Verfasst von: Hao | 3. April 2009

Ein mazedonischer Zuhälter


Freitag, 3. April 2009

Jauchzet, ihr Himmel; freue dich, Erde! Lobet, ihr Berge, mit Jauchzen! Denn der HERR hat sein Volk getröstet und erbarmt sich seiner Elenden.
Jesaja 49,13

Jesus fragte den Blinden: Was willst du, dass ich für dich tun soll? Er sprach: Herr, dass ich sehen kann. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend! Dein Glaube hat dir geholfen.
Lukas 18,40-42

Ein Krankenhausseelsorger geht durch die Klinik und besucht die Patienten. Um sie mit ihrem Namen ansprechen zu können, schaut er jeweils über dem Bett nach dem Namen des Kranken. Eines Tages kommt er zu einem Makind4nn, über dessen Bett auf dem Blatt nur der Name „Feld” steht. Er fragt den Mann: „Heißen Sie einfach nur Feld?” „Ja, ich heiße einfach nur Feld. Ich habe keinen Namen und keine Eltern. Man hat mich als Säugling auf einem Feld ausgesetzt und dort gefunden. Darum heiße ich einfach nur Feld. Ich bin nicht gewollt und nicht geliebt, habe kein Zuhause und keine Angehörigen, ich bin auf dem Feld ausgesetzt und gefunden, einfach nur Feld!”

kind2Heißen wir nicht alle mal so: ungeliebt und ungewollt, ausgesetzt und ungeborgen, heimatlos und unbehaust? Und doch heißen wir im Grunde ganz anders. Von Gott her heißen wir geliebt und gewollt. Gott kam auf das Feld der Erde. Auf dem Hirtenfeld von Bethlehem kam er in einer Notunterkunft zur Welt. Er starb auf dem Hügel Golgatha, draußen vor der Stadt, ausgesetzt und preisgegeben. Als wollte Gott sagen: „Draußen auf dem Feld, wo ihr seid, ungeborgen und heimatlos, da komme ich hin, werde euch gleich und verwandkind3le euren Namen von Feldmenschen in Gotteskinder!” Wir sind letztlich Kinder der Liebe Gottes. Hinter unserem Leben steht kein blinder Zufall, sondern eine Liebesabsicht Gottes. Wir sind Gottes Wunschkinder, von ihm gewollt und gemeint, gesucht und gefunden, heimgesucht und nach Hause gebracht. Auch auf dem Feld dieser Erde sind wir Gottes Kinder. Denn Jesus kam auf dieses Feld und nahm sich unserer persönlich an. Dann werden auch die Blinden sehen können.

Heute bin ich mal ganz egoistisch und schaue mich spiegelvon allen Seiten im Spiegel an. „Polarisiere ich wirklich“, was Schwester Jutta immer behauptet? Ich schaue mich genüsslich an, schneide Grimassen , aber ich komme nicht zu ihrem Ergebnis. Nein, ich erkenne in mir keinen „mazedonischen Zuhälter“. So würde ich, wenn es nach der Meinung meiner mazedonischer-zuhalterKrankenschwester geht, aussehen. Ich schaue mich wieder und wieder an und erkenne nichts, aber auch gar nichts an dem Bild, welches diesen erlauchten Kommentar Anfang der Woche erhalten hat. Nein, ich bin ganz harmlos. Ich kenne mich doch schließlich selbst. Und dann noch einer aus Mazedonien? Klar, ich war da mal, aber das ist doch schon so lange her. Und selbst da war ich ganz friedlich, mein Freund Momhoff, Siegfried Katzwinkel) mit dem ich die Reise gemacht habe, kann dieses bestätigen, auch wenn er jetzt in Madagaskar wohnt. mazedonien-1970Nun soll keiner denken, dass Schwester Jutta und ich miteinander zoffen. Aus diesem Stadium sind wir schon lange raus. Wir lachen über den Vergleich, erinnere ich mich doch daran, dass ich auch mal einige Bezeichnungen für sie hatte, die ebenfalls nicht unbedingt „salonfähig waren“. Ich hatte mit einer „substanzlosen Katholikin“ ebenso unrecht, wie sie mit jenem „mazedonischen Zuhälter“ oder dem „alten zugenagelten und konservativen Zausel“.

arbeitseinsatzleckerHeute steht wieder einmal „Mutter Theresa“ auf meiner Stirn geschrieben. Auf Grund meiner treuen Begleitung oder was weiß ich, bin ich bei dem Weißkittel zum Frühstück eingeladen. Eigentlich ist es Arbeit, die ansteht.

Nach dem Einbau eines neuen Brenners muss ich eine Blechplatte, die als Schwarzes Brett dienen wird, an die Wand schrauben. Dabei geht ein Drittel des Werkzeuges von Schwester Jutta zu Bruch. Außer einem Hammer und einer Wasserpumpenzange nennt sie nur noch einen ollen und vergammelten Schraubenzieher ihr Eigen. Und just dieses Teil bricht auseinander, so dass ich nicht mehr die Schrauben fest anziehen kann. Dann wird der Rest eben später gemacht, ich habe öfters mal Hunger.

Der Frühling ist nun da, fürs erste haben meine Wärmflaschen ausgedient. Ein ganzer Frühling, ein ganzer Sommer ohne Krebs??? Klar, ich soll die Rechnung nicht ohne den Wirt machen, aber so richtig vorstellen kann ich mir das nach den letzten beiden Jahren nicht. Ich lasse mich mal überraschen.

Am Abend ist Braunschweig angesagt. „Kaum nimmt meine Beifahrerin Platz, heißt es: „Sie müssen jetzt drehen, die erste Straße rechts“. Ich versuche mich mit einer Bach-Kantate zu beruhigen, man achte auf den Text!!!!, muss ich das Radio abschalten. Zuvor musste der Navi daran glauben. Auch meine Geschwindigkeit passte der Dame nicht. Dabei waren es stolze 70 Stundenkilometer. Soll ich denn noch schneller fahren?

Zum ersten Mal nach dem Umbau in der Braunschweiger Friedenskirche. Eine Feststellung meiner Begleiterin: „Warum sehen die neuen Gemeindehäuser alle wie ein Cinemaxx aus? Haben die vielleicht den gleichen Architekten?“ Darüber kann man schon einmal nachdenken.

Befremdlich für mich auf den ersten Blick empfinde ich den Gottesdienstraum, der sehr leicht mit einem Kino oder einer Konzertbühne verwechselt werden kann,  wenn nicht da ein Kreuz stehen würde. An der Decke befinden sich unzählige Scheinwerfer, die jeden kleinen Discothekenbesitzer neidisch machen würden. Ein schwerer Bühnenvorhang weist offensichtlich auf die Vielseitigkeit des Ortes hin.

Die Beteiligung heute, die Baptisten haben sich nur für drei Tage bei Pro Christ eingeklinkt, ist m.E. „sehr bescheiden“. Rund 50 Personen verlieren sich fast in dem großen Raum.

Nach der Übertragung gibt es noch Kartoffeltaschen. Zu Kontakten kommt es aber leider wieder nicht. „Lassen Sie uns gehen, wir sind schon gläubig“, meinte Schwester Jutta. Recht hat sie.

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Responses

  1. Nun muß ich aber etwas korrigieren.
    Mein Vergleich mit dem mazedonischen Zuhälter bezog sich nur auf das Foto. Ich finde Sie gucken da so zwielichtig.
    Sonst sehen Sie natürlich nicht so aus.

    Außerdem polarisieren Sie durch Ihre Äußerungen, nicht durch Ihr Äußeres.

    Aber das wissen Ihre Blogleser ja schon.

    Gottes Segen für Sie

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    • Klar, das wissen auch die Leser. Und, wenn ich mir das Bild noch einmal ansehe, haben Sie sogar ein wenig recht. Die ganze Sache hat nur einen Haken: Sie und ich haben noch nie einen solchen Typ gesehen.

      Und ob ich nicht auch durch das äußere polarisiere, wenn Sie mich mit recht wieder einmal auf die Losenträger aufmerksam machen, die ich vergessen habe, zu benutzen…..

      Unrecht, werte Frau Wiole, Unrecht haben sie manchmal auch nicht!!!!!

      Das sollten Die Blogleser auch wissen.

      Gottes Segen wünsche ich Ihnen auch, besonders heute Abend bei „Ihrem“ Weiberclan. Wie gern würde ich mal Mäuschen spielen. Wenn Sie nicht kommen und mitfahren, mache ich wieder „Pro Hao“.

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  2. Noch etwas zum Artikel vom Freitag.

    Die „stolzen“70 km/h fuhr Herr Hebbinghaus auf der Autobahn.
    Hinter uns -hupenderweise- ein Großtransporter der Deutschen Bundespost…!

    Also, sollte jemand etwas länger auf seine Briefzustellung warten…!

    Wir wissen warum.

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    • Soll ich diesen Kommentar wirklich freischalten? Eine Stunde habe ich überlegt: Ja oder nein? Schalte ich ihn frei, fordere ich indirekt die deutschen Nation auf, dass sie, so wie Sie, auf der Autobahn rasen. Und das kann ich nicht verantworten. Ich hab es dennoch getan. Die Verantwortung haben Sie zu tragen. Ich habe schon manchen Menschen zum Langsamfahren bekehrt. Christine fegt auch immer so rum. Sie werde ich mir demnächst mal vorknöpfen. Das passiert mir nicht, denn ich habe ja ein Navi, der immer schön aufpasst. Sind sie nicht wieder heil ans Ziel gekommen? Was wollen Sie denn mehr?

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  3. Was lese ich da???????????
    Mich willst Du zwecks meines Autofahrens rannehmen?
    Ich fahre ja nicht schneller wie ich darf, höchstens mal ein bisschen, so um 10 kmh , das gibt nach Abzug der Toleranz nicht mal ein Bußgeldbescheid.
    Fegen, fegen tu ich schon mal überhaupt nicht.

    Ich hab nicht mal Besen am Auto dafür, die hatte ich an meinem Arbeitsfahrzeug, als ich noch in der Werksreinigung tätig war dran.

    Mit Dir bin ich ja noch nicht gefahren, was ich um in den Gottesdienst zu kommen ganz sicher auch nicht tun werde, wenn ich das so hier lese.

    Ansonsten, sage ich mir, wer langsam fährt kommt auch ans Ziehl.
    Wie auch immer………..

    Das möcht ich doch auch mal sagen.

    Hupen, hupen ist im Straßenverkehr nur in Notfällen erlaubt. Nicht aber wenn einer langsam fährt, oder an einer roten Apel nicht gleich los fährt. Selbst die nötigende Lichthuperei ist untersagt, wie sie von den Dränglern auf der Autobahn immer wieder benutz wird.

    Das ind nur einige Beispiele. ich denke mal, wir alle haben irgendwann den Führerschein gemacht und dies in der Fahrstunde auch gelernt.

    Was ich nicht verstehe, ist die Sache mit dem Navi. Das hat doch mit dem Fahrstiel eines Menschen nichts zu tun. Wenn Du meinst, den Navi bei jeder Fahrt, wohin auch immer, einzuschalten, dann tu es. Das kann und darf Dir ja keiner verbieten, auch keine Mitfahrer (in) die haben sich in dem Moment anzupassen.

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  4. Ich rase nicht.
    Meine Geschwindigkeit ist immer der Situation angepasst, und natürlich den Vorschriften.

    Im Text der von Ihnen erwähnten Bach Kantate heißt es auch:

    „Wir eilen mit schwachen doch emsigen Schritten,
    O Jesu, o Meister…!“

    und nicht:
    „Wir schleichen mit schwachen…!“

    Bach ist auf meiner Seite, hi, hi.

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  5. „Bewahre deinen Schritt, wenn du zum Hause Gottes gehst, und komm, daß du betest“, heißt es in der Bibel (ich habe vergessen, wo). Ich kenne so manchen Pastor der französischen Diaspora, dessen Fahrstil dazu nicht paßt und dir, Hao, nicht zusagen würde…

    dennoch: die Autobahn ist nicht zum Schleichen. Fernstraßen sind auch zum zügigen Vorwärtskommen gedacht, und wer durch sein Langsamfahren andere zu gefährlichen Überholmanövern verleitet, wird zur öffentlichen Gefahr.
    Vergiß nicht: „Richtgeschwindigkeit“ auf der Autobahn bedeutet, du solltest schon so schnell fahren, wenn die Verhältnisse es erlauben.
    Noch eins: wer durch Langsamfahren auffällt, setzt sich dem Verdacht aus, der üblichen Geschwindigkeit des Straßenverkehrs nicht gewachsen zu sein… und mit dem Hühnerschreck wird die Reise nach Kassel oder zum ERF doch zur Odyssee, fürchte ich… ;)

    Darum, lieber Hao: auf Schnellstraßen (SCHNELL!) und deren geistiger Fortführung, den Autobahnen, fahre lieber mindestens so schnell wie die LKW, also knappe 90, damit du niemanden gefährdest, und auch deinen Führerschein nicht.

    Und merke dir, daß man als Beifahrer den Fahrer nur unterstützen, aber nicht kritisieren darf… ;) Wie es mein Navi macht: das schreit manchmal „Geschwindigkeit“, aber das darf es; ansonsten sagt es mir nur, wo ich abbiegen soll. Manchmal tu ich das nicht, weil Schilder es verbieten. Dann schimpft das Navi aber auch nicht, sondern überlegt sich einen anderen Weg.

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  6. Herrlich!
    Ich amüsiere mich köstlich über diesen humorvollen Schlagabtausch.
    Gott erhalte Ihnen allen den Humor im Umgang miteinander.

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    • Langsam, langsam, wir „schlagen“ uns doch nicht. Wäre Schwester Jutta früher zum Glauben gekommen, wäre früher meinen Krebs bekommen, hätte ich sie nach Ihrer Bekehrung sofort auf eine Bibelschule geschickt. Die Folge: Eine keine „Parzanyerin“. Und dann rauf auf Deutschlands Kanzeln. Aber nicht vergessen beizeiten die Luft anhalten und sich auch mal klein machen…. Hihihi Solche Menschen hat Gott „besonders lieb“.

      Schwester Jutta hat schon eine Gabe der Wortschöpfungen. Ich kann sie alle lachend einstecken. Heute kommt die nächste… Mal auf den neusten Blog achten!!!!! Da geht es wieder ans „Wiolarsche Eingemachte….“ Immer drupp auf`n Hebbekus…

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