Verfasst von: Hao | 17. Januar 2010

Eine Liebeserklärung an Hao

Sonntag, 17.1.2010

Ich will Wasser gießen auf das Durstige und Ströme auf das Dürre: ich will meinen Geist auf deine Kinder gießen und meinen Segen auf deine Nachkommen. Jesaja 44,3

Gott hat den Geist seines Sohnes gesandt in unsre Herzen, der da ruft: Abba, lieber Vater! Galater 4,6

„Ich glaube, dass ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesus Christus, meinen Herrn, glauben oder zu ihm kommen kann; sondern der Heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiligt und erhalten; gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden beruft, sammelt, erleuchtet, heiligt und bei Jesus Christus erhält im rechten, einigen Glauben; in welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünden reichlich vergibt und am Jüngsten Tag mich und alle Toten auferwecken wird und mir samt allen Gläubigen in Christus ein ewiges Leben geben wird. Das ist gewisslich wahr.” (Martin Luther)So etwas ist mir auch noch nicht passiert. Kann man sich wirklich in meinem Alter noch verlieben? Noch vor 24 Stunden hätte ich „Nein“ gesagt. Kann ein 61jähriger Oldi noch mit einem Liebesbrief rechnen? Nie, aber meine Erfahrung sagt mir schon wieder: Sage „nie“ nie!

Gestern schon schwänzelte schon eine bestimmte Person, die mich schon lange auf diesem Gebiet „auf dem Kieker hat“, in der Gemeinde um mich herum. Sie hatte ein halbes Herz in der Hand und winkte mir. Na, da denke ich mir doch nichts dabei, schließlich bin ich doch schon 61. Doch was passiert heute?

„Gut, dass wir einander haben“. War wohl eine Aufforderung. Ich singe im Gottesdienst wie üblich laut mit, muss aber immer wieder auf meinem Hintern hin und her rutschen. Nein, ich bin nicht aufgeregt, ich habe auch kein schlechtes Gewissen. Geschlafen habe ich auch gut. Mir ist heute zum Rutschen, obwohl ich eine tolle Predigt höre. Doch beim Aufstehen zum Segen trifft mich der Schlag. Ich habe die ganze Zeit auf jenem in der Mitte gefalteten großen Papierherz gesessen. Und nun? Ich schlage es auf und lese:

Ja, eine Liebeserklärung. Und nun fange ich an zu recherchieren. Zugegeben, eine solche Liebeserklärung, und dann noch so einfach unter meinen Hintern geschoben? Dabei merke ich von alle dem rein gar nichts… Das hat schon was!

Ich beobachte die Person, die mir zu gezwinkert und mich angelacht hat.  Alles Quatsch, ich gehe meines Weges.

Dann werde ich von hinten umarmt. WOW, das tut gut. Und wen sehe ich? Na, wen wohl? Es ist mein lieber Grinseprinz. Der mich wie ein Profi fest drückt. Ich schlucke: „Moment, Norbert, ich muss mir noch einmal das Herz ansehen“. Ich ziehe es aus meiner Tasche und staune nicht schlecht, als ich lese:

Hatte doch tatsächlich den Namen überlesen. Wie konnte ich denn auch nur? Ich heiße zwar noch nicht David, Bibelkenner wissen bekanntlich was er über seine Beziehung zu seinem Freund Jonatan gesagt hat, aber ich muss doch sehr schmunzeln, denn ich entdecke deutlich den Namen: „Norbert“. So schnell kann es kommen. Werde mir wohl am Montag eine neue Brille aufsetzen oder mal meine Digitalkamera überprüfen. Vielleicht ist aber auch Norbert der Schnee zu Kopf gestiegen, weil er zu oft den großen Gemeindeparkplatz in liebevoller Arbeit gesäubert hat.

Was mache ich nach einem solchen Geschehen? Bereits um 13.30 Uhr bin ich mit einer Wärmflasche im Bett, Nein, ich träume nicht von Norbert oder einer wie auch immer geartete Norbertine, sondern überlege mir, wie ich diese Geschichte hier aufarbeiten kann.

Offensichtlich brauche ich lange zum Überlegen, denn diese Phase dauert bis 19.30 Uhr. Dann hat mich die Wirklichkeit wieder und ich fange an zu schreiben, denn nun bin ich hellwach. Norbert lässt grüßen, auch wenn er heute für eine Woche mit seinem Sohn nach Spanien geflogen ist. Hoffentlich geht mir da der Kerl nicht fremd.

Und wer es immer noch nicht verstanden hat: Hier noch einmal mit Musik. Das erste Stück von Bach, was ich mit neun Jahren gehört habe.


Responses

  1. Oh man, Hao, so sehr liebt dich Gott.
    Ich freu mich mit.
    Wäre die Welt doch bloss voll von solch Grinseprinzen, hm?
    „Herr, mach mich auch zu einer Grinseprinzessin, ich will auch….!“
    Ja, Gott ist so gut und einfallsreich. Was wäre wir
    ohne IHN?
    Gby, Hao

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    • Kannst es ihm nachmachen… Aber bitte nur in einer Gemeinde und dann nur bei einer Schwester. Komisch, eine Umarmung sagt eben manchmal viel mehr als 100 „salbungsvolle“ Predigten…..

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  2. Musstest da wieder einen rechten Haken verteilen???Ich dachte, heute ist was mit „Liebe“ dran? (siehe neusten Blogartikel)
    Gby, Hao

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    • Wer richtig liest , ist immer im Vorteil. Ich habe nichts, gar nichts gegen Umarmungen auch außerhalb der Gemeinde. Bei Männern halte ich mich aber außerhalb der Gemeinde sehr zurück. Norbert strahlt immer, keiner wird ihn ausknipsen können. Er wird aber nicht außerhalb der Gemeinde wahrlos Kerle umarmen, Du hoffentlich auch nicht.

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  3. …und wieso darf man sonst nicht mit einem Grinseface auch sonstwo rumlaufen???
    Macht Norbert „das Licht aus“(sozusagen Miesepeterface) wenn er aus der Gemeinde geht????
    Gby, Hao

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    • Hab ich das geschrieben, dass man das nicht darf?????? Ich kann mich zumindest nicht daran erinnern. Oder habe ich da was überlesen?

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  4. Tja, unser „Grinseprinz“ Norbert. Ich weiß noch, ich kam neu in die Gemeinde und er begrüßte mich jeden Sonntag mit seinem Lachen und einer riesigen Umarmung.
    Da fühlte ich mich sofort angenommen. Heute ist die Gemeinde mein geistliche Zuhause.
    Das Lachen und die Umarmung ist zum Glück geblieben. Danke, Norbert!

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    • Ihnen zur Freud, mir zum Leid. Was war ich eifersüchtig, als Sie immer die Streicheleinheiten kassierten und ich trocken daneben stand. Aber der gute Mann hat sich ja eines Besseren besonnen und somit die Kuh vom Eis geholt, die er unwissendlich darauf geschickt hat.

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  5. Wie schön, wenn sich Herzlichkeit „verleiblicht“.

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    • Mal ehrlich, Nenne: Kommt der Satz von Dir oder vom Papa? Der ist echt gut. War mir unbekannt. Aber nicht das Du denkst, ich würde Dir einen solchen nicht zutrauen. Er ist so schön griffig.

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  6. Der Satz stammt von mir!

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