Verfasst von: Hao | 20. Dezember 2009

Don’t worry! Be happy!“


Sonntag, 20. Dezember 2009

Er wird gnädig sein den Geringen, und den Armen wird er helfen. Psalm 72,13

Hat nicht Gott erwählt die Armen in der Welt, die im Glauben reich sind und Erben des Reichs, das er verheißen hat denen, die ihn lieb haben? Jakobus 2,5

Vom Perserkönig Cyrus wird erzählt, dass seine Soldaten auf einem Eroberungszug einen Fürsten mit Frau und Kindern gefangen nahmen. Als man sie Cyrus zuführte, fragte dieser den Fürsten: „Was gibst du mir, wenn ich dir deine Freiheit zurückgebe?” „Die Hälfte meines Reiches”, war die Antwort. „Und wenn ich auch deine Kinder freilasse?” „Mein ganzes Reich.” „Aber was gibst du für deiner Gattin Freiheit?” „Mich selbst!”

Cyrus gefiel diese Antwort so sehr, dass er die ganze Familie ohne Lösegeld freigab. Auf der Heimreise fragte der Fürst seine Frau, ob sie beobachtet habe, was für ein edler, schöner Mann Cyrus sei. Darauf erwiderte sie: „Ich sah nur den, der bereit war, sich selbst als Lösegeld für meine Freiheit zu geben.”

Könnten nicht alle Gotteskinder ebenso lernen, nur Augen für Jesus zu haben, der nicht nur willig war, sich für uns zu opfern, sondern es auch tat?

Den heutigen 4. Advent werde ich so schnell nicht vergessen. Heute ist der Tag der Pleiten, des Pechs aber auch des Erfolgs.

Ab 0 Grad hat das Wasser die Gewohnheit Eis zu werden. Ab 17 Grad friert jedenfalls bei mir das Leitungswa
sser ein. Ich merke davon nichts, weil ich mich mit meiner warmen Wärmflasche aufs Engste zusammen getan habe. Doch das Erschrecken erfolgt nach dem Aufstehen. Als ich gegen acht Uhr den Wasserhahn aufdrehe, röchelt er nur kurz auf und verschied. Peinlich, besonders dann, wenn man in zwei Stunden auf der Kanzel stehen muss mit fettigem Haar und ungewaschen. Da es sich um eine umarmungsfreudige Gemeinde handelt… den Rest des Satzes könnt ihr euch denken. Katzenwäsche mit Sprudelwasser ist angesagt. Es hilft nichts, ich muss da durch. Und heute soll ich über die Freude predigen!

Kurz vor dem Verlassen meines Kobels öffne ich noch einmal den Wasserhahn. Hätte ich besser nicht machen sollen. Vor 20 Minuten nur geröchelt, spuckt er mir nun mit deutlichem Nachdruck seinen rostigen Inhalt auf meinen Anzug und mein weißes Hemd. Raus aus den „verrosteten Klamotten“, rein in neue. Und ich soll heute über die Freude predigen?

Ich hole Bodo ab. Hatte es ihm versprochen. Er ist natürlich noch nicht fertig, so dass ich ihn antreiben muss. 600 Meter vor dem Gemeindehaus fährt mein Wagen merklich langsamer. Ich kann ihn noch mit letzter Kraft in eine Parkbucht rollen lassen. Und ich soll heute über die Freude predigen? Der Rest muss in der klirrenden Kälte nur mit einem Anzug bekleidet zu Fuß zurückgelegt werden. Und ich soll heute über Freude predigen?
Pünktlich,  aber außer Puste, treffe ich am Zielort ein. Keine Zeit mehr für organisatorische Fragen: Flexibilität ist angesagt. Dennoch sind alle Anwesenden zufrieden, es wird viel gelacht, ein fröhlicher Gottesdienst, bei diesem Thema auch kein Wunder: Don’t worry! Be happy!“ Aus technischen Gründen kann ich die Predigt hier nicht veröffentlichen. Wer sie hören will, kann von mir eine MP3 bekommen. Empfänger meiner Adventsmail erhalten diese automatisch. Und ich habe heute über Freude gepredigt!

Nach dem Gottesdienst besorge ich mir einen Trichter. Schwester Jutta bringt mich zu dem abgestellten Auto. Nachdem ich den Reservekanister eingefüllt habe, startete ich zweimal durch das Maschinchen summte wie eh und je. Hatte es mir schwieriger vorgestellt, denn bei einem Diesel ist der Kraftstoffverlauf anders als bei einem Benziner.

Offensichtlich war der Gemeindeleiter von meiner Predigt so angetan, dass er mich spontan zum Mittagessen einlädt. Kommt mir gerade recht.

Um 15 Uhr bin ich in Braunschweig zum Kaffeetrinken eingeladen, aber die nächste „Panne“ wartet schon auf mich. Im Eifer des Gefechtes mache ich die Haustüre zu und vergesse die Haus – und Autoschlüssel mitzunehmen. Diese Panne erweißt sich aber nach wenigen Minuten, als ein Glücksfall. Ich hole mir bei meiner Nachbarin den dort hinterlegten Ersatzschlüssel und staune nicht schlecht, als sie mir ein Schlüsselbund mit drei Schlüsseln überreicht. Autoschlüssel – Hausschlüssel, aber wer ist denn der dritte (Schlüssel) im Bunde? Er ist sehr klein. Weil ich einen angenehmen Verdacht habe, gehe ich sofort in die Hühnerschreckgarage, sprich Wintergarten. Ich kann es nicht glauben: Der dritte Schlüssel gehört tatsächlich zu dem Hühnerschreck, der mir im vergangenen Jahr im abgeschlossenen Zustand vor meiner Haustüre gestohlen wurde. Wie oft wollte ich schon in diesem Jahr das Schloss durchflexen? Doch eine innere Stimme sagte mir immer wieder: „Hao, ein solcher Schludrian kannst Du gar nicht sein. Warte mal ab, denn irgendwann wirst du den Schlüssel wiederfinden . Und wenn du dann das gute Schloss durchtrennt hast, ärgerst du dich schwarz.“ Die Rechnung ist voll aufgegangen. Nach so vielen Pleiten an diesem Tage ein wirklich glückliches Geschehen.
Trotz heftigen Schneefalls setze ich mich nach dem Mittagessen in meinen Wagen um nach Braunschweig zu fahren. Über ein Jahr hatte ich Lydia nicht mehr gesehen. Natürlich haben wir uns bei Tee und leckerem Gebäck viel zu erzählen.

Als ich gegen 19 Uhr ohne Unfall wieder in meinem Kobel eintreffe, bin ich sehr dankbar darüber, dass dieser Tag ohne größere Blessuren abgelaufen ist. Trotz den morgendlichen Pannen war es ein sehr schöner Tag, den ich ohne weiteres noch einmal so verleben würde, allerdings nur mit einer kleinen Zäsur: Ich würde mich bei der Betätigung des Wasserhahns mit dem Wissen, dass die zugefrorene Leitung wieder aufgetaut ist, in Zukunft etwas vorsichtiger verhalten und mehr Abstand zum Waschbecken nehmen.

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Responses

  1. Lieber Hans-Otto, wir wünschen dir heute einen Tag mit weniger Pannen. Läuft das Wasser wieder oder möchtest du zu uns zum Duschen kommen? Herzlichen Dank für die gute Predigt. Den Begriff „Gelindigkeit“ haben wir gestern noch oft verwendet.
    Einen gesegneten Tag wünschen Norbert und Annelene

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    • Danke für das Angebot, aber ich hatte doch schon gesagt, dass das Wasser durch einen lauten Knall und dem Verspritzen von Rostwasser wieder flüssig ist.

      Du bist zwar im Umarmen für mich Weltmeister, aber im Zitieren hapert es noch etwas… hihihi Ich habe nicht von der Gelindigkeit, sondern „nur“ von der Lindigkeit gesprochen.

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  2. God Jul och Gott nytt år,
    till kära Hao
    önkar av hela hjärta
    Monki!

    „riktig Jul blir de först om Jesus Kristus har hittat vår,
    din ock min hjärtat !“

    Lågorna är måånga, ljuset är ett, ljuset Jesus Kristus, lågorna är många, ljuset är ett, vi är ett i honom!
    evang. Gesangbuch 268

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    • Amen, und immer schön die Krezen ausmachen, denn ein Feuer ist immer sehr teuer….. hihhihi

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  3. Lieber Bruder,
    auch wenn noch so viele Pannen die Freude blockieren wollen, wir dürfen auf Jesus schauen.
    Die Wasserwogen im Meer sind groß und brausen mächtig;
    der HERR aber ist noch größer in der Höhe.
    Ps 93,4
    Heinrich

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