten habe“, lautete die Antwort des Gemeindeleiters. Dass Frauen von Gemeindeleitern auch in anderen Gemeinden so auftreten, habe ich übrigens schon von anderen Gemeinden gehört.

Keinerlei Interesse an der Wahrheitsfindung und Klärung

Die Vorgehensweise des Vorstandes mit eindeutiger Schuldzuweisung war einfach, aber mit Erfolg gekrönt. Weil die Gemeinde dem Vorstand absolut vertraut – schließlich fühlt er sich ja von Gott berufen – baut er auf dieses Vertrauen und schildert eine Gemeindesituation, bei der ich die rote Karte gezeigt bekomme, während sich der Vorstand auf seine göttliche Berufung versteift.

Stellungnahme des Vorstandes in der Mitgliederversammlung am 15.10.2012

In der Gemeindeordnung vom 30.11.2004 steht unter Punkt 7 „Leitung der Gemeinde“ folgendes:

Die Leitung der Gemeinde wird nach dem Vorbild der Bibel durch das Amt der Ältesten (in der EG Gifhorn: Vorstand) wahrgenommen.

Petrus 5,2-4: „Versorgt die Gemeinde gut, die euch Gott anvertraut hat. Hütet die Herde Gottes als gute Hirten, und das nicht, weil es eure Pflicht ist, sondern freiwillig und gern. Das erwartet Gott. Es geht dabei auch nicht ums Geldverdienen, sondern darum, dass ihr mit Lust und Liebe Gott dient. Spielt euch nicht als die Herren der Gemeinde auf, sondern seid ihre Vorbilder. Nur dann werdet ihr eine unvergängliche Auszeichnung – das ewige Leben – erhalten, wenn Christus wiederkommt, der ja der oberste Hirte seiner Gemeinde ist.“

Apostelgeschichte 20, 28: Paulus sagt den Ältesten von Ephesus: „Von jetzt an müsst ihr auf euch selbst achten und auf die ganze Gemeinde, für die euch der heilige Geist als Hirten einsetzte. Ihr sollt die Gemeinde Gottes hüten, die er sich durch das Blut seines Sohnes erworben hat.“

Der Vorstand nimmt seine Aufgaben in der Verantwortung vor Gott und vorrangig in der örtlichen Gemeinde (EG Gifhorn) wahr. Er ist „für alle Angelegenheiten der Gemeinde zuständig“ (gem. § 6.1. der Satzung).

Der jetzige Vorstand wurde am 10.11.2010 gewählt und im Gottesdienst am 14.11.2010 eingesegnet.

Es ist schwer, und das ist zu betonen, die Problematik mit Hans-Otto Hebbinghaus allen Mitgliedern deutlich zu machen. Hierzu müssten sämtliche Gesprächsinhalte und schriftliche Kontakte in Augenschein genommen werden, was weder hilfreich noch leistbar wäre. Wichtig ist, dass es nicht um einen Konflikt zwischen einzelnen Vorstandsmitgliedern und Hans-Otto Hebbinghaus geht. Es geht also auch nicht um Versöhnung, sondern um die Tatsache, dass Hans-Otto Hebbinghaus versucht, die Autorität des Vorstandes zu untergraben, z.B. die vom Vorstand vorgeschlagene Abstimmung im Juli 2011über die Anstellung von …………… (der Berater) sei eine Farce und dem OGV gehe es vor allem darum, die Gemeindeneugründungsarbeit von ………. (der Berater) in Hannover-Laatzen zu finanzieren. Anderes Beispiel: der Vorstand hätte den Beschluss im Februar 2012 „Verändern der Geburtstagsgrüße im Gottesdienst“ durchgepeitscht.

Das hat nichts damit zu tun, dass ein Vorstand nicht auch Fehler macht, sondern damit, dass er nicht von H.O. akzeptiert wird, vor allem das Vorstandsmitglied …………………… (Der Berater) Noch einmal: Es geht nicht um Vergebung, sondern um Einsicht und Umkehr. So, wie jetzt mit dem Vorstand umgegangen wird, ist eine gesegnete, zielführende Arbeit in Zusammenarbeit mit H.O. nicht möglich.

Hans-Otto Hebbinghaus hatte uns am 27.2.12 schriftlich mitgeteilt, dass er nicht mehr für Predigten und weitere Dienste zur Verfügung stehen werde, solange …………. (Berater) hier in Gifhorn Prediger ist. Der Vorstand lud daraufhin Hans-Otto Hebbinghaus am 20.3.12 zum Gespräch ein, an dem auch …………. (mein Freund und Bruder, der inzwischen auch ausgetreten ist) teilnahm. Dieses Gespräch wurde kontrovers geführt und eskalierte. Der Vorstand ist in diesem Gespräch gar nicht dazu gekommen, seine Sichtweise darzustellen. Nach einem erneuten Schriftwechsel hat dann der Vorstand einen Brief an Hans-Otto Hebbinghaus geschrieben, den wir als brüderliche Ermahnung angesehen haben (er wird von ihm fälschlicher Weise als „Abmahnung“ bezeichnet).

Hans-Otto Hebbinghaus antwortete mit einem 6seitigen Schreiben. In einem weiteren Gespräch am 16.4.12, das wir mit ihm allein führten, gelang es erst nach Mühen, eine tragbare Gesprächsatmosphäre herzustellen. Trotzdem drehte sich das Gespräch erneut im Kreis. Hans-Otto Hebbinghaus forderte immer wieder eine Entschuldigung des Vorstandes und eine Rücknahme der „Abmahnung“ (sein Ausdruck). Eine Einsicht und Umkehr seinerseits waren nicht zu erkennen.

Nach der Gemeindeversammlung vom 25.04.12 stellte Hans-Otto Hebbinghaus dann folgenden Antrag: „Hans-Otto Hebbinghaus stellt den Antrag abzustimmen, ob das vom Vorstand schriftlich zugestellte Predigtverbot bestehen bleiben soll.“

Diese Stellungnahme gibt nur in groben Zügen die Entwicklung des Problems wieder, weil uns ein friedliches Miteinander in der Gemeinde sehr am Herzen liegt. Wir können jedoch nicht tolerieren, dass versucht wird, den Vorstand zu untergraben. Wir wünschen uns von den Mitgliedern, dass sie dem Vorstand einen verantwortungsbewussten Umgang mit dieser Problematik zutrauen. Uns allen im Vorstand ist bewusst, dass sich das Miteinander in einer Weise entwickelt hat, die es immer schwieriger macht, es Nichtbetroffenen zu erklären. Der Inspektor des OGV, ………………., steht hinter den diesbezüglichen Vorstandsentscheidungen. Uns ist es ganz wichtig, dass wir wieder zu unseren eigentlichen Aufgaben kommen.“

Ist der Vorstand so schlicht, ungeistlich oder so geschickt, dass er geistliche Grundgesätze aushebelt? Es geht ihm also nicht um Versöhnung und nicht um Vergebung. Wohlgemerkt, hier handelt es sich um eine christliche Gemeinde und nicht um einen weltlichen Verein. Und so etwas kann nur geschrieben werden, um dem anderen seine großen Verfehlungen zu verdeutlichen. Aber ich kann die Aussage inzwischen verstehen, kommt sie doch von einem Gemeindeleiter, der Vertreter der Allversöhnung ist. Da geht ja alles automatisch seinen (un)biblischen Gang.

Noch einmal: Ich bin der alleinige Verursacher. Und weil der Vorstand an keiner Stelle bereit ist Ursachenforschung zu betreiben, stand und steht der Schuldige von Beginn an fest. So ist es denn kein Wunder, dass in diesem Zusammenhang ein Gemeindeglied sagen konnte: „Ich kann Beschlüsse des Vorstandes nicht in Zweifel ziehen“.

Um Klarheit für mich zu erhalten, lehnte ich die Rücknahme meines Antrages, ob das Predigtverbot aufrechterhalten werden sollte, ab. Dann bat man mich, daraus eine Abfrage für ein Stimmungsbild zu machen. Auch hier lehnte ich ab. Was sollte mir ein Stimmungsbild auf dem Hintergrund einer Abmahnung bringen, zumal ich an dem Abend erfuhr, dass diese im Vorfeld auch mit dem Leiter des hiesigen Gemeinschaftsverbandes durchgesprochen wurde? Dass dieser bei der Brisanz der Vorfälle sich nicht bei mir gemeldet hatte, um sich auch einmal von der anderen Seite informieren zu lassen, spricht für sich. Inzwischen ist mir auch klar, warum auf meinen Anruf bei dem Geschäftsführer des Verbandes nicht reagiert wurde.

Wie man es auch dreht und wendet: Die einzige Wahrheit liegt immer nur beim dem, der sich von Gott eingesetzt fühlt. Und dann sind und bleiben Abweichler nur Störenfriede, auch wenn der Vorsitzende bei meinem Verlassen noch vor der Gemeinde erklärte: „Ich meinte es wirklich ehrlich, als ich Dich nach Deiner letzten Predigt so gelobt hatte.“

Es wird mir zeitlebens ein Rätsel bleiben, wie man mich auf der einen Seite loben kann, aber auf der anderen Seite die Gemeinde vor einer solchen Person „schützen muss“. Und wenn ich dann noch höre, dass der Berater auch meint, dass auch der neue einzustellende Prediger geschützt werden muss, dann werden sektenähnliche Strukturen überdeutlich.

Interessant auch immer Meinungen von bestimmten Gemeindegliedern, ich hätte nach der Einstellung des Beraters „nicht mehr die erste Geige“ spielen können. Ich kann mit Fug und Recht sagen, dass ich nicht einmal in meiner Gemeindezugehörigkeit einen solchen Gedanken hatte. Ich habe lange genug in einer solchen Funktion als Hauptamtlicher gearbeitet und würde niemals eine solche Verantwortung übernehmen. Es ist unredlich, mit solchen Behauptungen in der Gemeinde zu hausieren. So bin ich immer nur aktiv geworden, wenn mich der Gemeindeleiter dazu aufgefordert hat. Natürlich wirft man mir dieses nicht offen vor, sondern musste es immer wieder durch die „Stille Post“ erfahren. Ein Mitteilungskanal, der in dieser Gemeinde sehr beliebt ist, denn mit mir hat man auch in diesem Fall nicht gesprochen.

Reiner Schwachsinn

Betroffen macht auch die Tatsache, dass ein Brief meines Freundes und Gemeindegliedes, welches wenige Wochen vor meinem Austritt die Gemeinde verlassen hat, die Gründe für seinen Schritt den Gemeindegliedern mitteilte, nicht mit einem Wort erwähnt wurde. Als ich die Versammlung darauf ansprach, wurde mir lediglich von einem Gemeindeglied gesagt: „Der Brief ist für mich reiner Schwachsinn“. Auch hier wieder das obligatorische Schweigen des Vorstandens. Die Liebe zum Vergessen und Vertuschen und offiziellem Schweigen hat in der Gemeinde inzwischen einen festen Platz. Kein Wunder, wenn in meinem Fall keinerlei Vergebungsbereitschaft zu erkennen war, weil es ja „nicht um Vergebung geht“.

Wie einseitig Schuld und Versagen gesehen wird, macht auch der erneute Vorwuf deutlich, den Beschluß, die Geburtstagsgrüße im Gottesdienst abzuschaffen, „durchgepeischt“ zu haben. Tragisch, dass sich hier der angeblich von „Gott gerufenen Gemeindeleiter“ sogar für diesen ungeheuren Vorgang vor der Gemeinde offiziell entschuldigt haben. Unglaublich? Nein, ein Blick ins Protokoll der Jahreshauptversammlung vom 25.2.2012 sagt alles aus:

„Antrag von Hans-Otto Hebbinghaus: Ich stelle den Antrag, dass das Prozedere der Geburtstagsgrüße im Gottesdienst nicht verändert wird.

Der Gemeindeleiter verliest dazu folgendes vor:
1. Wir hätten im Vorstand die Frage „Wegfall der Geburtstagsgrüße“ sensibler bedenken müssen.
2. Unsere Gemeinde ist es gewöhnt, über Entscheidungen / Vorschläge des Vorstandes in einer Mitgliederversammlung zu diskutieren, zu beraten und zu entscheiden.
3. Eine Veränderung der gewöhnten Entscheidungsabläufe – sofern sie bei uns nötig sind – braucht noch Zeit und kann nicht ad hoc umgesetzt werden.
4. Ich entschuldige mich für die Entscheidung an der Gemeinde vorbei.
5. Ich möchte feststellen, dass die Regelung mit den Geburtstagsgrüßen zu dem jetzigen Zeitpunkt wie gewohnt beibehalten bleiben soll.
6. Ich schlage vor, dass wir die neue Regelung „Aufnahme der Geburtstagsgrüße in den Gemeindebrief für die, die es wollen, als gute Zusatzregelung einführen“.

Der Vorstand muß in seiner Wahrnehmung schon sehr getrübt gewesen sein, wenn er versucht mir einen Tatbestand anzukreiden, für den er sich bereits am 25.2.2012 vor der Gemeinde offiziell entschuldigt hat. Doch auch zu diesem Umstand wieder einträchtiges Schweigen in der Gemeindeveranstaltung. Menschen, die denken, die Fakten an den Tag bringen und aufdecken, sind scheinbar in der Evangelischen Gemeinschaft Gifhorn nicht gefragt und unerwünscht. Und um das zu verdeutlichen, werden Fakten schlichtweg unter den Tisch gekehrt. Wer macht sich denn auch schon die Arbeit nachzulesen, was vor einigen Monaten geschah? Doch nur der, der sich der Wahrheit und nicht der Schönrederei und nicht der Umdeutung und Augenwischerei verpflichtet weiß.

Das wird auch an der Tatsache deutlich, dass dem Protokoll die komplette Stellungnahme des Protokolls beiliegt, und die sich anschließende Diskussion, in der ich mich gegen die Vorwürfe gewehrt habe, lediglich mit der Bemerkung „Es schließt sich eine Diskussion darüber an“, zu den Akten gelegt wird. Nur keine Äußerungen „der Gegenseite“ schriftlich fixieren, schließlich hindern sie doch die Gemeinde an dem „Wachstum“. So kann man das im letzten Jahr unter dem Motto „Mit Jesus Christus gemeinsam leben, bauen und wachsen“ schriftlich ins Auge gefasste Ziel „mindestens auf 75 Mitglieder zu wachsen“ nicht erreichen. Ein eingetretenes Mitglied in diesem Jahr wiegt die Schrumpfung von vier Personen im gleichen Zeitraum nicht auf. Dafür wird auf der anderen Seite kräftig technisch und baulich nachgerüstet.

So verwunderte mich auch nicht das Abstimmungsergebnis über meine weitere Mitarbeit: 17 Stimmen waren für ein weiteres Predigtverbot, 4 Gemeindeglieder stimmten dagegen, 8 Personen enthielten sich. Mein logisches Fazit: Der Austritt aus der Evangelischen Gemeinschaft Gifhorn. Hörigkeit gegenüber Machtmenschen, in welcher Form auch immer, lehne ich grundsätzlich ab. Auf dem Verdrehen und Verschweigen von Fakten liegt kein Segen und ist nur ein Haschen nach menschlicher Anerkennung. Mich hat der Herr in eine herrliche Freiheit der Kinder Gottes gestellt und nicht in eine Gemeinde, in der der Vorstand nach Belieben mit der Wahrheit umgehen kann. Nur in der Freiheit der Kinder Gottes gibt es Geschwister, keine Machtmenschen, die nicht an der Wahrheit interessiert sind, dort wird der Kontakt in Augenhöhe und menschliche Streitkultur als höchsten Wert angesehen, denn bekanntlich tötet der Buchstabe, der Geist aber macht lebendig. Und genau diesen Geist habe ich in der Evangelischen Gemeinschaft Gifhorn seit Frühjahr 2011 schmerzhaft vermisst. Hätte der Berater einmal ein Seminar über Luthers Zwei-Reiche-Lehre gehalten, wären unter Umständen viele Dinge anders gelaufen. Aber dazu müßte man generell das sicherlich nicht einfache Thema bearbeiten. Ob dazu aber ein Machtmensch fähig ist?

Letzte Worte

Fast „versöhnlich“ liest sich ein Begleitschreiben mit dem letzen Protokoll, natürlich auch von der Familienadresse abgeschickt, welches ich heute (30.11.2012) vom Gemeindeleiter erhalte: (Farbe und Schrift wurden nicht verändert).

Lieber Hans Otto,
hiermit sende ich dir das Protokoll der letzten Mitgliederversammlung.
Zugleich aber möchte ich dir auch mitteilen, dass die „Tür“ der Gemeinde dir immer offen steht und du herzlich eingeladen bist zu unseren Veranstaltungen.
Wie ich auch ………..habe wissen lassen, sollen die Spannungen im Miteinander in der letzten Zeit kein Hinderungsgrund sein für ein gemeinsames Sich-Stellen unter das Wort unseres Herrn.
Ich wünsche dir Gottes Segen für deinen weiteren Weg.
„Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens …“.
In diesem Sinn – mit herzlichen Grüßen
……….

Da wirft mir der Gemeindeleiter schriftlich vor, ich würde nicht auf Gottes Wort hören und er müsse auch aus diesem Grunde die Gemeinde vor mir schützen. Dann werde ich von der gleichen Person nach meinem Austritt wieder eingeladen, während er vorher nicht einmal in der Lage war, objektiv Stellung zu meinem Problem zu nehmen. Subjektiv ein freundlichens Zeichen, aber objektiv mit den Augen eines Menschen gelesen, der als Gefährdung der Gemeinde eingestuft wird, dem man bei seinen Problemen mit einem Interimsmitarbeiter die seelsorgerliche Hilfe verweigerte und dann als Krönung eine Abmahnung mit einem Mitarbeiterverbot verpasst, ist ein solcher Brief für mich, freundlich gesagt, eine Farce und letztlich eine Beleidigung. Den gleichen Wortlauf hat übrigens auch mein ausgetretener Bruder als „letzten Gruß“ erhalten. Doch ein eifriger Verfechter der Allversöhnungslehre kann wohl nicht anders, denn einem persönlichen Gespräch ist der Vorstandsvorsitzende nicht gewachsen. Wenn Gott so handeln würde, hätte ich schon längst meinen Glauben abgegeben.

Bei nur drei Gemeindegliedern, die für die Aufhebung eines generellen Mitarbeiterverbotes sind, kann und werde ich dieses „freundliche Angebot“ mit Sicherheit nicht annehmen. Wie sich das gemeinsame „Stellen“ unter Gottes Wort“ von ihm und vom restlichen Vorstand interpretiert wird, musste ich äußerst schmerzhaft in den letzten 18 Monaten am eigenen Leib erfahren. Irgendwann reicht es mir. Und dass beziehe ich auch auf Bibelsprüche, mit denen man den Andersdenkenden maßregeln will. Nicht überall, wo Jesus draufsteht, ist auch Jesus drin. Das sollte spätestens nach den Kreuzzügen jeder wissen, auch wenn er nicht auf eine theologische Ausbildung zurückgreifen kann.

Ich stelle mich gern unter Gottes Wort, aber ich prüfe ausgesprochen genau, ob dieses nicht zu eigenen Zwecken mißbraucht wird, um es in seinem eigenen Machtstreben einzubauen. Wenn ich etwas in meiner Ausbildung gelernt habe, dann ist es ein feines Gespür dafür zu entwickeln, zu erkennen, wenn Gottes Heiliges Wort mit eigenen Machtinteressen zusammengemixt wird.

Natürlich verschaffe ich mit meiner Sicht und konsequenten Umsetzung bis zu meinem Austritt nicht unbedingt Freunde, wohl aber ein gutes Gewissen. Ich werde alles dafür tun, dass dieses beständiger ist als alle Umarmungen, die ich in der Gemeinde erfahren habe.

„Wenn ein Mensch etwas sagt, von dem er im Voraus schon weiß, dass es ihm unter Umständen schaden wird, dann ist das meistens die Wahrheit.“ Und so schließt sich der Kreis.

Heute haben wir den 15.10.2013, also ein Jahr nach meinem Austritt. Meine Gedanken dazu habe ich hier geschrieben.

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Responses

  1. So lange so genannte Christenmenschen so miteinander umgehen, wird die Welt auf den Erlöser hoffen müssen …

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    • Christen können enttäuschen, Christus nie…

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  2. Hallo Hao, zu Deiner Veröffentlichung, möchte ich noch einen Kommentar abgeben.
    Wie kann ein Kirchenvorstand sich aus einen von Gott bestellten Gremium
    bezeichnen. Ein Kirchenvorstand ist von der Gemeinde gewählt. Die Kandidaten lassen sich vorschlagen, um eine Gemeinde zu leiten. Es muß ja auch Leute dafür geben. Wenn sie sich in Laufe ihre
    Legislatur zu Machtmenschen entwickeln, so ist bestimmt nicht immer Gottes Einfluß sichtbar, sie lassen sich mehr oder weniger vom Bösen leiten, meint bert aus Prollenbüttel in der Nähe vom Kloster Isenhagen

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    • Die Frage habe ich mir bis gestern auch gestellt. Ich würde aber nicht „vom Bösen“ sprechen. Es spielen unzählige Faktoren mit, die aus Menschen Machtmenschen mit göttlicher Autorität werden lassen. Und darüber solltest Du Dir klar sein. Kein Mensch auf dieser Welt würde von sich behaupten ein Machtmensch zu sein. Ob auch hier der Satz, den ich in den letzten Monaten immer wieder gehört habe, „Du siehst es so, ich sehe es so“, gilt, überlasse ich Dir.

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    • Wie kann ein Kirchenvorstand sich aus einen von Gott bestellten Gremium
      bezeichnen.

      Das ist eine berechtigte Frage. Vor etwa 500 Jahren stellte sie sich ans Papsttum. Aber ich glaube, Luthers Erkenntnis aus der Leipziger Disputation: „Konzilien können irren und haben schon geirrt“ muß entsprechend erweitert – nein, besser: aktualisiert werden: unter „Konzilien“ kann und muß man nämlich auch Synoden, Presbyterien und andere Gemeinde- und Kirchenräte fassen. Man kann nur immer darum beten und darauf hoffen, daß diese Gremien vom Heiligen Geist geleitet werden; eine Garantie gibt es leider nicht.

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      • Eine gute Frage. Machtmenschen und Personen, die diesen hörig sind, können nicht irren. Ich war heute in BS und habe mit einem Bruder gesprochen. Der hat in einer anderen Gemeinde genau das Gleiche erlebt. Auch in seiner Gemeinde gibt es keine Augenhöhe. Wie schnell ist man da in seiner Sekte. Und glaube mal nicht, dass in Gifhorn an dieser Stelle „historisch“ oder „theologisch“ gedacht wird. Theologen können irren, Machtmenschen nie….

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  3. Hallo Hao,
    wechsel doch einfach die Gemeinde und gut ist. Denn jede andere Gemeinde kann nur besser sein.
    Ein lieber Gruß
    von Gaby.

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    • Wenn das so einfach wäre….

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  4. ein sehr bewegender Beitrag, der mich sehr berührt !

    vielen Dank für Deine Offenheit und den Mut , der Wahrheit ins Gesicht zu sehen ….

    „Ich weiß nicht, wohin Gott mich nun führt, aber ich weiß, dass er mich führt.“

    Gottes Segen für Dich auf Deinem weiteren Lebensweg

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  5. Auch ich musste ja aus der Gemeinde austreten, weil ich einen gläubigen geschiedenen Mann heiraten wollte. Das Argument war, dass ich die Jugendlichen in der Gemeinde verführen würde.
    Ich habe das in meiner Austrittserklärung noch einmal klar gesagt, aber die Reaktion war nur dass mein Austritt jetzt amtlich wäre.
    Ich habe nicht die Nerven dafür, nochmal mit den Ältesten darüber zu sprechen. Mein verstorbener Ehemann war da auch so ähnlich wie Du, seine geradlinige ehrliche Haltung hat ihm oft viel Ärger eingebracht.
    Menschen die so offen und eigenständig ihren Weg mit Jesus gehen ecken oft an.
    Aber Jesus schenkt uns dann immer wieder Geschwister und Aufgaben, er weiss was gut für uns ist

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    • Ja, Frau Kollegin, der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.

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  6. Man kennt das, sobald man für das Reich Gottes tätig wird, hat man den Verkläger der Brüder am Hals. Man erlebt Anfechtungen, bedankt sich beim HERRN, der die SEINEN kennt, und bleibt, jetzt erst recht in der Spur. Durch die hier geschilderten Machenschaften wurde dem HERRN keine EHRE erwiesen. In meiner Kirche bekommt der Verkündiger Probleme, wenn er das „ganze“ Evangelium verkündet. Bloß nichts von Umkehr und Buße, alles schön weichgespült. Lieber Hao, ich wünsche Ihnen Gottes Kraft und Segen. ER hat schon noch ein heiligmäßige Gemeinde für Sie. Wie gesagt, die größten Feinde der Christen sind die Christen. Aber da, wo andere am Boden liegenbleiben, steht der wahre Christ wieder auf!!!! Weicheier werden das Reich Gottes nicht erben.

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    • Die einen fallen links und die anderen rechts vom Pferd runter…. Danke für den Beitrag.

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  7. Glückselig die Barmherzigen, denn ihnen wird Barmherzigkeit zuteilwerden. Glückselig, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott sehen. Glückselig die Friedensstifter, denn sie werden Söhne Gottes heißen. Glückselig die um der Gerechtigkeit willen Verfolgten, denn ihrer ist das Reich der Himmel. Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und Böse lügnerisch gegen euch reden um meinetwillen. Freut euch und frohlockt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln………

    Christus – Erfüller der Glückseligpreisungen

    Vollkommen und anziehend ist das Wesen des Sohnes Gottes!
    Ihm gebührt unser Lob.

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    • Sehr schön, danke! Jetzt im Nachhinein kommen mir auch Fragen, wie es möglich war, dass vor 2 Jahren drei Familien die Gemeinde verließen und der zurückgetretene Vorstand sich in fast gleicher Besetzung wieder wählen ließ. Noch im Sommer ist ein weiteres Ehepaar ausgetreten. Aber ich kann noch einmal betonen, dass es an keiner Stelle auch nur einen Vorwurf zu meiner Mitarbeit gab. Daß man allerding erst nach über einem Jahr mir eine Abmahnung schickt, wird wohl ein ewiges Geheimnis des Vorstandes bleiben. Totschweigen und wegbeten geht mit mir nicht, zumal es auch keine sachliche Streikultur gibt, die Machtmenschen bekanntlich nicht zulassen. Es gibt bekanntlich zwei Arten des Lernen: Die einen lernen vorher, andere nachher.

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      • Danke, treffender kann es nicht ausgefrückt werden.

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    • Richtig, aber dass heißt nicht, dass man nicht auch seine Meinung sagen darf, ohne auf eine vorstandsfeindliche Gemeindeschiene geschoben zu werden.

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  8. Offenlegen ist gut. Und konsequent ist es, was du tust.

    Unverzagt und ohne Grauen
    soll ein Christ, wo er ist,
    stets sich lassen schauen.

    Was nicht rund ist, ist eckig: Da geb ich meinen Senf dazu:

    1. Ich bin leider so gestrickt: wenn einer vergangene „Herz und Seele“ lobt, bin ich misstrauisch. War das wirklich so? Wurde nicht auch gemenschelt, also waren nicht auch da Schwächen und Konflikte?
    Auf der anderen seite: Ich sag mal so: wen du jetzt enttäuscht bist, also ent-täuscht, dann ist eine Täuschung zu Ende. Dass das weh tut, steht auf einem anderen Blatt

    2. Dass charismatische Menschen (oder denen ein Charisma zugeschrieben wird [noch schlimmer]) Macht an sich ziehen und das auch so wollen, ist ein Risiko. Der Geist bringt Licht und Durchblick und schmeißt die Augen nicht mit grauem Kleister zu. Da müssen deiner Ex-Gemeinde wohl die Augen geöffnet werden.

    3. Alles in allem ein konsequenter Schritt. Wahrscheinlich wird er die Gemeinde nicht zur Umkehr bringen. wer die Gruppe verlässt, ist das schwarze Schaf. Man bleibt ohne den Störenfried jetzt ja ungestört.- Wenn es anders kommt, ist Gott spürbar am Werk.

    4. Es geht nicht um Sieg oder Niederlage, sondern um aufrechten Gang und den Blick im Spiegel aushalten. Beides hast du dir bewahrt. Und das ist das Beste daran.

    Mit guten Gedanken und einigen Gebeten
    herzliche Grüße

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  9. „Mein Mann ist das Haupt, aber ich bin der Hals!!“
    Dieses, von der Frau des Ältesten aus meiner früheren Gemeinde gerne mal zum besten gegebene Späßchen, ist mir eingefallen, als ich den entsprechenden Abschnitt Deines Blogs gelesen habe.
    Hinter vielen Machtmännern stehen die dazu passenden Frauen, das wird auch in Gifhorn deutlich. Und diese „Macht“ ist offensichtlich nicht zu unterschätzen.
    Nach dem Motto: „Einer schießt, aber die Kügelchen dreht im Hintergrund jemand anderes!“, lief auch bei mir der Gemeindeaus- bzw. -raustritt ab.
    Es ist wirklich traurig, was unter dem Deckmäntelchen der „von Gott eingesetzten Autorität“ an Machtspielchen abläuft.
    Da ist nichts mehr von Geschwisterliebe, Verantwortung für einander, gegenseitige Auferbauung usw. zu sehen.
    Und der sich da ins Fäustchen lacht,……dem gönne ich es nicht!!!!

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    • Es war für mich wohl der größte Schock des Abends, dass alle meine Briefe an den Vorstand in dieser Form verarbeitet wurden. Doch bei einer solchen Mailadresse hätte ich es mir denken können.

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  10. O ja, die völlige Liebe treibt die Furcht aus. Wer sich aber fürchtet, ist nicht völlig in der Liebe. Wovor habt ihr Angst, ihr Gifhorner Gemeinschaftschristen? Wie wird es euch ergehen, wenn euch Jesus Christus in den Arm nimmt und herzt, wie einst bei den Kindern? Werdet ihr das aushalten? Verhärtet ihr lieber, weil weinen sich nicht gehört? (Das steht aber nur im Evangelium der deutschen Zucht und Ordnung, oder so…)

    Hans-Otto, wenn nicht so viel Abgrenzung wäre, könntest du dich freuen, wie wichtig die dich nehmen. Wenn du doch so gefährlich bist für den Vorstand. Dabei bist du doch ein kleines Licht, was Spinnereien betrifft (und das ist für einen Bergischen schon ein Lob…)
    Und wer dem Vorstand widerspricht, widerspricht Christus. Also du als Antichrist, was? Hao, ich setz mich zu dir auf de Anklagebank und teile Kaffee und Pausenbrote mit dir.

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    • Aus einer solchen Sicht habe mich auch noch nicht gesehen. Da bin ich noch gar nicht drauf gekommen. Die Betroffenen sind froh, dass jetzt wieder Ruhe eingekehrt ist. Selbst ein ausführlicher Brief des Bruders, der kurz vorher ausgetreten war und allen Mitgliedern einen diesbezüglichen ausführlichen Brief geschrieben hatte, wurde bei der letzten Sitzung nicht mit einem Wort erwähnt. Eine Aufarbeitung der speziellen Gifhorner Problematik wird es nicht geben, da dieses absolut ungewünscht ist. Und die Vergebung ist auch out, schließlich handelt es sich um Untergrabung einer göttlichen Autorität. Und der Übeltäter muss dann auch mit Bibelsprüchen gedeckelt werden. Und wer würde sich dann gegen Bibelsprüche aus dem Munde eines Vorstandes wehren? Da schreibt man lieber rosarote freundliche Einladungen. Das kann ja nie falsch sein…..

      Pausenbrote sind ok, aber als Mitglied im Braunen Kreuz ist in Sachen Kaffee bei mir nicht zu holen, woll?

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      • Na gut, ich nehme den Kaffee problemlos alleine. diverse Teesorten sind aber auch lieferbar.

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        • Milch und Wasser reicht mir vollkommen….

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          • Milch und Honig. Sonst ist es nicht bibeltreu.
            (Hach, das musste jetzt sein.)

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  11. […] ich bei einem kleinen Spaziergang ein Vorstandsmitglied meiner ehemaligen Gemeinde, aus der ich am 15. Oktober ausgetreten bin. Noch vor einem Jahr haben wir zusammen einen Glaubenskurs gemacht, gemeinsam […]

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  12. Hallo Hao,
    hab Verständnis bitte, ich bin Französin, mein deutsch ist nicht sooo gut
    was du erlebt hast ist genau meine eigene Erfahrung. In meiner Kirche, Schlimm war, die Pastoren waren mein eigener Bruder, und mein Schwager. Ich war 25 Jahre Lang chorleiterin, Als ich mich von meinem Mann scheiden lassen musste, durfte ich nicht mehr meine Kirche dienen.
    Jahre lang mit vorsteher , ein Kampf , unbeshreiblich. Ich durfte noch an einer Hochzeit Chor leiten, als „ein kleineres übel“, !!! Ich habe sehr viel gelitten, wollte nicht austreten, meine Kinder waren im Unterricht, und wie schon gesagt, Familie war die Kirche.
    Mein Vater hat mich immer verteidigt, uns beim letzten Telefonat, sagte er’wann gibt es endlich frieden ?“ und er starb am gleichen Abend…(64 J).

    Es ist schrecklich wie Kirchen die Menschen kaputt machen, nur wegen Prinzipien; Es gab mehrere Suicidfälle, nur wegen den Prinzipien ! Mein Vater sagte auch : wie viel Tote muss es noch geben,? (er war dann der nächste)
    Ja die gehen über Leichen….

    Mein Sieg (Gottes Sieg) ist dass ich nie meinen Glauben verloren habe. das ist ein wunder, eine Gnade
    Aber das alles vergeben zu können, ist eine lange Bearbeitung !
    Gottes Segen wünsche ich dir

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    • Ja, man könnte sagen: Je freundlicher die Machtmenschen sind, je mehr sie einen umarmen und abschlecken, um so harter werden sie, wenn man eine eigene Meinung äußert. Dann schlägt alles ganz schnell ins Gegenteil.

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  13. Ich habe Online-Surfen mehr als 3 Stunden heute, aber ich fand nie einen interessanten Artikel wie Ihres.
    Es ist ziemlich wertvoll genug für mich. Meiner Meinung nach, wenn alle
    Web-Eigentümer und Blogger aus gutem Inhalt, wie Sie, hat das Internet wird viel mehr nützlich
    als je zuvor.

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  14. Oben im Text „Liebe: ……..und für Versäumnisse, fehlende Gaben
    räumt man dir mildernde Umstände ein.“ Gefällt mir!

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  15. Sei nicht traurig über das Erlebte, Hao. Denn dafür gibt es doch gar keinen Grund. Es gibt nur eine Wahrheit-Jesus.
    ‚MEINE Schafe sollen MEINE Stimme hören und sie folgen MIR.‘ Eine Kirche, Sekte, Pastor, Ältester oä. sind damit nicht gemeint, sonst hätte er das auch gesagt. Eine Kirche ist nunmal kein Heilsbringer und retten kann sie auch nicht.

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