Verfasst von: Hao | 7. Januar 2010

Du und Dein Kugelschreiber


Donnerstag, 7. Januar 2010

Gott tut große Dinge, die wir nicht begreifen. Hiob 37,5

Der Glaube ist eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. Hebräer 11,1

Ein Kugelschreiber besteht aus vielen unterschiedlichen Teilen. Alle zusammen bilden ein nützliches Ganzes. Winzig, aber wichtig ist die kleine Kugel in der Mine, nach der der Schreiber benannt ist. Die Kugel ist klein, aber ohne sie läuft nichts. – Auch der Mensch lebt in einem großen Zusammenhang. Im Blick auf den Kosmos ist der Mensch winzig, aber für die Gestaltung des Lebens wichtig. Wie die kleine Kugel lebt der Mensch sorgsam eingefasst und in die größeren Zusammenhänge des Lebens sinnvoll eingebunden.

Eines Tages möchte die kleine Kugel vielleicht ihre Freiheit. Sie will nicht immer in der Mine rollen, von höherer Hand geführt, einen Sinn erfüllen. Sie will raus und frei sein. Bricht man die Mine auf, wird das Ganze zerstört. Die Kugel erhält ihre Freiheit. Sie rollt auf die Erde, verschwindet in einer Fußbodenritze, wird zertreten oder landet irgendwo tief im Dreck. Sie ist zwar frei, aber sinnlos. Sie wird nicht mehr geführt, aber sie ist verschwunden. Sie hat die Fassung verloren, den Halt, den Sinn, den Zusammenhang. Sie ist frei, aber allein und wertlos. – In der Mine eingefasst, in das Ganze eingebunden, von sorgsamer Hand geführt, ist die Kugel wirklich frei.

Sie kann sich nach allen Richtungen drehen und wenden. Ihr kleines Kugelleben ist wunderbar geborgen und sinnvoll. Indem sie rollt, bringt sie die Farbe der Mine auf das Papier. Gott möchte mit unserem Leben seine Geschichte schreiben. Wir sollen, indem unser Leben von seiner Hand geführt wird, seine Liebe zu den Menschen bringen. Gott will seine Liebesbriefe, Trostbriefe, Mahnbriefe an Menschen schreiben und möchte unser Leben dazu benutzen. Unser Leben geht rund für Gott und seine Absichten. In der Hand Gottes werden wir nicht eingeengt, sondern bewahrt und festgehalten, dazu noch gebraucht und sinnvoll eingesetzt.

Wollen wir als winzige Menschen in irgendeiner Ritze der Weltgeschichte verschwinden, sinnlos von irgendeiner Macht zertreten werden? Oder soll unser Leben in die Liebe Jesu eingefasst, von Gottes Hand geführt rund gehen und abrollen, geborgen und bewahrt, gebraucht und sinnvoll sein? Mein Leben geht rund für Jesus. Das ist meine Freiheit, Zuversicht und Geborgenheit zugleich.

Heute Morgen erlebe ich wieder einmal eine Dröppelmina, als ich den Wasserhahn aufdrehe. Aufgrund der Kälte geht wieder einmal nichts mehr. Schwester Traudel und Jutta machen mich darauf aufmerksam, dass die schwächste Stelle im Wasserkreislauf die Wasseruhr ist, die ich auftauen soll. Gesagt, getan. Und das Wunder geschieht. In 20 Minuten höre ich ein Geräusch aus dem Badezimmer. Es ist mir vertraut. Bingo: Das Wasser läuft schon wieder, als wenn nichts geschehen sei. Ich umwickele noch die Rohre und hoffe, dass ich jetzt Ruhe vor dem nächsten Einfrieren habe.

Ich habe mich entschlossen, es ist mir auch nicht schwer gefallen, obwohl es meine Zeit in dieser Woche deutlich einschränkt. Ich lasse meine schon fertige Predigt über die Bekehrung des Saulus erst einmal fallen, nachdem ich in dieser Woche zu zwei Beerdigungen und dann am Sonntag noch in Tiddische predigen muss. Ich kann am Sonntag nicht einfach zum „Tagesgeschäft“ übergehen und so predigen, als wenn nichts geschehen sei. So setze ich mich heute vor meinen Computer und schreibe eine total andere Predigt, die auch einen anderen Bibeltext zugrunde liegen hat. Zeitlich gesehen ein Unding, muss ich doch am Samstag nach der Beerdigung auch noch im Altenheim predigen, aber was sein muss, muss einfach sein, das sind mir die Lieben in Tiddische schuldig. Ich komme schnell voran, um 15 Uhr ist die Predigt fertig. Auf die Wirkung bin ich gespannt. Ich werde sie am Sonntag nach dem Gottesdienst hier frei schalten.

Obwohl ich mich auch ganz gern ins Bett gelegt hätte, besuche ich das Gemeindeseminar mit dem Thema „Stille“. Ich habe es nicht bereut, komme ich nicht nur wieder unter Menschen, sondern lerne auch, wie unterschiedlich die Menschen die Stille empfinden und mit ihr umgehen.

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Responses

  1. Wie kalt ist es denn bei Euch?

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    • Kann ich Dir schlecht sagen, ich hab noch kein Thermometer im Bett. Aber ich gieße immer kochendes Wasser in meine Wärmflasche. Am Morgen ist sie aber dann kühl.

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  2. Tüpisch Hao……….

    Du solltest in Deiner Wohnung mal ein Thermometer aufhängen, damit Du weißt, wann Du die Heizung einschalten musst. Es wäre schon deshalb sinnvoll, damit Dir das Wasser nicht ständig einfriert. wenn jetzt die Kältewelle kommt, könnten aber auch deine Türen zu frieren, dann kannste das Haus nicht mehr verlassen.
    hahahahahahaha………

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  3. Die Ausführungen über den Kugelschreiber (oben) gefallen mir gut. Es bestätigt sich Römer 11.36: Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge; ihm sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

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