Verfasst von: Hao | 22. März 2012

Ewalds Schweinerei


Donnerstag, 22. März 2012

HERR, es ist dir nicht schwer, dem Schwachen gegen den Starken zu helfen. 2.Chronik 14,10

Paulus schreibt: Gott, dem ich diene, wird euch alles geben, was ihr braucht, so gewiss er euch durch Jesus Christus am Reichtum seiner Herrlichkeit teilhaben lässt. Philipper 4,19

Ich verstehe nicht, warum ich seit 50 Jahren noch nie im Lotto gewonnen habe. Es kann nur einen einzigen Grund geben: Ich habe noch nie mitgespielt. Anders ist es mit dem Glauben. Hier bekomme ich alles und hab doch nichts dafür getan. Das ist dann die ausgleichende Gerechtigkeit.

Und so lande ich nicht nur jede Woche, sondern jeden Tag einen Volltreffer, wenn ich mich heute mit der neutestamentlichen Losung beschäftige. Weil das so ist, kann ich mir auch das Lottospielen sparen, denn ich gewinne doch sowieso weniger als nichts, sondern habe nur noch Kosten.

Das wird ein anstrengender Tag werden. Ob ich ihn schadlos schaffe? Heute geht es mal wieder zum Prickingshof. Hier war ich schon einmal bei Bauer Ewald, um mir seine Schweinerei anzusehen. Ich muss einfach mal wieder aus dem Kobel raus, denn so langsam fällt mir die Decke auf den Kopf. Mit dabei ist Ines, die ich für dieses wahnwitzige Rentnerunternehmen tatsächlich gewinnen konnte.

Bereits um 5.55 Uhr geht es los. Zuerst werden wir durch den halben Landkreis kutschiert, um die Mitfahrer aufzusammeln. Um 7 Uhr steigen wir in den „richtigen Bus“ um, der aber zu meiner Verwunderung nur halb besetzt ist. Bauer Ewald ist offensichtlich nicht mehr so sehr das Zugpferd, wie es noch vor einigen Jahren war. Bis nach Haltern sind es rund 300 Kilometer. Ich habe zum Glück mein Netbook dabei, so dass ich die Fahrt für sinnvolle Dinge nutzen kann. Mal sehen, ob man mich wieder wie auch beim letzen Mal rausschmeißen wird.

Ich stehe vor der schwierigen Wahl: Entweder höre ich mir 3 Stunden das Gelabere eines Verkäufers an und bekomme dafür ein attraktives Wurstpaket, oder ich verzichte darauf und mache mir vor Ort einen schönen Tag. Oder ich versuche die dritte Variante, auf die mich Ines bringt: Wir machen auf doof und stellen uns einfach bei der Ausgabe an.

Meine Begleitung und ich sind uns einig: Keinen Druck, sich nicht manipulieren lassen. Wir biegen aus dem Tross von ca. 30 Personen aus, weil wir ins Museum wollen. Obwohl wir freundlich zurückgepfiffen werden, gehen wir unseren Weg weiter, denn wir lassen uns nicht zu einer Verkaufsausstellung vergattern. Widerworte gibt es nicht, es wird so hingenommen.

So gehört uns am Morgen das Museum allein. Seit meinem letzten Besuch hat sich dort nicht viel getan. Es wird immer noch, warum sollte es auch anders sein, auf Bauer Ewald rum geritten. Jeder Furz, den er gelassen hat, ist verewigt. Mich wundert es nicht mehr, kenne ich doch den Hof und die Art und Weise die Schweinerei gut zu vermarkten.

Gegen 13 Uhr habe ich alles gesehen und, wenn nötig, fotografiert. In einer kleinen Pause strecke ich meine müden Knochen auf einem Ballbett aus.

Dann geht es in den Tierpark, doch da trifft uns der Schlag: Er öffnet erst am Samstag. Da habe ich mal wieder die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Und nun sitzen wir von rund 14 Uhr bis 18 Uhr auf einer Bank und schlagen im wahrsten Sinn des Wortes die Zeit tot mit zwangsläufig organisierter Bedeutungslosigkeit. Wenn ich das gewusst hätte. Doch Ines und ich kriegen uns nicht die Wolle. Im Gegenteil. Sie hat ihren neuen Nintendo dabei und ich in weiser Voraussicht der Dinge, die da eintreffen könnten, mein Netbook, welches zum ersten Mal zum Einsatz kommt. So kann ich nicht nur meinen Blog schreiben, sondern mit Ines Spielkonsole Unsinn treiben, was ich hier in dem kleinen Filmchen verdeutliche. Damit wird die lange Wartezeit bis zur Rückfahrt „sinnlos“ genutzt.


Als dann gegen 17 Uhr die Fresspakete ausgeteilt werden, halten die beiden Abtrünnigen auch die Hände auf. Offensichtlich machen wir einen solch abgehärmten Eindruck, dass wir auch unser Futter bekommen. Es geht auch anders.


Als ich gegen 22 Uhr wieder in meinem Kobel
bin, frage ich mich, warum ich mir einen solchen Schwachsinn überhaupt angetan habe? Bin ich schon so „einfältig“, wie jener etwas verwahrlost aussehende Mann, der sich rühmt bereits 21 mal im Prickingshof gewesen zu sein, eine Matratze für 800 € kauft, aber keine Zähne im Mund hat?


Übrigens, was meine Beißerchen betrifft: Für sie ist es der erste Ausflug. Und weil ich unterwegs auch meine Buttern verzehre, entschließe ich mich beim Essen… Na, ihr wisst es schon. Geht doch so einfach. Ist viel hygienischer und fällt auch nicht auf, jedenfalls beim Essen. Werde ich in Zukunft wohl immer so machen, wenn ich nicht gerade in Gesellschaft bin.

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Responses

  1. „Als ich gegen 22 Uhr Uhr wieder in meinem Kobel bin, frage ich mich, warum ich mir einen solchen Schwachsinn überhaupt angetan habe?“

    das frage ich mich irgendwie auch, es gibt doch schönere Ausflüge zum Zeitvertreib
    die „Wutzchen“ erinnern mich an meine Kindheit….

    danke für den Bericht….. die Bilder sind ja wieder zum Schmunzeln, im Hao steckt doch ein großer Bub, der sich gerne mal in die Bälle fallen lässt !!!

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    • Ab einem bestimmten Alter kommt Mann wieder an die Quellen seines Lebens zurück.

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      • Man(n) soll sein Kindsein nie verlernen ……. das gehört zu einem erfüllten Menschenleben
        Du machst das richtig (gut) Hao !

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        • Hab ja 63 Jahre üben können bzw. müssen….

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  2. Ich fasse es nicht,

    Hao geht aus Langeweile auf Kaffeefahrten.

    Hast Du die Wurstpakete so nötig?

    Wenn Du das mit Deinem Ersatzteil immer so machen wirst, wird es sich auch nicht anpassen und fällt ständig raus.

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    • Nein, es ist eine Kaffeefahrt!!!!!! Hier muss man die Feinheiten unterscheiden… Ich mache das nur, wenn ich nach dem Essen keine Möglichkeit habe den Zahnersatz zu reinigen. Und dass passiert natürlich nicht jeden Tag.

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  3. Heute (4.4.) lag eine bunt bebilderte Einladung zu einer Busfahrt („keine Werbefahrt“) zu Bauer Ewald in unserem Postkasten. Ich hab laut gelacht…….

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    • Fahr da mal mit!!!!! Was kostet die Reise und wie weit ist es bis nach Haltern?

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      • die Fahrt (am 29.April) kostet 17,90 Euro und die Entfernung ist ca. 300 km . … !!!!!! Ich bin selbst auf einem Bauernhof großgeworden, das zieht mich wirklich nicht dorthin ………..

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  4. Unteres Foto:
    Was war in dem Säckchen, das du in deiner rechten Hand hieltst?
    (bist schon ein ‚Waghalsiger‘ – dass du dir so eine Fahrt antust)…..:-)

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    • Da sind Kartoffeln, die ich bekommen hatte.

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      • Aha….dachte ich mir schon……(mindestens für 2 Mahlzeiten?)

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        • Mindestens für fünf.

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      • Hao, wenn Du das Bild nicht „gespiegelt“ hast, dann sind die Kartoffeln in Deiner LINKEN Hand.
        In der Plastiktüte RECHTS sind die Würste, Eier, usw., die man auf diesen Veranstaltungen als Dreingabe bekommt,…nehme ich an…..

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        • Du hast zwar recht mit Deiner Feststellung, aber auch wieder unrecht. hihihi Lennart spricht eindeutig von einem Säckchen und nicht von einer Einkaufstüte. Und so schließt sich wieder der Kreis.

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          • (:-))

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          • Lennart spricht von einem Säckchen in Deiner rechten Hand!!!

            Ist ja wurscht…….hihihi…..

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            • Wurscht ist in der anderen Hand….

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