Verfasst von: Hao | 25. April 2009

Trotz „geplatzter Träume“ ein gelungener Ehrentag


Samstag, 25. April 2009

So spricht der HERR: Wie wenn man noch Saft in der Traube findet und spricht: Verdirb es nicht, denn es ist ein Segen darin!, so will ich um meiner Knechte willen tun, dass ich nicht alles verderbe. Jesaja 65,8

Christus spricht: Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner. Eine jede Rebe an mir, die Frucht bringt, wird er reinigen, dass sie mehr Frucht bringe. Johannes 15,1.2

Efussballs war schon sehr bitter, als ich merkte, dass der Fußball nach meinem Superschuss nicht ins Tor flog, sondern in den Fliederbaum und ein großer blühender Zweig zu Boden fiel. Was tun in meiner Angst vor den Folgen, denn das Gewächs war der ganze Stolz meiner Eltern? Klammheimlich befestigte ich den Zweig mit grünem Draht wieder an der Bruchstelle.

Alles sah aus wie früher keiner merkte etwas. Doch was ich damals noch nicht wusste: Das berechtigte Donnerwetter der Eltern kam, auch wenn einige Tage später, als sie merkten, dass der stattliche Zweig verdorrte, während der Baum in voller Blüte stand.

Wir werden heute aufgefordert zu bleiben, zu bleiben an dem Weinstock. Er sorgt doch für unsere Nahrung, pumpt lebensnotwendiges Wasser bis in die Reben. Den Rest, also die liebevolle Pflege, übernimmt Gott selbst, der auch mal den Rebstock baum4beschneidet, wenn wilde Triebe ausschlagen sollten. Zugegeben, das kann auch mal schmerzhaft sein. Doch was sind die noch so größten Schmerzen, wenn nach der Geburt des Kindes die überglückliche Mutter das Neugeborene zum ersten Mal in ihren Armen halten darf. Dranbleiben ist angesagt. Was wäre geschehen, wenn Jesus seinen eigenen Weg gegangen wäre, nur an sich gedachtet hätte? Dann gäbe es bestimmt keine Passionszeit, kein Leiden für ihn, aber auch keine Erlösung für uns. So schnell wird zwar keiner etwas merken, wenn wir uns, vielleicht klammheimlich, vom lebenserhaltenden Weinstock entfernen. Er wird nicht verkümmern, aber wir werden uns das Leben selbst nehmen, denn ohne ihn können wir nichts tun, nicht einmal leben. Und wenn uns das Leben ohne den Weinstock Jesus und der Pflege Gottes täglich immer wieder plakativ vor Augen gemalt wird, werden wir wie jene Blüten des Fliederbaumes aus meiner Kindheit verdorren. Es ist nur eine Frage der Zeit.

Bei meiner Krankenkasse bin ich eine Nummer, mit der nie Schindluder getrieben werden sollte. Bei meinem Heiland habe ich einen Namen, auch wenn ich den größten Mist mache, den ich mir vorstellen könnte. Im Beruf habe ich eine Funktion und lasse mich vielleicht täglich ausbeuten, bei Jesus bin ich ein Freund, der mir aber auch mal die „hellgelbe“ Karte zeigen kann. In der Gesellschaft bin ich ein Rädchen, an Jesus, dem Weinstock, bin ich eine Rebe. In der Wirtschaft bin ich Verbraucher und Kunde, bei Gott bin ich Vertrauter und Königskind. Hier hat mein Leben einmal ein Ende, bei Gott hat mein Leben einmal eine Vollendung.

Schwester Jutta konnte natürlich „mal wieder“ nicht dicht halten und hat aller Welt hier im Blog verkündet, dass ich heute meinen Ehrentag habe. Ich habe mir schon im Vorfeld gewünscht, dass sie für diesen Tag eine treue Sklavin des Wachturmes gewesen wäre, aber auch fromme Frauen können enttäuschen.

So geht es denn um 7 Uhr in der Frühe schon los. Mein Handy reißt mich aus dem Schlaf: „In einer halben Stunde stehe ich vor ihrer Türe und werde mit ihnen frühstücken. So ein Joke kann auch nur Schwester Traudel bringen. Ich rede mit Menschen- und Engelzungen und kann das Date tatsächlich auf 9 Uhr verschieben.

Keine Sekunde später steht die schwer bepackte Frau vor mir und bringt alles mit, was zu einem opulenten Frühstück notwendig ist, sogar heißes Wasser und das Geschirr. Wenig später schaut noch meine Nachbarin gaeste1rein und drückt mir einen kleinen, aber feinen Obstkuchen in die Hand. Als Geschenk von Traudel erhalte ich eine großartige Präsentation, die sie in mühevoller Kleinarbeit für mich hergestellt hat. „Mein Leben als ein Baum“ Vielleicht kann hier jemand die rund 92 MB irgendwo ins Netz stellen. Ich will aber auch mal versuchen, dass ich einen Zugang bei Your Tube erhalte, um meine ersten Erfahrungen in diesem Bereich zu machen.

Als ich die etwas leichter gewordene Lieblingsdiakonisse um 11 Uhr zu ihrem Auto bringe, entdecke ich vor meiner Garageneinfahrt etwas Rotes mit einer ungewöhnlichen Form. abfallMüll, eine Verpackung? Ich hebe das „Etwas“ auf und sehe 1,5 alte Luftballons. Sie haben für mich auch im Alter immer noch etwas Faszinierendes an sich, weil sie mir Lebensfreude vermitteln und Kinderaugen erstrahlen lassen. Luftballons stehen für Leichtigkeit, entschweben, wenn sie mit einem entsprechenden Gas gefüllt und nicht angebunden sind. Sie können aber auch beim Ablassen der Luft richtig laut Krach produzieren. Christine aus Kassel hat sogar darin mal einen Meisterschaftstitel auf nationale Ebene erhalten.

gestrandetDoch gegenüber allen scharfen und spitzen Gegenständen muss man die Luftballons schützen, sind sie fast so anfällig wie Seifenblasen.

Aber wenn dann die Luft entweicht, sind sie hässlich, verschrumpelt und taugen zu nichts mehr, zumal man sie, einmal fest zugeknotet, auch nicht mehr öffnen kann, um sie wieder mit Leben zu erfüllen. Fazit: Ab in den Müll.

geplatztObwohl eine sehr komische Form, weiß ich sofort, wie sie ursprünglich einmal ausgesehen hat. Ich halte, vorsichtig aufgehoben, ein ehemals prächtiges rotes Herz in der Hand. Daran angebunden Reste des zweiten Luftballons, auf dem ich noch bruchstückhaft lesen kann: „I love you“ und „Knutsch“.

Nachdenklich gehe ich mit dem kümmerlichen Rest himmlischer Seligkeit auf Erden zurück in mein Arbeitszimmer. Und das an meinem Geburtstag.

drall-und-prallDarüber muss ich nachdenken, besonders an diesem Tag. Wo kommen die Luftballons her, wer hat sie wem geschenkt, wer wollte wem die „Liebe des Lebens“ beweisen? Reste einer Hochzeitsnacht oder eines „harmlosen Dates? Zeugen einer gerade angefangenen Liebe, die vielleicht nach wenigen Tagen oder Jahren an Lügen zerbricht? Mit wie viel Hoffen mögen die beiden Luftballons gekauft und verschenkt worden sein? Das pralle Leben, die pralle aufkeimende Liebe? Es war einmal?

Heute habe ich Geburtstag. Ich schaue zurück und denke an die Luftballons, die in meinem nun 61jährigen Leben schon zerplatzt sind, obwohl ich wurzelnimmer beim Kauf davon ausgegangen bin, dass ich genug Luft habe, um diese an die Gummihülle weitergeben zu können, wenn sie denn mal schlapp und unansehlich werden. Manchmal dauert es Jahre, dann wiederum kann die Luft sich nur wenige Wochen oder Monate halten. Ist es vielleicht „nur“ Luft und nicht Helium, welches eine schlappe verletzbare Gummihülle in ungeahnte Glückshöhen, sei es nun in der Liebe, in der Gesundheit, im Beruf oder wo auch immer aufsteigen lässt? Einmal für die Ewigkeit zugeknotet, sind sie wie ein Siegel auf einem Briefumschlag. Man kann den Brief nur lesen, wenn das Siegel gebrochen wird, oder…? Oder wenn man sich an einer anderen Stelle einen Zugang zu dem versiegelten Brief verschafft.

Nicht gerade fröhliche Erinnerungen, die mich an diesem Tag plötzlich beschleichen, denen ich mich auch stellen muss. Wer gibt mir denn die Garantie, dass ich das morgen noch kann?

die-luft-ist-rausZwei prächtige Luftballons, nun nur noch Müll. So schnell kann es gehen. Manches kann nicht ungeschehen gemacht werden. Vielleicht ist es noch möglich mit viel Geschick den verknoteten schlappen Luftballon zu öffnen, um ihm neues Leben einzuhauchen, aber den anderen wird keine Klebemethode der Welt wieder heil bekommen, auch wenn man sich noch so anstrengen würde. Stumme Zeugen glücklicher Stunden, die nun als schmerzhafte Erinnerung an meiner Pinnwand hängen. Wofür sie denn nun in der Realität stehen, werd ich nie heraus bekommen. Aber mir persönlich sollen sie eine Warnung und Erinnerung sein: Zerstöre nie, lasse Dich auch nie zerstören.

wasserhaoUm ein Uhr betrete ich das Badeland. Seit ich 1983 mitbekommen habe, dass Personen, die Geburtstag haben, keinen  Eintritt zahlen müssen, bin ich bis auf das letzte Jahr, am 25. April immer dort gewesen, um still und zurückgezogen die Nachmittagsstunden meines Ehrentages zu verleben. Ich schwimme meine Runden, um mich dann im Pupspool, der Ort, an dem es immer warm ist und blubbert, zu entspannen.

gebgeschenkAndreas kommt und  schenkt mir einen Funkkopfhörer, kann aber nur eine Stunde bleiben.

Ich drehe weiter meine Runde und lande zum Abschluss wieder im Pupspool. Ich will noch länger bleiben, aber ich entdecke mich genau zwischen vier sehr jungen Liebespaaren, die sich heftigst durchmengen. Muss ich mir das antun? Hab ich das nötigt? Wie war das noch mit meiner „neuen Errungenschaft“ an meiner Pinwand? Ne, hat er nicht!!!

Hatte ich nicht Badelatschen mit, die einzige Fußbekleidung? Sie sind futsch? Soll ich nun ohne Schuhe nach Hause rollern? Fällt mir doch gar nicht ein. Aber wie an Schuhe kommen, wenn nicht auslageklauen? Ganz einfach: Immer schön ehrlich bleiben, denn ehrlich wäret am längsten. Und groß werden wollen wir doch alle, oder? Ich entscheide mich für die Ehrlichkeit. Das heißt in diesem Fall: Suchen und nachforschen. Jeder weiß, wenn ich den ersten Schritt einmal gegangen bin, höre ich erst nach dem Erfolg auf. Und ich finde sie, die Schlappen, erlebe also keine dergleichen, obwohl ich mir die Schlappensuche auch hätte ersparen können, da mir mein Instinkt sagt: „Hao, was war die letzte Information über die Treter?

badelIch bin mit der „Pleite“ noch so beschäftigt, dass ich beim Verlassen des Badelandes sogar mein Erinnerungsschreiben an der Kasse vergesse. Ein kurzer Ruf erinnerte mich daran, dass ich etwas vermisse.

Zu einem Besuch bei dem Treffen der Marktschreier habe ich keine große Lust, dennoch drehe ich, dank der Schlappen, eine kleine Runde über den Platz , kaufe aber nichts von den wirklich billigen Artikeln, zumal ich auch keine Brille bei mir habe.

Gegen 19 Uhr werfe ich mich in Schale. Schwester Jutta hat mich spontan zum Abendessen eingeladen. Kpolnerntehelferlar, hat der Weißkittel doch noch nie mit einem polnischen Erntehelfer zu Abend gegessen. Um sie nicht ganz zu enttäuschen, schmeiße ich mich in mein Outfit, was ich am Sonntag schon trug. Auch wenn sie wie eine „altägyptische Mumie“ angezogen war, schmeckte die Mischung aus dem Überbleibsel des NVA-Übungsplatzes in der nahe gelegenen Letzlinger Heide wieder einmal ausgezeichnet. Lediglich die „sure Quarkspeise“ die die Köchin über alles liebt, verursacht bei mir wieder eine heftige Mundgymnastik. Aber daran habe ich mich schon gewöhnt, die Gastgeberin auch. Als Dröhnung ein Softeis, was in seinem früheren Leben eine echte eisige Delikatesse war, beendete um 22 Uhr ein äußerst kalorienreichen Tag, der an Höhen und Tiefen in dieser Form wohl einzig war. Auf zum nächsten Geburtstag. Mal sehen, was dann vor meiner Garagentüre landet.

juttas-appelkuchenAch ja, fast hätte ich es vergessen: Von Schwester Jutta erhalte ich tatsächlich einen viermotorigen Apfelkuchen überreicht. Beachtlich auch der Vermerk: „Das ist der erste Apfelkuchen meines Lebens“. Bin mächtig stolz, aber auch da recherchiere ich gründlich wie Kommissar Beckmann. Das Ergebnis: Diesen Apfelkuchen gab es schon am Montag im Hauskreis. Und was hat die sonst Nussecken erprobte Frau gemacht: Sie macht es Andrea nach. Ne, mir kann man nichts vormachen, und wenn, dann nur für wenige Tage. Hao bekommt alles raus. Der Kuchen sieht wie ein Kürbiskuchen mit ganzen Früchten aus, scheint sogar ein Gesicht zu haben. Morgen wird er angeschnitten.

25042008Als ich am Abend in meinem Bett liege, lasse ich noch einmal das vergangene Jahr Revue passieren. Höhen und Tiefen wechselten sich ab. Ich schaue mir im Geist noch einmal die Bilder an, hier eins vom 25. April 2008 und komme wieder neu zu der Erkenntnis: Mein Herr hat mich wieder sehr gut hinbekommen. Nicht nur mein Haar ist besser als zuvor, auch meine Sinne sind schärfer geworden. Ich will auch nicht jetzt ein Jahr nach vorne schauen, es reicht, wenn jeder Tag seine eigene Plage hat. Und die bleiben sogar einem Christen nicht erspart. Gott allein weiß, warum, auch wenn mir jetzt noch der absolute Durchblick fehlt. 123


Werbeanzeigen

Responses

  1. Was Du so alles weißt von mir, ich fasse es nicht.

    Mir fehlt aber noch die Urkunde für den Meistertitel.
    wenn sie da ist bekommste ein Foto davon. hihihihihihi……….

    Gefällt mir

    • Werte Dame,

      Du musst nicht alles wissen, was ich von Dir weiß, aber was ich weiß, sollte auch immer wahr und keine Lüge sein. Befinden sich in Deiner Wohnung nicht etliche Luftballons, die schonungslos zum Einsatz kommen, wenn “ungebetene” Menschen anrufen?

      Ich habe schon vor langer Zeit die Freimütigkeit besessen, Dich als nationale Meisterin zu küren. Dass die Mitteilung an Dich leider der Sklerosefront zum Opfer gefallen ist, bitte ich geflissendlich zu entschuldigen, Frau Wolkechris!!!!!

      Gefällt mir

  2. Na klar hab ich Luftballons in meiner Wohnung, aber es rufen keine “ ungebetenen“ Menschen bei mir an. Das möchte ich doch überlesen haben, denn solche Menschen gibt es bei mir nicht.
    Im Gegenteil, ich freue mich immer, wenn das Telefon mal zum Einsatz kommt.
    Das die Ballons spaßeshalber zum Einsatz kommen, weißt Du doch am besten.

    Den letzten Absatz, sollteste mir mal näher beschreiben, da komme ich nicht so ganz mit, mit der Sklerosefront. Aber wenn es möglich ist nicht gerade hier. Denn ich weiß nicht, was los ist mit Dir……..
    Entschuldigen ist doch selbstverständlich, zumindest für mich.

    Gefällt mir

    • Hahaha, es soll Menschen geben, die Ihren „Peinigern“ noch fröhlich die Tür aufmachen…. Na, die Sklerosefront hat dafür gesorgt, dass ich Dir noch nichts von der Meisterschaft gesagt hatte.

      Gefällt mir

  3. Herr erbarme Dich !!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Lass die Sklerosefront verschwinden.

    herr erbarme dich!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Gefällt mir

  4. Ich war keineswegs gekleidet wie eine altägyptische Mumie , ich sah völlig normal aus.
    Hätte ich allerdings gewusst, daß Sie im Anzug erscheinen, hätte ich mein kleines Schwarzes angezogen.
    Es hätte aber, wie ich jetzt dem Blog entnehme, auch ganz anders kommen können. Sie in Badeschlappen. Das hätte dem Geburtstags- Abendessen die Feierlichkeit genommen.
    Nun haben wir wenigstens ein schönes Foto von Ihnen hier im Blog. Sie im allerfeinsten Zwirn.
    Steht Ihnen sehr gut.

    Gefällt mir

    • Ich bin zutiefst erschüttert, was Sie hier ein Bild von mir zeichnen. Erst bringen Sie mich zum Leben zurück. Fang ich denn an, trauen Sie mir Badelatschen zu. tzttz

      Gefällt mir


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: