Verfasst von: Hao | 18. Mai 2012

Zwei seltsame Heilige


Freitag, 18.5.2012

So sollst du nun wissen, dass der HERR, dein Gott, allein Gott ist, der treue Gott, der den Bund und die Barmherzigkeit bis ins tausendste Glied hält denen, die ihn lieben und seine Gebote halten. 5.Mose 7,9

Dass einige nicht treu waren, was liegt daran? Sollte ihre Untreue Gottes Treue aufheben? Das sei ferne! Römer 3,3-4

Ich kenne einen Menschen, der begründet seinen „Unglauben“ auf Grund der Tatsache, dass Christen „seltsame Heilige“ sind. Zum Glück hat er recht, denn Christen wären schon seltsame Typen, wenn sie denn so wären, wie es sich der Mensch vorstellen würde. Tadellos und fehlerlos, einfach perfekt. Dann hätte dieser Mensch mit dem Glauben keine Probleme mehr. Wie schön, dass Gott an dieser Stelle anders, ganz anders denkt. Er ist gnädig, weil er uns Menschen kennt und immer noch liebt. Und das ist eine Eigenschaft, die ihm nicht hoch genug angerechnet werden kann, denn nur er kann es sich leisten, solche seltsamen Heiligen in die Welt zu setzen und sogar noch zu lieben.

Heute scheint ein Prominententag zu sein. Sie kommen mir alle entgegen. Die erste Frau des Staates und der zweite Mann, die Bildungsministerin und andere Größen, die ich nicht mit Namen kenne.

Es tut gut, eine Bibelarbeit über die Schöpfung zu hören. Gerhard von Rad lässt ganz herzlich grüßen. Ich denke, ich sitze im Johanneum bei Dr. Bieneck, um mir AT „reinzuziehen“. Kein Wunder, dass ich aufmerksam zuhöre.

Dann schalte ich noch einmal ab, es geht in die Krypta der Jesuitenkirche. Bei allen Gedanken, die mich beschäftigen, brauche ich auch immer wieder Zeiten, wo ich mich zurückziehen muss, um mit mir allein zu sein. Früher brauchte ich sie nicht, jetzt fehlt mir etwas, wenn sie mir fehlen.

Um die Mittagszeit treffe ich mich wieder mit Theomix. Was gäb ich darum, in seiner Gemeinde zu sein. Mitarbeiten mit meinem Pastor, der die eigene Sprache spricht, den gleichen Lehrer hatte, aus dem gleichen lokalen Stall kommt und mit dem man dann noch befreundet ist??? Das kann doch nur ein Volltreffer werden, denn so zwei seltsame Heilige sind nicht häufig anzutreffen.

Wir unterhalten uns lange über unsere Eindrücke und wissen schon, dass wir uns spätestens in Hamburg wiedersehen werden. Und natürlich auch in Regensburg, wo 2014 der nächste Katholikentag stattfindet. Vielleicht aber auch schon nächsten Monat, wenn ich in Kölle bin.

Am Nachmittag muss ich eine Veranstaltung für Blickpunkt Glaube aufzeichnen. Da bekomme ich gewisse Bauchschmerzen, denn bei der Konkurrenz wird man durch die Taufe Christ. Kein Wunder, dass ich bei solchen theologischen Hintergründen einschlafe.

Geschlafen habe ich auch am Nachmittag im Mannheimer Rosengarten. Der Schlaf war erquickend und scheinbar so fest, dass ich tatsächlich das Knacken des Brillenbügels überhört habe. Na, es war nur eine Lesebrille für schlappe 2 Euro.

Einen Ausdruck schnappe ich auf, der mir nachgeht: „Eine Gemeinde lebt oft nach dem Thermoskannenprinzip. Nach innen alles warmhalten, aber nach außen nichts ausstrahlen.“ Den kannte ich auch noch nicht. Ich liebe solche Sprüche, auch wenn sie „katholisch“ sind.

Ich bin im Augenblick so schlapp, dass ich heute Abend einmal aussetze, zumal auch kein Konzert angeboten wird, was mich begeistern könnte. Dafür lasse ich es morgen bei den Jesuiten mal wieder so richtig krachen. Mehr wird aber noch nicht verraten.

Meine Mitfahrerin ruft an und will wieder mit zurück. Kann sie haben. Ich muss sie aber in Heidelberg abholen.

Flau wird es mir, als ich feststellen muss, dass ich mein Smartphone nicht mehr habe. Den ganzen Tag war es verschwunden. Mir schwant Schlimmes, doch es findet sich wieder ein. Unter meinem Bett hat es den Tag gut verbracht. Immerhin besser, als wenn ich es mitgenommen und dann verloren hätte.

Meine Füße machen mir Kummer. Sie sind nun bis auf die Nachtstunden permanent am brennen. Das sieht wirklich nicht gut aus. Mein Arzt meint, es sind die Nerven, die durch die Chemo geschädigt worden sind. Keine guten Aussichten… Aber das ist wohl das Risiko des Alters. Warum soll es bei mir auch anders sein. Hauptsache ist doch, dass die anderen Sinne noch so einigermaßen funktionieren.


Responses

  1. Eine „Privatreportage“ vom Katholikentag in Deinem Blog, das gefällt mir.

    “Eine Gemeinde lebt oft nach dem Thermoskannenprinzip. Nach Innen alles warmhalten, aber nach Außen nichts ausstrahlen.“
    Dieser Spruch macht auch mich nachdenklich.

    Da wäre mir schon eine Gemeinde lieber, die nach dem Prinzip des Durchlauferhitzers lebt: Sich innen erwärmen und die Wärme nach außen abgeben, und das ständig.

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  2. Dann fällt wohl der Kasselbesuch aus, wenn Du die Dame wieder mit nach Hause nimmst.
    Oder wie soll das funktionieren????????

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    • Wie kommst Du denn auf diese wahnwitzige Idee. Die Frau fährt nur bis Witzenhausen mit, weil sie da lebt…

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    • Wie kommst Du denn auf diese wahnwitzige Idee. Die Frau fährt nur bis Witzenhausen mit, weil sie da lebt…

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  3. Lieber Hao,

    in deinem Blog stand kein Ort, nur das sich jemand zum Mitfahren gemeldet hat. Da ist es doch ganz normal, das man denkt, dass sie aus Deiner Umgebung ist. Übrigens liegt Witzenhausen mindestens 30 km abseits von Kassel und nicht auf dem direkten weg.
    Sehr außergewöhnlich für Dich, solche umwege zu fahren, da es sich ja bekanntlich Deiner Meinung nach immer nicht rechnet.
    Solltest Du also dann am Montag hier aufschlagen, bitte ich darum doch um 18 Uhr hier einzutreffen und nicht erst wenn ich schon schlafen gegangen bin, da ich das Abendessen für diese Zeit richte.

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    • Nein, ganz und gar nicht. Im Zeitalter von Internet weiß man kaum, was einem so alles blühen kann und wo es einen hintreibt. Aber keine Sorge, das bekommen wir schon alles hin.

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  4. […] schreibt von seinen Erlebnissen beim Katholikentag. Etwas irritiert bin ich über seineKritk daran, daß man […]

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  5. Wie können denn der Katholikentage vorbei sein, wenn sie doch erst am So. den 20. 05. enden?

    Ich brauche mir keine Sorgen zu machen und mache sie mir auch nicht.
    Aber auf das hinkriegen bin ich doch sehr gespannt

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    • Und? Haben wir doch gut hinbekommen…. Schau mal, wer im Wohnzimmer auf Deinem Sofa sitzt… Basta!

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  6. „denn so zwei seltsame Heilige sind nicht häufig anzutreffen“

    wie schööön, das hier zu lesen
    ich freu mich mit Euch, dass Ihr Euch wieder getroffen habt
    ………………………………….

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  7. […] bastle ich zur Zeit gerne und immer wieder “churchsigns”. Eins, das hierhin passt, für Hao und […]

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