Verfasst von: Hao | 12. Februar 2009

Da waren`s nur noch drei…


Donnerstag, 12. Februar 2009

hecken-und-zaeuneIch will sie sammeln von den Enden der Erde, auch Blinde und Lahme, Schwangere und junge Mütter, dass sie als große Gemeinde wieder hierher kommen sollen. Jeremia 31,8

Der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus auf die Landstraßen und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, dass mein Haus voll werde. Lukas 14,23

Es fällt mir heute außerordentlich schwer, meine Gedanken zur neutestamentlichen Losung zu sagen. Deshalb freue ich mich besonders darüber, dass Gott alle Menschen liebt, ich muss aber mindestens zwei Personen ausschließen. Gottes Aufruf mag ich  zumindest heute nicht folgen. Offensichtlich muss ich aber doch noch an dieser Stelle entscheidende Dinge lernen. Leg los, mein Gott und weise mir Deinen Weg, auch wenn er mir heute nicht passt!

zeltkirche-19931Ja, die Menschen von den Hecken und Zäunen…. Die haben mir es angetan, die haben es getan.

Heute ist nicht mein Tag, an dem ich nach dort gehen soll, nein, man nimmt mir die Arbeit ab. Mindestens zwei Vertreter dieser Spezies besuchen mich. Leider unangemeldet, so dass ich am Morgen nur noch sagen kann: „Vier kleine Hühnerschrecks, die standen bei mir rum. Als ich dann heut nur drei entdeckt, da schaut ich plötzlich dumm“. Ne, das Lied geht doch wohl etwas anders, aber der Inhalt bleibt der gleiche. Mit anderen Worten: Unbekannte (Polen) haben bei mir zugeschlagen und einen Hühnerschreck geklaut. Als ich am Morgen meinen Müll wegbringen will, merke ich, dass ich plötzlich so viel Platz vor der Türe habe. Das ist vielleicht ein blödes Gefühl, wenn der Ort leer ist, wo immer ein Fahrzeug gestanden hat. Ich hab vielleicht blöde geschaut. Das will man zuerst gar nicht so recht glauben.

Warum denke ich, dass es Polen waren? Heute ist Sperrgutabfuhr. Da fallen die Polen mit ihren Lieferwagen ein wie die Heuschrecken und schlagen zu. Jedenfalls wird mir meine Vermutung bestätigt. Dafür spricht auch, dass mein Hühnerschreck nur mit zwei Personen wegzuschleppen ist, denn das Gefährt ist mit einem Speichenschloss gesichert, so dass der Hühnerschreck nur weggetragen werden kann. geklaut330 Euro habe ich für das Teil bezahlt und in Remscheid abgeholt. Treue Leser meines Bogs werden sich an meine Reise nach Remscheid und Köln sicherlich noch gut erinnern können, als ich auf einen Streich zwei Hühnerschrecks gekauft hatte. Weil ich die Versicherung übernommen und der Verkäufer keine Teilkasko abgeschlossen hatte, gehe ich nun leer aus. Jammer, Jammer.

Wie sagte schon Angelus Silesius: „Viel haben macht nicht reich. Der ist ein reicher Mann, der alles, was er hat, ohn‘ Leid verlieren kann.”

anzeige1Kurze Zeit später sitze ich bei der Polizei und erstatte Anzeige. Na, das wird auch nicht viel ändern, mein Hühnerschreck kurvt sicherlich schon zwischen Oder und Weichsel durch die Pilze.

Der Rest des Tages steht zwar nicht mehr so direkt unter dem Jammer, aber so ganz will es auf Grund des Diebstahls nicht fluppen.

Ein Sonnenschein war mein Besuch bei Ilse. Sie bittet mich sie zum Arzt zu fahren, was ich auch sehr gern mache. Da komme ich wenigstens auf andere Gedanken.

Ne, war nichts, denn als ich im Wartezimmer den Stern aufschlage, bin ich durch den Aufmacher schon bedient. Zig Seiten berichten über den Krebs, Chemos, Bestrahlung und….. Ich will nicht weiter lesen, aber ich schaffe es nicht. Immer wieder muss chemoich zur Illustrierten greifen, auch wenn ich es nicht will. Ich erfahre, dass die traurige Schar der Krebskranken jährlich um 400.000 Personen wächst, sehe Bilder von Kranken ohne Haare und lese über Hoffnungslosigkeit. Und dann schaue ich gedankenverloren Minuten in den Spiegel des Wartezimmers und verwünsche meine Neugierde. Zum Glück kommt Ilse bald wieder zurück, so dass ich, ohne den Artikel komplett durchgelesen zu haben, das Wartezimmer fluchtartig verlasse. Ne, so einfach kann ich nicht meine Geschichte mit der Krankheit abhaken, auch wenn die Heilung deutlich niedergeschlagen hat.

Ein halbes Jahr ist schon wieder vorbei, ich fahre auf dem Rückweg noch bei einem Sanitätshaus vorbei und hole mir neue Stützstrümpfe. Natürlich schmeiße ich die alten nicht weg, sondern habe für die Zukunft immer ein Paar in Reserve.

Sonst versuche ich gegen den Frust des Diebstahls anzugehen, denn das Fahrzeug war wirklich ein schönes Schmuckstück.

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Responses

  1. Vielleicht geht es eher um die Aussage Jesu:
    „Wer zwei hat, gebe dem, der nichts hat.“
    Wie sagt der Volksmund? „Alle guten Dinge sind drei, was darüber ist, ist vom Übel. So hat sich reduziert, was ohnehin zu viel war. TG

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  2. Wie du weißt, habe ich hier nicht alles gelesen und weiß deshalb nicht, was weiterhin aus dem, dir gestohlenen Hühnerschreck geworden ist?
    Du meinst, es waren damals ….’polnische Bürger‘?
    Zu dem Spruch von Angelus Silesius oben ist mir zusätzlich eingefallen, was einer mal gesagt hat:
    „Ein reicher Mann ist nichts anderes als ein armer Mann mit viel Geld.“ ;-)

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    • Lese weiter, das Teil wurde gefunden und mir wieder zurückgegeben. Ost ja auch nicht damit gefahren worden.

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