Verfasst von: Hao | 5. Januar 2009

Unsere Unmöglichkeiten sind Gottes Möglichkeiten


Meine Predigt über die Jahreslosung

Zeig uns dein königliches Walten, bring Angst und Zweifel ganz zur Ruh. Du wirst allein ganz Recht behalten. Herr, mach uns still und rede Du. Amen

Ein Mann wurde darüber informiert, dass ein Wirbelsturm und eine Flutwelle sein Haus hinweg gerissen hätten. Er lachte und sagte: „Völlig unmöglich, ich habe den Hausschlüssel in meiner Tasche.”

Ein Junge hörte im Konfirmandenunterricht, dass Gott die Welt und den Menschen geschaffen habe Er lachte und sagte: „Völlig unmöglich, ich habe im Biologiebuch gelesen, dass die Welt aus einem Urknall entstanden ist und der Mensch vom Affen stammt!”

Ein Mann hörte in einer Sonntagspredigt, dass Jesus von den Toten auferstanden sei. Er lachte und sagte: „Völlig unmöglich, es ist noch nie jemand zurückgekommen!”

Eine Frau hörte ihre Nachbarin sagen, dass sich jeder Mensch einmal vor Gott für sein Leben verantworten müsse. Sie lachte und sagte: „Völlig unmöglich. Mit dem Tode ist alles aus!”

Ein Mann erzählte in einem Gesprächskreis, dass er im Krieg in einer bedrohlichen Situation im Schützengraben eine laute Stimme hörte, die ihn aufforderte, zwei Schritte zur Seite zu gehen. Eine Minute später schlug an dem Platz, den er verlassen hatte, eine Granate ein. Die Zuhörer lachten und sagten: „Völlig unmöglich, das ist alles nur Einbildung!”

„Sie haben Lymphdrüsenkrebs“, sagte mir die Ärztin am 9. Juli 2007. „Völlig unmöglich“, meinte ich, „vor 10 Minuten war ich doch noch auf dem Flohmarkt“.

„Völlig unmöglich“. Wir kennen solche Äußerungen, haben sie oft genug schon gehört und auch schon selbst gesagt: „Das ist doch unmöglich, das kann nicht wahr sein“.

Wir Menschen haben unsere Vorstellungen, unsere Regeln, die unumstößlich sind. Was einmal gilt, gilt immer. Es sind die Erfahrungen, die wir 20, 30, oder 40 Jahre gemacht haben Wenn die Lebenserfahrung erst einmal die Richtung weist, ist es eben so wie es ist, weil es immer schon so war.

Unsere Erfahrungen geben uns auch schließlich recht. Wenn man einen Stein fallen lässt, fällt er eben immer nach unten, wenn dieses auf der Erde geschieht. Aber schon im Weltraum ist es anders, ganz anders. Wer ständig raucht, darf sich nicht wunder, wenn er sich Krebs einfängt, wer ohne Winterreifen bei Schnee in den Harz fährt, darf sich nicht Fragen stellen, warum er im Schnee stecken bleibt. Und trotzden fragen wir immer wieder: Warum gerade ich? Warum hat es mich getroffen? Das ist doch unmöglich.

361 Tage voller neuer Unmöglichkeiten liegen vor uns. 361 unbeschriebene Kalenderblätter. 361 mal der Beweis, dass viele Dinge unmöglich sind, aber auch, wenn man der Werbung von Toyota glaubt „Nichts ist unmöglich „.

Möglich oder Unmöglich? Wir sind ganz dicht bei der Jahreslosung für 2009, die lautet: „Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich“.

Bibelstellen kann man oft schlecht ohne den Zusammenhang, in denen sie stehen, betrachten. Deshalb wollen wir den Kontext sehen und bedenken.

Die Jahreslosung für 2009 steht bei Lukas 18, in den Verse 18 bis 27: „Und Jesus wurde von einem Oberen gefragt, der sprach: Guter Meister, was muss ich tun, damit ich das ewige Leben ererbe? Jesus aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als Gott allein. Du kennst die Gebote: »Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis reden; du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren!« Er aber sprach: Das habe ich alles gehalten von Jugend auf. Als Jesus das hörte, sprach er zu ihm: Es fehlt dir noch eines. Verkaufe alles, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm und folge mir nach! Als er das aber hörte, wurde er traurig; denn er war sehr reich. Als aber Jesus sah, dass er traurig geworden war, sprach er: Wie schwer kommen die Reichen in das Reich Gottes! Denn es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher in das Reich Gottes komme. Da sprachen, die das hörten: Wer kann dann selig werden? Er aber sprach: Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich“.

Mal was Grundsätzliches zu dem Predigttext: Schlägt einem frommen Menschen nicht das Herz höher, wenn er die Frage hört: „Was muss ich tun, um in den Himmel zu kommen?“ Wer stellt sie denn heutzutage denn eigentlich noch in unserer aufgeklärten Welt? Was würdest Du sagen, wenn Dir mal ein Mensch diese Frage stellt? Dreht man diese um, nämlich: „Was muss ich tun, um in die Hölle zu kommen?“, wäre die Antwort um ein Vielfaches einfacher. Sie würde lauten: „Nichts, lebe so weiter wie bisher, dann geht alles automatisch“. Aber die Frage nach dem Himmel? Vielleicht: „Geh in die Kirche, frag mal einen Pastor, frag mal Schwester Traudel, die hat das ja schließlich gelernt… Fragen wir uns doch mal in einer stillen Stunde was wir sagen, wie wir antworten würden. Oder bleibt da nur ein roter Kopf? Verlegenheit???? Vielleicht haben wir aber auch noch nie diese Frage gestellt? Das mal so am Rande.

Jesus führt ein Gespräch mit einem Reichen. Dieser fragt: „Was muss ich tun, um das ewige Leben zu erlangen?“ Es geht ihm um die grundlegenden Fragen des Lebens: Was gibt meinem Leben Bestand, was gibt ihm Sinn, Hoffnung und ein Ziel?

Jesus weist den Fragenden auf die Gebote hin und bekommt doch tatsächlich die Antwort: „Alles klar, hab ich alle gehalten“

Das ist schon ein richtiger Hammer, wenn einer das sagt. Könntest Du das? Ich nicht. Jesus nimmt seinem Gegenüber aber diese ungeheure Aussage, die ich ihm nicht einmal glaube, denn wer kann das schon?, ab, stellt die Antwort nicht in Frage, sondern verweist auf eine Sache, mit der wir gar nicht gerechnet haben. Da war noch etwas, was nicht passte, nämlich der Reichtum dieses Obersten.

Die Antwort Jesu ist zunächst ernüchternd: „Es fehlt dir noch eines. Verkaufe alles, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm und folge mir nach! Wie schwer kommen die Reichen in das Reich Gottes! Denn es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher in das Reich Gottes komme“.

Verkaufe alles, was du besitzt … und folge mir nach“. Das schockiert nicht nur den Reichen, sondern auch die Jünger und die Umstehenden. Das Bild Jesu vom Kamel, das nicht durch ein Nadelöhr gelangen kann, weist noch einmal auf die fast unüberwindbare Hürde hin, die der Reichtum für die Nachfolge Jesu und die Teilhabe am Reich Gottes darstellt. Dass mit dem Nadelöhr muss ich erklären. Das Nadelöhr ist natürlich nicht die meist länglich-ovale, manchmal auch kreisförmige Durchlassöffnung am Ende einer Nähnadel. Als Nadelöhr wurde eine kleine schmale Öffnung im Stadttor benannt. Wenn das Tor der Stadt bei Sonnenuntergang aus Furcht vor Räubern geschlossen wurde, brauchte der Wächter nur das kleine Nadelöhr zu bewachen. Der Durchgang durch dasselbe war mit Absicht erschwert, damit das Eindringen von Feinden verhütet wurde. Dass da kein Kamel durch passte, versteht sich von selbst. Das einzige Mittel, um nach Feierabend noch in die Stadt hinein zu kommen, war sich durchzuquetschen. Und dass das nicht mit großem Gepäck funktionierte, versteht sich auch von selbst.

Einem Menschen, der so fromm war, gibt Jesus eine solche harsche und abweisende Antwort? Ich hätte ihn erst einmal mit Lob überschüttet, meine Freude über seine Grundein-stellung mitgeteilt, ihn positiv aufgebaut und ihn nicht so dermaßen vor den Kopf gestoßen, so dass wir uns heute nach 2000 Jahren immer noch fragen, ob das vielleicht nicht gerade übertrieben war.

Jesus grenzt mit seiner scheinbar lieblosen Antwort alle Reichen von der Ewigkeit aus. Mit anderen Worten: „Biste reich, haste keine Chancen“. Da habe ich aber Glück, ich gehöre nicht dazu. Von wegen. Wir alle sind gemeint, denn arm wie eine Kirchenmaus sind wir doch nun alle nicht, wenn wir uns nicht gerade mit einem Scheich vergleichen.

Und nun? Sind wir wirklich alle ausgeschlossen? Da haben wir aber schlechte Karten und das bereits am Anfang des neuen Jahres.

Schauen wir mal genau hin: Es ist nicht der Reichtum an sich, der vom Himmel ausschließt. Jesus greift tiefer und macht deutlich, was uns bindet, was uns in Sicherheit wiegt, was uns von der bedingungslosen Nachfolge abhalten kann und will, das sollten wir unter Kontrolle bekommen, uns u. U. davon trennen. „Martin Luther hat nicht umsonst zu dieser Stelle gesagt: „Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott.“

Der Reiche fragt: „Was muss ich tun?“ Er verfehlt das Leben, weil er nur auf das eigene Tun baut, weil er nicht auch lassen, sich verlassen, sich Gott über-lassen kann.

Auf die verunsicherte Frage aus dem Zuhörerkreis: „Wer kann dann selig werden?“ antwortet Jesus mit den Worten der Jahreslosung und gibt dem Gespräch dann doch einen ermutigenden Abschluss. „Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich“.

Jesus lenkt deshalb den Blick der Zuhörer weg vom Menschen hin zu Gott. Er ist der Handelnde, wir sind die Empfänger und dürfen, wenn wir ihm vertrauen, von ihm alles erwarten, auch das, was bei Menschen unmöglich ist.

Nur Gott selbst kann das, was wir uns wünschen, dass aus dem Unmöglichen eine Möglichkeit wird. Für Gott ist nichts unmöglich – als Kind kommt er auf diese Welt, „wird niedrig und gering und nimmt an sich eins Knecht Gestalt, der Schöpfer aller Ding!“ In einem ohnmächtigen Kind zeigt der Mächtige seine Macht und Möglichkeiten. In den Kindern, die Jesus segnet, zeigt er uns, wer das Reich Gottes ererben wird: Diejenigen, die von Gott alles erwarten, die ihre Grenzen kennen und akzeptieren und die sich ganz auf ihn verlassen.

So als wollte der Evangelist Lukas uns mit der ablehnenden Haltung gegenüber dem Reichen versöhnen, stellt er dem Gespräch die Segnung der Kinder voran. Sie sind die wahren Reichen. Ihnen stehen alle Möglichkeiten offen.

Im Zentrum Jesu Worte steht seine Einladung, unserem Leben eine neue Blickrichtung zu geben: von uns weg hin zu Gott, von unseren eigenen Sicherungsversuchen hin zu einem grenzenlosen Vertrauen in Gottes Zuwendung und Fürsorge. Wenn wir uns auf Gott einlassen, dann wird das uns selbst und auch unseren Umgang mit anderen verändern. Dann wird sich auch der Stellenwert verschie-ben, der Besitz in unserem Leben hat.

2009: Ein neues Jahr hat angefangen. Der Spruch aus der Werbung: Entdecke Deine Möglichkeiten“ wird zu „Entdecke Gottes Möglichkeiten“ verändert. Entdecke aber auch deine Grenzen und vertraue dem, für den nichts unmöglich ist!“

Unsere Unmöglichkeiten sind Gottes Möglichkeiten. Gott sagt nicht: „Geht nicht, gib’s nicht“.

Eigentlich ist es unmöglich, dass wir den großen, allmächtigen Gott begreifen können. Seine Liebe zu uns hat ihm keine Ruhe gelassen. So ist er an Weihnachten in Gestalt des Kindes in der Krippe zu uns gekommen und hat sich für uns begreiflich gemacht. Damit sind wir bei einem weiteren wesentlichen Punkt, den Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des Glaubens:

Es ist menschlich unmöglich: dass ich mir meine Rettung erarbeiten und den Himmel verdienen will. Das geht einfach nicht.

Ich könnte meine eigenen guten Werke vorbringen, die ich getan habe. Doch ich habe nicht nur Gutes getan, manches war auch schlecht oder gedankenlos. So ist es menschlich unmöglich bei Gott durch die guten Werke gerettet zu werden.

Ich könnte versuchen mit meinem eigenen Verstand die Welt zu begreifen und meinem Leben einen eigenen Sinn geben.

Ich könnte mich auf meine eigenen Gefühle verlassen und versuchen die Welt besser zu machen. Doch das wurde in der Geschichte immer wieder probiert und ist regelmäßig an den menschlichen Möglichkeiten gescheitert.

Weil weder meine eigenen Werke, noch mein eigener Verstand und auch nicht meine eigenen Gefühle zur Rettung ausreichen, kann, darf und muss ich nach den göttlichen Möglichkeiten fragen:

Gott macht es möglich, denn er sagt: Ich schenke dir die Rettung, denn den Glauben und den Himmel kannst du nur geschenkt bekommen.

Gott sagt: Gute Werke sind wichtig, du sollst sie tun, weil ich dich gerettet habe. Und damit werden sie zu göttlichen Werken, aber sie sind Folge und nicht Voraussetzung für die himmlische Ewigkeit.

Gott sagt: Meine Beziehung zu dir ist von Liebe geprägt, ich möchte dich in sie einhüllen. Aus dieser Liebe heraus kannst du anderen mit Mitgefühl begegnen und ihnen diese göttliche Liebe nahe bringen.

Ich wiederhole noch einmal den Satz von vorhin: Unsere Unmöglichkeiten sind Gottes Möglichkeiten. Gott sagt: „Geht nicht, gib’s nicht“.

Was bedeutet das für das neue Jahr?

Gute Vorsätze einzuhalten ist menschlich gesehen, eigentlich unmöglich. Doch mit göttlicher Kraft lohnt es sich auf das Unmögliche einzulassen und sich mit dem Blick auf Gottes Hilfe Gute Vorsätze vorzunehmen.

Ein wohl bester Vorsatz wäre mit den Möglichkeiten Gottes in seinem Leben täglich zu rechnen, das heißt Gottes Versprechen für unser Leben in Anspruch nehmen.

Gottes Möglichkeit, das ist seine Vergebung, auch wenn andere Menschen mir nicht und wenn ich mir sogar nicht vergeben kann und will.

Gottes Möglichkeit kann die komplette Heilung von einer Krankheit sein.

Gottes Möglichkeit, ist heißt Jesus Christus für Dich ganz persönlich.

Gottes Ziel liegt in dem einfachen Satz begründet: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.“

Ein neues Jahr mit unzähligen Möglichkeiten hat begonnen. Ein Jahr, in dem wir auch an unsere Grenzen kommen werden. Ein Jahr, in dem Gott das Unmögliche möglich macht. – er ist bei uns, jeden Tag. Immer wieder neu.

Lasst uns im neuen Jahr 2009 mit den Möglichkeiten Gottes rechnen und leben: Einem Gott, neues Leben schaffen kann, der aus total verfahren Situationen Auswege aufzeigt. Und vor allem einem Gott. der durch Versöhnung einen Neuanfang schenkt, denn „Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich“. Amen!

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