Verfasst von: Hao | 7. Februar 2009

Vom „Segen“ der Krankheit…


Samstag, 7.2.2009


Boas sprach zu den Schnittern: Der HERR sei mit euch! Sie antworteten: Der HERR segne dich!
Rut 2,4

Segnet, weil ihr dazu berufen seid, dass ihr den Segen ererbt. 1.Petrus 3,9

Wo gibt es das schon? Da gibt man etwas weg, um es zu empfangen. Jeder Geschäftsmann würde über kurz oder etwas lang pleite gehen, wenn er so handelt.

gottes-herz-ist-nicht-aus-steinGeben und reicher werden: Das ist das Geheimrezept Gottes, welches schon lange kein Geheimnis mehr ist. In der Liebe funktioniert es schon, offensichtlich auch im Segen.

Wann habe ich das letzte mal mit oder ohne Worte einen Menschen gesegnet?

So wünschen und singen wir uns zum Geburtstag: „Viel Glück und viel Segen auf all deinen Wegen, Gesundheit und Frohsinn sei’n auch mit dabei!” Wenn Juden sich das auf Hebräisch wünschen, heißt es: „Hazloche un broche”, also Glück und Segen. Daraus ist früher der im Deutschen sonst nicht erklärbare Wunsch „Hals- und Beinbruch” geworden. Niemand würde jemandem wünschen, dass er sich den Hals und ein Bein bricht. Aber „hazloche un broche”, also Glück und Segen, sollten wir uns öfter wünschen.

ein-gutes-fundamentGott, der Ursprung und Vollender aller Dinge, segne dich, gebe dir Glück und Gedeihen und Frucht deiner Mühe und behüte dich, sei dir Schutz in Gefahr und Zuflucht in Angst. Er lasse leuchten sein Angesicht über dir, wie die Sonne die Erde wärmt und Freude gibt dem Lebendigen, und sei dir gnädig. Er löse dich von allem Bösen und mache dich frei. Er sehe dich freundlich an, er sehe dein Leid, er heile und tröste dich. Er gebe dir Frieden, das Wohl des Leibes und das Heil der Seele. Amen. Gott will es so. Gott selbst. So steht es fest nach seinem Willen für dich! Amen!

der-himmel-ist-naheEin langer, vielleicht viel zu langer Tag geht zu Ende. Draußen stirbt der Tag wie an jedem Abend, um mitten in der Nacht wieder neu aufzustehen.  Aber was tut man denn nicht alles, um Menschen bei Laune zu halten? Nein, mal ganz im Ernst. Es muss sein, denn was ich alles durch meine Krankenschwester bekommen habe….. Da kann ich sie doch schließlich nicht auf dem Trockenen sitzen lassen, wenn sie mal meine Hilfe braucht. Wer weiß, vielleicht würde sie bei der nächsten Untersuchung extra daneben stechen, wenn ich jetzt „Nein“ sage.

Ne, das mache ich nicht und sie auch nicht. So stehe ich dann um die Mittagszeit vor ihrer Türe und werde erst einmal mit einem leckeren Arbeitsessen „abgefüllt“. Dann komme ich an die Reihe: Zuerst der Versuch einer Spülmaschine zu Leibe zu rücken. jetzt-geht-es-zur-sacheDoch ohne Schaltplan muss das Vorhaben schnell wieder aufgegeben werden. An verstopften Sieben kann der unterbrochene Wasserzulauf  jedenfalls nicht liegen. Von der Küche ins Wohnzimmer: Wasser und eine Tastatur: Dass dieses nicht gut gehen kann, versteht sich von selbst. Anschließend der dickste Brocken: Eine komplette Sicherung der Daten und ein Neuaufbau, weil der Computer auf eine Festplatte zurückgebaut werden soll, zumal nichts mehr läuft.

Gegen 19 Uhr schnappe ich mir das Gerät und nehme es mit nach Hause, will die Angelegenheit mit einem Image von mir wieder zum Laufen bringen. Gegen 2 Uhr, es kann auch etwas später gewesen sein, lege ich den Hebel um: Geschafft. Jetzt kommen nur noch die Feinarbeiten und die Treiber für den Ton. Aber nicht  mehr heute.

derzeit-nicht-einsetzbarIch sehe das betriebsame Wochenende aber noch auf einem anderen Hintergrund. Am Montag kommt die Stunde der Wahrheit. Da geht es um mein Leben, Überleben und  Weiterleben. Ich wehre mich an den Termin zu denken, doch ich schaffe es nicht,  fühle mich aber dennoch unendlich geborgen in Gottes Händen. Und doch ist da eine Macht, die nach mir greifen und mich in die Knie zwingen will. Ich möchte das nicht und empfinde es als Wohltat mich im Reparieren eines seelenlosen Computers fast zu verlieren. Ich weiß, dass mir nichts geschehen kann und dass es aufwärts geht. Aber wenn ich daran denke, rieche ich wieder die Chemo und, und, und… Ich glaube, dass ich auch etwas traurig sein darf, auch dann, wenn es mir sehr gut geht.

So kämpfe ich auch was-bringt-die-zeitnicht dagegen, denn die Traurigkeit, die nach mir greifen will, endet nicht in meiner Verzweiflung, sondern in einer spürbaren Nähe des Herren, die in ganz besonderer Art und Weise mir zur Verfügung steht so dass ich, egal, was auch passiert ich weiterhin sagen kann: „Es geht aufwärts“.

bei-dir-jesus-will-ich-bleiben

„SEGEN“ DER KRANKHEIT

Wie dank ich euch, ihr Krankheitstage,

die ihr so hoch gesegnet seid!

Die ihr uns trennet von der Plage

der irdischen Beweglichkeit!

Wo still der Geist bei sich zu Hause,

der sonst sich stachelnd vorwärts treibt,

wo von wildem Lebensbrause

ein Flüstern nur noch übrig bleibt.

Wie eine Mutter voll Erbarmen

die Schmerzen stillt dem armen Kind,

so hält dich Gott in milden Armen,

die nie dem Flehn geschlossen sind.

Und ist die Welt von dir geschieden,

nach innen wende Aug‘ und Sinn;

aus Angst entflieh zu tiefem Frieden,

aus Schmerz zur ewgen Wonne hin.

Es liegt vom Ostmeer tief umfangen

die alte Stadt im Wunderglanz,

und ruht das Meer, siehst du sie prangen,

in Trümmern schön und herrlich ganz.

Das ist dein eigen Innenleben;

ist nur ein Spiegel, still und gleich,

tief unten schaust du sich erheben

das sonst verborgne Gottesreich.

vater-ist-doch-bei-mir

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Responses

  1. Es nimmt der Aussage nichts – aber: „Hazloche un broche “ ist nicht hebräisch, sondern jiddisch.

    Heute ist der Tag der Wahrheit, wie man sagt… wisse dich behütet!

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    • Danke für den Hinweis. Ich hab es auch erst dreimal gelesen, dann aber doch zum Schluss der Veröffentlichung geglaubt. Hätte mal auf mein Gefühl hören sollen.

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  2. Heute ist Montag. Gott schenke, dass Sie seine liebevolle Fürsorge spüren.
    Magdalene

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    • Habe ich, habe ich… Nur auf die Schnelle: Daumen auf Dank umprogrammieren. Grüner hättes es nicht werden können. Heute abend viel mehr. Hao, den Tränen nahe.

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  3. Tränen laufen lassen Hao, das ist wichtig.
    „Jetzt wird sich gefreut!“, wie mein Vater zu sagen pflegte.
    Hallelujah!

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    • Ja, und was sagte der kleine Sohn am Abend zu den Eltern? „Ich gehe jetzt auf mein Zimmer und mache mein Abendgebet. Braucht ihr noch was?“ Auch am WOE gehört??????

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