Verfasst von: Hao | 18. März 2009

Auf Jesus hören


Gott der HERR hat mir das Ohr geöffnet. Und ich bin nicht ungehorsam und weiche nicht zurück. Jesaja 50,5

Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede zu. Lukas 10,39

Welch großartiges Geschenk: Zuhören können. Ich ertappe mich immer wieder, dass ich schon Antworten parat habe, wenn der andere noch weit von einem Punkt entfernt ist. Warum sollte ich denn zuhören? Ich bin 60 Jahre alt, bin absoluter Glaubeninsider. Mit anderen Worten „ mir kann keener“. Die Mühe, die sich der andere macht, um mir seine Situation zu schildern, nehme ich einfach nicht mehr wahr. Was dann dabei rauskommt, liegt auf der Hand. Keine Ratschläge, sondern nur Schläge. 

auf-gott-hoerenVon Maria will ich wieder neu lernen zuzuhören, auf Jesus zu hören. Sie nahm sich die Zeit, spitzte die Ohren, war ganz bei sich, weil sie bei dem Herrn war. Ein solches Verhalten schützt vor einer zu schnellen Meinungsbildung und Missverständnissen. Einfach nur zuhören können. Welch eine Gabe, welch großartiges Geschenk?

Herr, Du weißt, welch einen „Glaubensschatz“ Du mir anvertraut hast, den ich oft so schlecht verwalte. Es hat sich oft genug heraus stellt, dass sich jener Glaubensschatz“ als eigene „Erkenntnis“, die aber oft auf Unkenntnis beruht, erwiesen hat. Weil aber echte Glaubensschätze immer nur aus dem Zuhören deines Wortes erwachsen, wollest Du mir die Kraft schenken, mutig zum Hören zu sein. Nur so werden aus Schläge seelsorgerliche Ratschläge. Amen

Heute bin ich Rentner durch und durch. Raus aus dem Kobel, rein in den Frühling, auch wenn ich mir einige warme Pullover eingepackt habe. Trotzdem packe ich schon ein Paar Sandalen ein. Wenn ich mich recht erinnere, dann ist es nach Beendigung der Chemo – Therapie und Kur die erste mehrtägige Reise. Als ich meinen Koffer „ befülle “ fällt mein Blick in eine konfirmandenuhrSchublade. Ich traue meinen Augen nicht, denn ich  entdecke tatsächlich eine alte Armbanduhr. Ich ziehe sie auf, sie fängt sofort an zu laufen: Volltreffer! Sofort nehme ich meine elektrische Kuruhr ab und lasse der Alten den Vortritt. Ich schmeiße meine Zeitmaschine an, sofort machen die Erinnerungen Luftsprünge. Es ist tatsächlich meine Konfirmandenuhr, die ich als Dreizehnjähriger am 1. April 1962 erhalten habe. Was war ich damals stolz über das Geschenk. Um nichts auf der Welt habe ich mich davon trennen können. Mein Statussymbol der damaligen Zeit war eine Armbanduhr und ein Kalender, Eintrittskarten in die Erwachsenendomäne. Später dann musste es eine elektrische Uhr sein, mit einem dunkelroten Zifferblatt und kleinen roten Zahlen. Die leuchteten immer nur dann auf, wenn man einen kleinen Druckknopf betätigte. Hao war damals schon in Sachen Technik fast immer auf dem neuesten Stand. Ich hätte mir niemals träumen lassen, dass die alte Uhr einmal ihren angestammten Platz wieder einnehmen wird. Wie sich doch Zeit und Menschen ändern können. Nun kann ich mir wieder neue Zeit holen, wenn die alte abgelaufen ist. Wie habe ich das in den letzten Monaten vermisst. Ich sollte öfters mal in die hintersten Ecken meiner Schränke schauen. So manches wertvolle Stück würde dann wieder zu Tage befördert werden.

Nachdem ich alle Sachen ins Auto verfrachte, schalte ich meinen Anrufbeantworter ein. Es trifft mich wie ein Schlag. Keine Verbindung zum Netz. Dabei muss ich doch in einer Stunde in Braunschweig sein, denn ich möchte meine beiden Mitfahrerinnen nicht warten lassen. Innerhalb von wenigen Minuten verwandle ich mein aufgeräumtes Büro in ein Schlachtfeld und gewinne in letzter Minute den Kampf mit der Netzverbindung. Es klappt. Die Verbindung ist hergestellt, schon sitze ich im Auto. Ärgerlich, dass ich den Besuch in meinem Lieblingselektronikladen aus zeitlichen Gründen verschieben muss.

schlafen1Pünktlich um 12 Uhr lade ich meine Mitfahrerinnen ein und werde um kurz nach 14 Uhr von Christine mit einem leckeren Rhabarberkuchen verwöhnt. Das Sofa hätte mich bald übermannt, aber ich bleibe standhaft. Fallen mir die Augen zu, lässt Christine ihre Digitalkamera aufblitzen. Welch ein Service…


Responses

  1. …und ?……trägst du die oben genannte und gezeigte Uhr noch?

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    • Wenn ich sie noch finde, ja!

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