Verfasst von: Hao | 14. September 2009

Er ist wieder da…


Montag, 14. September 2009

Die er aus den Ländern zusammengebracht hat von Osten und Westen, von Norden und Süden: Die sollen dem HERRN danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut. Psalm 107,3.8

Euch, die ihr einst fremd und feindlich gesinnt wart in bösen Werken, hat Christus nun versöhnt durch den Tod seines sterblichen Leibes. Kolosser 1,21-22

Im Schwabenland gibt es in einer kleinen Dorfkirche ein eindrückliches Deckengemälde aus der Zeit des Barock. Der Maler hat Jesus am Kreuz dargestellt. Davor steht der Teufel mit einem Brief in der Hand. Auf dem Schuldbrief stehen die Sünden der Menschen, die der Teufel Jesus vorhält.

Wie viele Sünden verklagen die MensDas Endechen! Sie alle gehören dem Teufel und seinem Verderben. Aber da ist noch ein Engel. Er hat einen Schwamm in der Hand. Mit diesem Schwamm fängt er das Blut und Wasser, das aus der Seitenwunde Jesu tropft, auf. Mit dem Schwamm löscht er die Sünden der Menschen im Schuldbrief aus. Das ist die gute Nachricht dieses Bildes: Jesu Leiden und Sterben, sein kostbares Blut sühnen unsere Schuld und löschen unsere Sünden aus. Sie können uns nicht mehr vor Gott verklagen. Wir sind in Jesu Liebe versöhnt und frei.

Irgend etwas Unkontrolliertes läuft in meinem Körper ab. Früher konnte ich wie ein Weltmeister schlafen, aber in den letzten Tagen wache ich schon immer sehr früh auf, versuche wieder einzuschlafen, aber es will nicht klappen. So sitze ich heute schon um 6.30 Uhr gestriegelt und gebügelt an meinem Schreibtisch. Und das als Rentner. Ist das keine Schande?

Am Morgen dann ein Anruf, der mich anfänglich schockt: „Guten Tag, hier ist Er ist wieder dadie Kriminalpolizei“. Ich bekomme einen Schreck, aber es kommt umgehend die Entwarnung: „Keine Angst, sie haben nichts aufgefressen“. Und dann erfahre ich, dass mein Hühnerschreck wieder aufgetaucht ist. „Er steht nur rund 700 Meter Luftlinie von ihrer Wohnung entfernt und wartet auf ihre Abholung“. Ich kann es noch gar nicht glauben, fange an zu stottern, weiß gar nicht, was ich sagen soll. 30 Minuten später schaue ich mir mein Schätzchen an und schüttele nur noch mit dem Kopf. Ich entdecke keinen sichtbaren Schaden, selbst das Speichenschloss ist nicht geknackt. Keine Schrammen, keine Beulen. Es fehlt ausschließlich die Trinkflasche. Selbst der Tank ist noch voll. Zur Erinnerung: Er war im Februar vor der Haustüre gestohlen worden.

Nun habe ich mich wieder etwas beruhigt und denke darüber nach.

Mein Weißkittel gibt mir einen anfänglich für mich „bescheuerten“ Hinweis, den ich gar nicht ernst nehme. Ihr Sohn ist vor einigen Jahren mit Freunden nach Berlin gefahren. Am Abend war das Auto verschwunden. Nach einer Anzeige bei der Polizei fuhren die jungen Leute mit der Bahn wieder nach Gifhorn zurück.

Nach einiger Zeit meldete sich die Berliner Polizei, verlorendass der Wagen wieder aufgetaucht war. Kein Schaden, keine Aufbruchspuren. Die Lösung ließ dann auch nicht lange auf sich warten. Die Jugendlichen hatten einen Parkplatz vertauscht und waren der Meinung, dass der Wagen gestohlen worden wäre.

Was die Geschichte mit meinem Hühnerschreck zu tun hat? Wer trägt ein schweres und abgeschlossenes Fahrrad mit Hilfsmotor mit mindestens zwei Personen rund 700 Meter weit und stellt es einfach ab ohne es zumindest auszuschlachten? Sollte ich vielleicht mit dem Fahrrad gefahren sein und es vergessen haben? Dagegen spricht, dass ich als nicht gerade fleißiger Fußgänger mir nicht vorstellen kann, zu Fuß nach Hause gegangen zu sein. Vielleicht hat mich aber auch einer mitgenommen?

Ich komme nicht weiter, finde keine Antwort, bin aber doch etwas verwundert, vielleicht auch erschrocken, dass der Hühnerschreck wieder aufgetaucht ist. Das Rätsel wird bleiben, denn ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich mit meinem Hühnerschreck einmal in diese Richtung gefahren wäre. Aber es spricht alles gegen mich.
Ich kann nur sagen: „Gott sei dank, wem denn sonst?“

Trabbel an der Sklerosefront? Ich weiß es nicht. Schließlich heiße ich nicht Gudrun, die auf diese Art und Weise wohl ihren Rollstuhl nie „verparken“ kann.

Mein Huehnerschreck auf dem Brocken

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Responses

  1. Ach lieber Herr Hebbinghaus,

    wenn junge Leute wie mein Sohn und seine Freunde schon so schusselig sind und ihr Auto „verlieren“, dann sollten Sie sich nicht so viele Gedanken über Ihre Sklerosefront machen.
    Bei einem Herrn, der schon etwas in die Jahre gekommen ist, kann es schon mal vorkommen, dass er den Überblick über seine Hühnerschrecks verliert.
    Tut mir leid, ich musste bei der Geschichte aber trotzdem herzhaft lachen.
    Schön das alle Ihre Hilfsmotorfahrräder wieder beisammen sind.

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    • Werte Schwester Jutta,

      ich weiß, dass Sie mir in vielen Dingen ein großes Vorbild sind. Echt! Doch bei meiner Recherge ist mir wieder einmal eingefallen, dass Sie auch nicht ganz ohne sind. Wie war es denn, als ihr Waschmittel in ihrem Kühlschrank verschwandt? Erzählen Sie doch mal der Bloggemeinde diese Niederlage an Ihrer Sklerosefront. Ich sollte mir vielleicht in der Zukunft meine Vorbilder etwas besser aussuchen. Aber vielleicht hatten Sie auch Quark mit Waschpulver verwechselt. Die Farben sind ja schließlich identisch.

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  2. Ich würde das Nachdenken lassen und mich einfach freuen.
    Liebe Grüße

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  3. Nachdem eine ehemalige Kollegin von mir eines abends statt des kleinen Radios ihren Toaster mit ans Bett genommen hat, um mit Musik einzuschlafen, bin ich etwas gelassener geworden. Es hat mich getröstet, dass es anderen ähnlich wie mir geht. Nur fällt mir gerade kein Beispiel von mir ein (Sklerose?).
    Schwester Jutta, Sie sind mit mir in bester Gesellschaft.

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    • Da bin ich aber beruhigt!!!!!!!!!

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  4. „Irgend etwas Unkontrolliertes läuft in meinem Körper ab. Früher konnte ich wie ein Weltmeister schlafen, aber in den letzten Tagen wache ich schon immer sehr früh auf, versuche wieder einzuschlafen, aber es will nicht klappen. So sitze ich heute schon um 6.30 Uhr gestriegelt und gebügelt an meinem Schreibtisch.“
    Ach Hao, das wär absolut nicht „meine“ Stunde…(lach). Und schön, dass Dein Hühnerschreck wieder da ist :-)
    Einen lieben Gruß von Gaby.

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  5. Ich war 22, als ich in Straßburg verzweifelt mein Auto suchte – es stand da, wo ich es am vorherigen Wochenende abgestellt hatte, aber ich suchte an der Stelle, wo ich es zwei Wochen vorher gelassen hatte.

    Und die Dame aus der Nähe von Dijon wird mich nicht strafen, wenn ich ihre Geschichte erzähle: sie hat ihr Auto als gestohlen gemeldet und sich auf die Suche nach einem neuen Gefährt gemacht, als, vier Wochen später, sie auf einmal auf ihr Auto stößt, in einer stillen Seitenstraße in Dijon. Kein Schaden, nichts… sie hatte schlicht vergessen, wo der Wagen stand. Und riesiges Glück gehabt: Parken über 7 Tage ist in Frankreich verboten, da wird normalerweise für teures Geld ein Strafzettel ausgeschrieben und abgeschleppt…

    Gruß von einem anderen „frühen Vogel“!

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    • Langsam, Wolfram, langsam. Ich werde heute mit der Person telefonieren, die meinen Hühnerschreck der Polizei gemeldet hat. Ich kann die Kiste nicht vor zwei Monaten nach dort gefahren haben, ist mir eingefallen, denn meine Anzeige war bereits von Februar. War das Fahrrad etwas in der Zwischenzeit unsichtbar geworden? Ich werde es noch rausbekommen!

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  6. Viel Glück bei der Spurensuche.

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  7. Die Zuleser sind gespannt!

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  8. Herrlicher Ausdruck „Zuleser“. Danke Wolfram!

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    • In der Tat, den kannte ich auch noch nicht. Weiß auch gar nicht so recht, wie ich diesen Begriff füllen soll-

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  9. Bei uns in Ostfriesland kommt es vor, daß Fahrräder gestohlen werden und scheinbar unauffindbar sind. Wenn die Besitzer sich längst ein neues gekauft haben, findet sich das Fahrrad am Anleger der Inselfähren wieder. Oftmals sogar sorgfältig abgeschlossen. Da brauchte offensichtlich jemand eine Möglichkeit, schnell zur Fähre zu kommen.

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    • Aber wir haben hier keinen „Anleger“ für die Inselfähren…..

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  10. Aber vielleicht ein anderes Zwischenziel.?.

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    • Kann ich mir nicht vorstellen, denn der abgeschlossene Hühnerschreck ist ja nicht mal aufgeschlossen und somit auch nicht benutzt worden.

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