Verfasst von: Hao | 28. Januar 2010

Einer ist durch!


Beerdigung von Heinrich Opaterny am 28.1.2010 um 14.00 Uhr in Barwedel

Ich darf mich Ihnen kurz vorstellen. Mein Name ist Hans Otto Hebbinghaus. Vor meiner Pensionierung war ich Diakon für Vertriebene, Spätaussiedler und DDR-Übersiedler in den Kirchenkreisen Gifhorn und Wolfburg.

Zeig uns dein königliches Walten, bring Angst und Zweifel selbst zur Ruh. Du wirst allein ganz recht behalten: Herr mach uns still – und rede Du. Amen.

Der Chor singt nun das Lieblingslied von Heinrich:

Herr, weil mich festhält Deine starke Hand.

Psalm 90
HERR, Gott, du bist unsre Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit, der du die Menschen lässest sterben und sprichst: Kommt wieder, Menschenkinder! Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache. Du lässest sie dahinfahren wie ein Strom; sie sind wie ein Schlaf, gleich wie ein Gras, das doch bald welk wird, das da frühe blüht und des Abends abgehauen wird und verdorrt. Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn’s hoch kommt, so sind’s achtzig Jahre, (manchmal auch 77 Jahre) und wenn’s köstlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen; denn es fährt schnell dahin, als flögen wir davon. Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden. Amen

Wir singen aus dem Liedblatt das Lied „Wenn nach der Erde, Leid Arbeit und Pein“. Heinrich hat es ebenfalls sehr gern gesungen.


Liebe Familie Opaterny, liebe Trauergemeinde,

wir haben uns heute hier zusammengefunden, um von einem Menschen Abschied zu nehmen, der uns in vielfältiger Weise nahe stand. Ob wir es wahrhaben wollen oder auch nicht, auch wenn wir uns noch so dagegen sträuben: Wir müssen heute Abschied von Heinrich Oparterny nehmen.

Wie oft haben Sie das wohl schon gehört in den vergangenen Tagen: „Ich kann das gar nicht glauben, dass Heinrich nicht mehr lebt!“ Wie viele Male mögen Sie, liebe Angehörige, das wohl gesagt bekommen haben: „Das kann doch nicht sein! So plötzlich… so rasch… Natürlich wussten wir alle, dass Heinrich krank, schwer krank war. Aber dass es so schnell gehen würde: Nein, das hat keiner gedacht.

Noch am Freitag rief mich der Verstorbene an, da aber schon mit einer gebrochenen Stimme. Er war nicht mehr der Alte, der nie über seine Krankheit klagte. „Ich fühle mich sehr schwach, ich habe keine Kräfte mehr“.

Im Oktober 2002 lernte ich Heinrich kennen, als ich das erste Mal in der Gemeinschaft predigte. Er begrüßte mich freundlich und half mir nicht nur aus, sondern nach dem Gottesdienst auch wieder in den Mantel. Seit dieser Zeit waren wir Brüder und auch Freunde. Es war eine späte Freundschaft, leider, aber dafür tief. Sicherlich auch der Grund, weil mir kurz nach seiner Erkrankung auch dieses schwere Los zufiel. So konnten wir uns gegenseitig trösten und Mut zusprechen.

Mit dem Wort „Erinnerungen“ hat Heinrich Opaterny seine Gedanken niedergeschrieben, die er 1999 auf 22 Seiten in einer Schrift verfasst hat, die in ihrer Form, Sauberkeit, Gleichheit und Eleganz seinesgleichen sucht. „Das Leben schreibt immer neue Geschichten. Die alten versinken in der Vergangenheit und werden vergessen. Einiges möchte ich deshalb aus meinen Erinnerungen festhalten für unsere Kinder“. Auf diese Erinnerungen greife ich in meiner Trauerrede zurück.

Heinrich Opaterny wurde am 17.5.1933 als drittes Kind von Wanda und Johann in Böckelse geboren. Über seinen Patenonkel, der auch Heinrich hieß, konnte ich in den Erinnerungen lesen: „Er hat seine Verpflichtung nie auf die leichte Schulter genommen, wobei der Verstorbene ihn mit den Worten zitiert: „Ich habe keinen Tag vergessen für Dich zu beten“ und fährt dann fort: „Wie oft mich die Gebete meines Patenonkels auf meinen eigenen Wegen vor Gefahren bewahrt haben, vermag ich nicht zu ermessen“.

Heinrichs Kindheit verlief ohne Not, wobei die zehn Jahre ältere Schwester, Emma, ihren Bruder so liebte, ich zitiere, „wie ihr eigenes Herz“. Und Oma hatte an Heinrich, ich zitiere

wieder, „einen Narren an ihrem Enkelchen gefressen. Sie war herzensgut.“ Heinrich war rundum geliebt.

Der kleine Heinrich besuchte die Schule in Böckelse, aber nachdem der dortige Lehrer seinen gelehrigen Schüler ohrfeigte, weil er im Dorf die Leute mit „Guten Tag“ und nicht mit „Heil Hitler“ grüßte, wechselte dieser die Schule und ging nach Hohnebostel, zumal in Böckelse das Lernniveau äußerst niedrig war und immer brauner wurde. Der Weg zur Schule war, als die Front näher kam, oft lebensgefährlich. Immer wieder mussten die Schüler vor Tieffliegern in Deckung gehen.

Heinrich wäre noch gern weiter zur Schule gegangen, doch Ostern 1947 kam der Ernst des Lebens. Nach dem Krieg folgte eine zweijährige Landwirtschaftslehre bei dem Bauern, bei dem der Vater in den zwanziger Jahren bereits acht Jahre gearbeitet hatte. Es folgten zwei Semester auf der Landwirtschaftsschule, die der Volksschüler unter Menschen mit mittlerer Reife und Abitur mit dem besten Zeugnis nebst Auszeichnung abschloss.

Oktober 1954 ging es nach Tiddische. Zitat: „Der Ruf nach Tiddische, den ich drei Jahre verwarf, war von Gott. Dass er mich liebte, wusste ich ganz lange, aber ich wollte meine Karten selber mischen. Nun war ich da, wo Gott mich haben wollte“. Januar 1955 besuchte Heinrich eine Evangelisation, Zitat: „Ich wollte da nie hin“ und wurde Christ. Heinrich schreibt: „Jesus wurde Sieger und mein Heiland und Herr“.

Am 4. Mai 1957 heiratete Heinrich seine Lena, die er als „wunderbares Geschenk seines Herrn“ bezeichnete. Heinrich schreibt: „Welch ein Geschenk, welch eine Gnade, wie viel Grund zum Danken“. Die Ehe wurde mit vier Kindern gesegnet.

1957 kaufte Heinrich in Calberlah ein Haus und arbeitete in der Landwirtschaft auf einem Tiddischer Hof.

Später wurde in Barwedel ein Haus gebaut, das seine Bleibe bis zum Lebensende blieb.

Da es in der Landwirtschaft kriselte, wechselte Heinrich ins Werk als Schweißer. Später erledigte er im Werk Büroarbeiten und wurde auf Grund seiner Leistungen Vorarbeiter.

Der lebendige Glaube an den Auferstandenen ist aus Heinrichs leben nicht wegzudenken. Diesen hat er in der Landeskirchlichen Gemeinschaft Tiddische gelebt, die in diesem Jahr schon durch den Heimgang von Heidi Schmidt und Erich Röhl sehr gebeutelt ist. Das Loch dort wird jetzt noch größer sein. Noch am Mittwoch war er in der Bibelstunde. Es sollte die letzte hier auf dieser Erde sein.

Es gab kaum eine Arbeit, die der überaus geschickte Verstorbene dort nicht gemacht hatte, als es um den Anbau ging. Sein Motto lautete: „Es gibt nichts, was nicht geht!“ Er hatte sehr viel Geduld, wenn sich Arbeiten als schwierig oder fast unlösbar zeigten. Es gab kaum etwas, was er im handwerklichen Bereich nicht konnte. Beim Anbau des Gemeinschaftshauses war sehr viel zu bedenken. Heinrich hatte immer alles im Griff, ob die Elektrik, beim Mauern oder Dach decken. Heinrich war immer dabei. Zeichnungen über seine Arbeit gab es nie, aber was er schaffte, hielt und wird die Nutzer immer an den Erschaffer erinnern.

Heinrich hasste Lügen und Unehrlichkeit. Ein solches Verhalten konnte er nicht abhaben, ebenso Unordnung.

Für Überraschungen war er immer zu haben: Auf einer Jungscharfreizeit überraschte er die Gruppe mit seiner Lena unterwegs in der Feldmark. Die Beiden hatten eine ganz große Kühlbox auf dem Fahrrad und jedes Kind, über 30 Kinder, bekam ein leckeres Eis. Dass Heinrich und Lena auch mal Freizeiten bekochten, sollte nicht unerwähnt bleiben. Und wenn mal bei den Aufführungen der Smartis ein Darsteller gebraucht wurde, war Heinrich sofort zur Stelle.

Am Sonntag wurde im Gottesdienst bereits erwähnt, dass . Heinrich ein Beter war. Das hab ich auch erlebt. Das Gebet war ihm sehr wichtig. Lange Jahre traf er sich einmal in der Woche morgens um sechs Uhr zum Beten bei Schwester Traudel. Es gibt kein Treffen zwischen Heinrich und mir, wo wir nicht am Ende die Hände gefaltet hatten.

Nicht nur die Kinder und Enkel, wir alle verlieren einen treuen Beter. Und was das für ein Verlust ist, habe ich selber beim Tode meines Vaters und meiner Mutter erleben müssen.

Am Montagabend unterhielt ich mich ausführlich mit den Kindern. Was ich erfuhr, war überaus beeindruckend.

„Er hat verstanden etwas Schönes zu machen. Wir konnten uns keinen besseren Vater wünschen“.

Welch ein großartiges Zeugnis. Man bescheinigte ihm soziale Kompetenz, wo er helfen konnte, war er dabei. Er war nicht nur ein Mann des Wortes, sondern auch der Tat, wobei man ihn nicht zweimal rufen musste.

Vor allen Dingen wurde den Kindern das Genießen vermittelt. Sonntags kochte meistens der Vater. Dann war das Essen mehr als eine Nahrungsaufnahme, es wurde zelebriert.

Danach gab es keinen Mittagsschlaf, sondern Toben mit Ina, Dietmar, Jörg und Heiko war angesagt.

Wir müssen heute schon lange suchen, bis wir aus dem Mund von Kinder hören: „Papa war für uns der wichtigste Mensch, er hat uns immer beigestanden und bei allen Problemen geholfen, die uns belasteten“.

Mit großen Geschenken konnten Heinrich und Lena nicht aufwarten, dafür war das Geld zu knapp. Aber es gab immer etwas Besonderes, was die meisten Kinder nicht hatten. Ina erinnerte sich an eine richtige Spielschreibmaschine, die Eisenbahn für Dietmar war nicht nur elektrisch, sie war perfekt in Technik und Gleisführung.

Heinrich schenkte nach dem Motto: Lieber weniger, aber dafür vernünftig.

„Papa“, so erfuhr ich, „war immer für uns da“. Obwohl die Freizeit durch die Arbeit in der Gemeinschaft oft beschnitten war, hörten die Kinder nie die Vertröstung: „Komm morgen wieder, ich habe jetzt keine  Zeit.“ Klare Prioritäten waren angesagt . Kein Wunder, dass die Kinder übereinstimmend bekennen: „Wir hatten eine stabile Kindheit“.

Heinrich Opaterny war wissbegierig und hat nie aufgehört zu lernen, um sich weiter zu bilden. Dass er im hohen Alter sich noch an den Computer setzte und so manchen mit seinen liebevoll selbst hergestellten Karten mit tröstenden und mutmachenden Bibelfersen erfreute, sollte nicht verschwiegen werden.

Im Leben unseres Heinrichs darf auch Margrid Tiedge nicht unerwähnt bleiben. Nicht nur in der einfachen Zeit, nein, auch in der schweren Krankheitszeit, als die unzähligen Chemos die Kräfte immer weiter zurück drängten, war Margrid eine äußerst ganz wichtige Stütze. Sie verlieren einen lieben Menschen, der Ihr Leben bereichert hat, zumal sie für ihn nach Lenas Tod der wichtigste Mensch für Heinrich war. Umgekehrt war es genau so.

Heinrich durfte im Kreis seiner Lieben heimgehen. Es hat mich ungemein beeindruckt, als ich hörte, dass Heiko am Samstag dem sterbenden Vater noch sein Lieblingskapitel, meins übrigens auch, nämlich 1. Könige 19 vorlas, welches von einer Gottesbegegnung am Berg Karmel berichtet. Der ausgebrannte Prophet Elia erlebte ein Sturm, ein Feuer und ein Erdbeben. In allem war Gott nicht anzutreffen. Aber dann kam ein kleines feines Säuseln, bevor der Herr erschien.

Beim Lesen hielt Heiko die Hand des Vaters, der dann dabei noch einmal durchatmete und dann die Augen schloss. Seine letzten Worte waren: „Es geht jetzt heim“.

Ich empfinde auch ein himmlisches Säuseln, wenn ich an den Bibelvers denke, der über der Todesanzeige steht und gleichzeitig Heinrichs Konfirmationsspruch war, auch als ein himmlisches Säuseln.

Jesaja 43, Vers 1 „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein!“

Irgendwo auf dieser Welt in einem Bergwerk. Jahrelang haben fleißige Bergleute dort gearbeitet. Nie ist etwas passiert. Doch dann geschieht das Unfassbare. Ein Grubenunglück. Bergleute werden eingeschlossen. Es beginnt eine verzweifelte Rettungsaktion, man muss gegen die Zeit arbeiten.

Man gräbt und gräbt, weil man Klopfzeichen hört. Die Retter sind auf dem richtigen Weg. Dann der Freudenruf, der sich wie ein Lauffeuer an der Unglücksstelle und in der ganzen Stadt verbreitet:

Einer ist durch! Die Rettungsmannschaften haben einen schmalen Gang gegraben. Der erste Verschüttete wird gerettet. Das Leben wurde ihm neu geschenkt. Nach und nach werden die restlichen Bergleute gerettet bis „alle durch sind.“

Einer ist durch!

Noch sind wir nicht durch. Noch sind wir eingeschlossen, eingeschlossen in unser begrenztes Leben, das ein Ende hat. Doch für Christen hat sich schon viel geändert, denn einer ist schon durch. Jesus, denn er ist auferstanden. Das macht Mut, gibt Kraft zum Ausharren. Auf einmal macht das Leben wieder Sinn, weil einer durch ist. Wenn man weiß, was Jesus durchgemacht hat, um durch zu kommen, braucht man keine Angst mehr zu haben. Fürchte Dich nicht, ich bin durch, ich will Dich auch durchziehen, weil ich Dich liebe, denn Du gehörst mir.

Einer ist durch! Dadurch können wir alles in einem anderen Licht sehen. Auch wir sind noch gefangen in manchen Ängsten und Sorgen, aber wir sind nicht mehr ohne Hoffnung. Seit Ostern haben wir Hoffnung, weil Jesus durch ist.

Heinrich ist auch durch, der Krebs kann bei ihm keinen Punkt, sondern nur einen Doppelpunkt machen. Es geht weiter.

Achten wir auf die letzten Worte von Heinrich: „Ich gehe jetzt heim“. Und dieses Wort verändert die ganze Situation. Kein Sterben, nein, ein Heimgehen.

„Ich gehe jetzt heim“. Wie oft haben wir das schon in unserem Leben gesagt. Ich gehe heim, ich gehe nach Hause: Zu Hause ist Sicherheit, da ist die Schürze meiner Mutter, unter die ich mich verkriechen kann. Zu Hause, da sind die geschickten Hände meines Vaters, die meinen Schrott wieder reparieren, wenn ich sage. „Papa, mach mal wieder heil!“ Das kann ich nur zu Hause sagen.

„Ich bin durch“, sagt uns unser lieber Heinrich. „Ich bin durch Jesus errettet worden“. Er kann es deshalb sagen, weil er dem österlichen „Ich bin durch“, also dem Ausruf Jesu am Kreuz „Es ist vollbracht“ sein Leben lang geglaubt hat. Deshalb ist für Christen alle Tage Ostern, auch wenn man das Fest nur einmal im Jahr besonders feiert.

Mein Freund und Bruder Heinrich beendete seine Erinnerungen mit den Sätzen: „In wie viel Not und Gefahr hat er über uns Flügel gebreitet? Wie viel Segnungen haben mein Leben schön und reich gemacht? Großer Gott, wir loben Dich, Herr, wir preisen Deine Stärke“.

Und deshalb darf, soll und muss ich uns allen Gottes Trost zusprechen, der heute lautet:

„Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein!“ Amen

Chor;  Spuren im Sand

Wir hören jetzt Abschiedsworte von Christina Höfig, Predigerin der Landeskirchlichen Gemeinschaft, Tiddische.

Vergiss  nicht zu danken, dem ewigen Herrn, er hat dir viel Gutes getan. Bedenke in Jesus vergibt er dir gern du darfst dich so wie du bist nahn. Barmherzig geduldig und gnädig ist er, vielmehr als ein Vater es kann. Er warf unsere Sünden ins äußerste Meer, kommt betet den Ewigen an.

In diesem Lied, das ich das letze Mal gemeinsam mit Heinrich an Friedchens Geburtstagskaffeetafel sang und das auch für euch Erinnerungen an schöne Tischgemeinschaften weckt,  steckt der Bibelvers aus Psalm 103: Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht was er dir Gutes getan hat: der dir alle deine Sünden vergibt und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit.

Es ist das was Heinrich als Kostbarkeiten in seinem Leben entdeckte und sich daran freute: Eine Seele, die trotz allem Schweren danken kann, weil sie sich von ihrem Gott getragen weiß.

Und ein Leben, das gekrönt, geadelt wird nicht durch eigene Leistung, sondern durch die Gnade und Barmherzigkeit Gottes, die wir in Jesus Christus geschenkt bekommen. Für mich leuchten diese beiden Werte in Heinrichs Leben wie Edelsteine auf. Und ich glaube Heinrich würde sich sehr darüber freuen, wenn wir sie auch als Kostbarkeiten für uns entdecken: Das Danken und die Gnade.

Dann steht am Ende die Einladung: Kommt betet den Ewigen an. Und das möchten wir so wie Heinrich, im Gebet, im Singen, im Danken  für den anderen  immer wieder tun. Gott gebe euch und uns dazu die Kraft.

Wir singen nun das Lied „So nimm den meine Hände“

Wir wollen miteinander beten.

Herr Jesus Christus, nicht erst seit Ostern wissen wir, dass Du durch bist, um uns bei Deinem Vater das passende Zuhause einzurichten. Du hast dich hinrichten lassen, um uns aufzurichten. Danke, dass Du lebst, und Dich immer noch um uns mühst. Du hast unseren Bruder Heinrich durchgebracht, Du willst auch uns ans Ziel bringen. Heiland, heile Du unsere Seelen, dass sie auf dem nicht einfachen Weg durch das Leben keinen Schaden erleiden, und dass wir eines Tages da ankommen, wo Heinrich jetzt schon ist. Lass uns immer wieder neu auf Deine Gnade und nicht auf unser Versagen schauen. Danke für alles, was Du an Deinem Kind Heinrich getan hast, danke, dass er seine Erfahrungen mit Dir an uns weitergegeben hat. Amen.

Im Auftrag der Trauerfamilie lade ich sie nach der Beerdigung zur Kaffeetafel in das Gasthaus Heidekrug ein.

Heinrich Opaterny,
Du kamst, du gingst mit leiser Spur,
ein flüchtger Gast im Erdenland;
woher? Wohin? Wir wissen nur;
aus Gottes Hand in Gottes Hand.

Der Herr segne Deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in alle Ewigkeit. Amen.

Wir wollen nun den Heimgegangenen zu seiner letzten Ruhestätte begleiten. Der Friede Gottes begleite uns dabei.Am Grab:

Wir müssen heute Abschied nehmen von Heinrich Opaterny und bedenken, was uns mit ihm verbindet.

Wer ihn lieb gehabt und geachtet hat, der trage diese Liebe und Achtung weiter.
Wen er lieb gehabt hat, der danke ihm alle Liebe.
Wer ihm etwas schuldig geblieben ist an solcher Liebe, in Worten und Taten, der bitte Gott um Vergebung.
Und wem er wehgetan haben sollte, der vergebe ihm, wie Gott uns vergibt, wenn wir ihn darum bitten.
So nehmen wir Abschied mit Dank für alles Gewesene und im Frieden.

Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.

Gelobt sei Gott, der Vater unsers Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.

Nachdem es dem allmächtigen Gott gefallen hat Heinrich Opaterny aus diesem Leben in die Ewigkeit abzurufen, befehlen wir Dir den Verstorbenen der Gnade Gottes an und legen seinen Leib in Gottes Acker.

Erde zur Erde, Asche zur Asche, Staub zum Staube, in der Hoffnung der Auferstehung zum ewigen Leben durch unsern Herrn Jesus Christus.

Von Erde bist du genommen. Zu Erde sollst du wieder werden. Jesus Christus wird dich auferwecken am Jüngsten Tage. Er sei dir gnädig im Gericht und helfe dir aus zu seinem ewigen Reich.

Jesus Christus spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben.

Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. Es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Armseligkeit und wird auferstehen in Kraft. Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib.

Lasst uns beten:

Herr Jesus Christus, hart trifft uns der Tod von Heinrich Opaterny. Schweren Herzens geben wir ihn her. Bleibe du bei uns, wenn es in uns dunkel wird vor Trauer.

Bleibe du bei uns, wenn Erinnerungen in uns wach werden und wir uns allein fühlen. Bleibe du bei uns.

Und alles, was wir sonst noch auf dem Herzen haben, was uns quält und bedrückt, wollen wir in dem Gebet zusammenfassen, welches Du uns gelehrt hast.

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen

Ob durch Leben, ob durch Tod getrennt,
alles, was nach Jesus Christ sich nennt,
trifft sich einst beim Herrn im Himmelssaal.
Christen seh’n sich nie zum letzten Mal…

Es segne uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen


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Responses

  1. Habe ihn, den Heinrich Opaterny nicht gekannt, aber wie es aus der Rede heraus zu hören/lesen ist, war er ein williger Diener des HERRn.

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    • Ein ganz ganz lieber Bruder, der mir immer in den Mantel geholfen hatte. Das imponiert ungemein.

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      • Doch….ja! Solches ist heutzutage nicht mehr so oft zu finden.

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