Verfasst von: Hao | 2. Februar 2009

Hoffentlich nicht nur ein Traum


Montag, 2. Februar 2009

Fürchte dich nicht; denn ich bin bei dir und will dich erretten, spricht der HERR. Jeremia 1,8

Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist. Lukas 19,10

lichtZwei Polizisten treffen mitten in der Nacht einen Mann, der unter einer Laterne in einer abgelegenen Straße etwas sucht. Sie bieten dem Mann ihre Hilfe an. Und so suchen sie zu dritt nach dem verlorenen Hausschlüssel. Schließlich fragt einer der Beamten den Mann: „Wo haben Sie denn Ihren Schlüssel verloren?” – „Vor meiner Haustür!” – „Und warum suchen Sie dann hier unter der Laterne?” – „Weil es hier heller ist!”

bis-zum-horizontViele Menschen sind auf der Suche. Sie suchen mehr, viel mehr als nur Schlüssel oder irgendwelche bedruckten Papiere. Nein, sie sichen das Leben, sie suchen den Sinn, einen Halt, sie suchen sich selbst, den Frieden, sie suchen Gott. Aber sie suchen dort, wo es hell und schön ist. Doch auch kleinste Reste der Vernunft sagen uns, dass man Dinge nur dort wieder finden kann, wo man sie verloren hat.

Der Ort, an dem wir Leben, Sinn, uns selbst, den Frieden und den Halt, die Freude und Erfüllung verloauf-reisen1ren haben, ist dort, wo Menschen sich von Gott abwandten, die Sünde. Darum ist es einsichtig, dass wir nur dort das alles wieder finden, was wir in der Trennung von Gott verloren haben. Das ist der Grund, warum Jesus die Menschen eingeladen hat umzukehren, die Sünde zu bekennen, Vergebung zu empfangen und die Beziehung zu Gott wieder zu finden. Man kann ein Paradies nur dort wieder finden, wo man es verlassen hat.

Von wegen Rentnerleben: Nicht mit mir, jedenfalls nicht in der Nacht, in der letzten Nacht. Nein, es tun sich keine Abgründe auf, sondern nur „Gründe“ und zwar sehr schöne. Wie es kommt, ich weiß es nicht, jedenfalls bin ich Lehrer in einer Berufsschule. So mache ich eines Tages einen Ausflug nach uni-bochumHamburg, wo wir die Uni besuchen. Wir schnuppern auch in eine Vorlesung rein, in der es um Rauschgifte geht. Es referiert ein blutjunger Doktor, der mir auf den ersten Einblick sofort sympathisch ist. Es berichten einige Betroffene, sie allemal menschliche Wracks sind und sich den goldenen Schuss setzten wollen. Ich bin sehr betroffen, viele meiner Schülern machen Witze und nehmen die Todeskandidaten nicht einmal erst. Dann führt uns der Doktor durch weitere Räume und hat eine Engelsgeduld für das teilweise entgleisende Verhalten der Schüler, wofür ich mich permanent entschuldige.

Vor der Pause hält der Akademiker noch eine kleine Rede, die doch tatsächlich mit einer Andacht endete. Jetzt weiß ich, dass ich es mit einem Bruder zu tun habe, aber einem echten. Ich frage ihn in welche Gemeinde er geht, worauf er mich auf eine kleine Studentengemeinde hinweist. Der Mann hat bei meiner Fragestellung und bei meinem Verhalten auch mein „Lager“ gemerkt. Von einer zur anderen Sekunde sind wir ein Herz und eine Seele. Wir verabreden uns zu treffen, um in Kassel ein Konzert zu besuchen.

Im zweiten Teil des Besuches sollen die Schüler den Vormittag reflektieren, wobei alle Stilelemente erlaubt sind. Mein Doktor möchte zur Selbstkontrolle mit Genehmigung meiner Schüler alles auf Video aufzeichnen. Die Jugendlichen sind Feuer und Flamme.

Doch während der Aktion passiert es: Ein Schüler ist stinkesauer, stiftet andere an und sie überfallen den Doktor, reißen ihm die Kamera aus den Händen. Die Situation entgleitet, was soll ich tun? Ich kann doch nicht meinen neu gewonnen Freund und Bruder von meinen eigenen Schülern zusammenschlagen lassen. Ich greife ein, obwohl es unmöglich ist, ich sollte lieber meine eigene Haut retten, das Ganze ist schon lange kein Spiel mehr.

Doch getreu meines Wahlspruches „Ein Mann mit Gott ist immer die Mehrheit“, bekomme ich ungeahnte himmlische Kräfte, gehe mutig dazwischen und kann auch unter Einsatz von Gewalt meinen Bruder der wütenden Menge entreißen.

Dann werde ich wach und stelle mir nur eine Frage: „Wie hätte ich mich in der Realität verhalten, wenn ein Mensch unter die Räuber fällt?“ Ich weiß es nicht, ich kann es jetzt auch nicht sagen, hoffe nur, dass Traum und Wirklichkeit, was mein Verhalten betrifft, identisch sind.

Heute verlebe ich jedenfalls einen äußerst friedlichen Tag. Im Großen und Ganzen waren die letzten Jahre immer „friedlich“. Allein meine Krankheit hat mich an vielen Punkten „gezähmt“, zumal ich mir seitdem nicht jeden Schuh anziehe, den man mir vor die Füße stellt. Manchmal denke ich, dass sicherlich viele Dinge in meinem Leben total anders gelaufen wären, wenn sich der Krebs  früher eingestellt hätte.

1971Mein Schreibtisch bietet mir wieder einiges an Arbeit, auch die Post bekommt von mir noch Besuch. Sonst widme ich mich dem täglichen Allerlei, habe einer meiner Festplatten verkauft, um mir eine größere zu beschaffen, denn meine Datenmenge steigt doch durch das Scannen in ungeahnte Dimensionen. Mit anderen Worten: Mein Hobby ist noch auf Jahre gesichert.

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