Verfasst von: Hao | 23. August 2012

Deutsche Geschichte hautnah erlebt


Donnerstag, 23.8.2012

Eile, mir beizustehen, Herr, du meine Hilfe! Psalm 38,23

Das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten. Jakobus 5,15

Liest sich richtig gut. Doch ist es immer so? Wir wissen alle, dass die Realität anders aussieht. Gebetet hat der junge Mann, als er hört, dass sein Nachwuchs einen Herzfehler hat. Und bei dem Gebet war er nicht der Einzige. Wie die Weltmeister haben sie, wie Nenne es sagt, „betend die Daumen gedrückt“. Doch das Baby schaffte es nicht. Der junge Vater hielt an der Verheißung fest. Bei der Beerdigung musste man ihn förmlich vom offenen Grab drängen, denn er wollte es einfach nicht glauben, dass das Baby gestorben war.

Wer würde jetzt sagen, dass nicht ernsthaft genug gebetet wurde? Ich betrachte nach vielen Erfahrungen, die ich in meinem Leben machen musste, inzwischen als „Luxus“, dass ich nicht auf jede Frage eine Antwort zu haben brauche. Wir schauen eben jetzt, wie Paulus es sagt, in einen dunklen Spiegel. Ich habe Gottes Zusage, dass er mich nicht fallen lassen wird, auch wenn mir öfters ein Beinchen gestellt wird. Gott wird schon beizeiten die richtige Antwort geben. Und manchmal dauert es eben mal etwas länger.Ein sehr bewegender Tag, den ich heute geschenkt bekomme. Es gibt Menschen, mit denen kann ich nicht lange genug zusammen sein. Einer davon ist Björn. Der Bruder aus Tiddische ist ein äußerst angenehmer Zeitgenosse, der sich, genau wie ich auch, für die jüngste deutsche Geschichte interessiert.

Nach gründlicher Vorplanung geht es heute Richtung Osten zur „Schleuse der Angst“. Er kennt die alte Grenzabfertigungsanlage noch nicht. So zeige ich ihm gern die Örtlichkeiten und berichte von meinen zahlreichen Erlebnissen, während er mir von seinen Transitfahrten nach Polen berichtet.

Die verfallenen Gebäude wurden inzwischen hermetisch verschlossen. Bin ich noch im letzten Jahr durch die Fenster eingestiegen, um den Verfall zu dokumentieren, kann ich das Gebäude heute nur noch von Außen sehen, was ich außerordentlich bedauere. Dabei will ich doch über lange Jahre den Verfall der Gebäude im Bild festhalten. Auch der Restpanzer, der vor zehn Monate noch vorhanden war, ist verschwunden. Eine nicht alltägliche Fotokulisse ist einfach nicht mehr da.

Weiter geht es auf der Geschichtskur nach Hötensleben.

Auch diese Stelle des alten Grenzverlaufes war Björn nicht bekannt. Die Mauer, die noch im letzten Jahr einzustürzen drohte, steht wieder gerade und zeigt sich im alten sozialistischen Glanz.

Der nahe gelegene Tagebau ist die nächste Station. Wir fotografieren um die Wette, ich freue mich schon auf den Bildertausch.

Das Grenzmuseum in Helmstedt ist das nächste Etappenziel. Eine kleine aber feine Ausstellung mit vielen sehenswerten Exponaten zeigen auch hier, dass die Grenze bis heute tiefe Spuren hinterlassen haben.

Der Ausflug geht mit einem Besuch des Domes in Königslutter zu Ende. Zugegeben, ein sehr anstrengender Tag, der einen aber am Abend sagen lässt: „Bitte noch einmal, aber nicht morgen“….

Diese Diashow benötigt JavaScript.


Responses

  1. Vielen Dank , dass Du Deine Erlebnisse mit uns teilst
    sehr interessant und „bewegend“ im wahrsten Sinne des Wortes ist Deine Bildershow
    ich wünsche Dir eine Gute Nacht
    nach diesem anstrengenden Tag
    Schlaf gut ….

    Liken


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: