Verfasst von: Hao | 11. Dezember 2009

Schlusspunkt


Freitag, 11. Dezember 2009

Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid. Jesaja 66,10

Der Seher Johannes schreibt: Der Engel zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem herniederkommen aus dem Himmel von Gott, die hatte die Herrlichkeit Gottes. Offenbarung 21,10-11

„Nun mach aber einen Punkt!” heißt: „Jetzt ist Schluss!” Der Punkt am Ende eines Satzes markiert den Abschluss. Alles ist gesagt – manchmal ohne Punkt und Komma -, aber mit dem Punkt ist Schluss. Punkt, Schluss und Streusand darüber!” Diese Wendung erinnert an die Zeit, in der ein Brief mit Tinte geschrieben, mit dem Punkt beendet und mit Streusand abgelöscht wurde. Damit war der Schreibvorgang beendet und alles mitgeteilt. Konzentriere Dich auf den schwarzen Punkt. Nach einer Weile verschwindet der graue Schleier.

Zum Glück gibt es nicht nur in Briefen und Reden den Schlusspunkt, sondern auch im Leben. Viele Dinge haben ihre Zeit, und dann ist Schluss: Schule und Ausbildung, Jugend und Verlobung, Schwangerschaft und Examensdruck, Arbeitszeit und Krankheitsnot. Immer wieder gibt es Schlusspunkte, die einen Abschnitt beenden und einen neuen eröffnen.

Schlusspunkte sind Grenzpunkte, bisweilen machen sie traurig, meistens aber erwartungsfroh und hoffnungsvoll. Darum müssen wir selber immer wieder Schlusspunkte finden nach ausgedienten Möglichkeiten, abgelaufenen Phasen, überholten Ansichten, aber auch nach bekanntem Unrecht und ausgesprochener Schuld. Jeder Abend hat seinen Schlusspunkt. Und wer seinen Tag mit Gott abschließt, freut sich auf einen neuen Tag, eine neue Zeit, eine neue Zukunft. Selbst im Sterben noch, wenn Schluss ist mit Leid und Schmerz, Alter und Gebrechen, fängt Gott mit uns ein neues Leben an, dann sind alle Grenzen zwischen Gott und den Menschen abgebaut. Freie Fahrt! Gottes Punkt ist der Moment, an dem wir in das neue Jerusalem eingeladen werden. Dann ist Schluss mit Krankheit und Leid für immer und alle Zeit.

Heute muss ich einen Wohngeldantrag ausfüllen. Gar nicht so einfach. Was die Behörde alles so wissen will. Dann bin ich mal gespannt, ob ich für die Antragstellerin etwas erreichen kann.

Am Nachmittag sitzt Heinrich auf meinem Sofa. Wir haben viel Zeit und reden entsprechend lange und äußerst intensiv. Natürlich sprechen wir auch über unsere Krankheit. Das Verhältnis ist ungetrübt, was sollte uns auch stören? Nein, wir haben keine Probleme, er lernt von mir und ich von ihm. Heute hat mich mein Weißkittel gefragt, was ich mir zu Weihnachten wünsche. Mir fällt nichts ein. Eine Stunde später kenne ich meinen Wunsch: Gäbe es doch nur mehr Heinrichs in meinem Leben und in meiner Welt.

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Responses

  1. Heinrichs gibt viele, aber Haos sind selten. Ich darf einen als Freund und Bruder im Herrn haben.
    Danke, dass es Dich gibt!
    Heinrich

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    • Hahaha, mein lieber Bruder, das ist wohl die einzige Stelle im Leben, an der ich eine unterschiedliche Meinung habe und an der wir wohl nicht zusammen kommen können. hihihi Trotzdem herzlichen Dank auch für den gestrigen Abend. Die Karte habe ich einem lieben Bruder geschenkt, dem ich auch mal was Gutes tun wollte.

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