Verfasst von: andy55 | 26. November 2008

Am Rand des Abgrundes


Mittwoch, 26. November 2008

„Geh hin, der HERR sei mit dir!“ 1.Samuel 17,37

„Paulus schreibt an Timotheus: Sei stark, mein Sohn, durch die Gnade in Christus Jesus.“ 2.Timotheus 2,1

Einige Jungen erlaubten sich einen frechen Silvesterscherz. Sie stahlen aus der Dorfkirche die große Altarbibel. Zu Hause schnitten sie respektlos in das Innere ein großes Loch, verbargen darin einen Knallkörper und verbanden einen Zünder mit dem Deckel des Buches. Gut verpackt legten sie die Bibel nachts vor die Pfarrhaustür. Am Neujahrsmorgen entdeckte der Pfarrer das Paket, öffnete es und fand darin die gestohlene Bibel. Voller Freude öffnete er das Buch. Da gab es einen lauten Knall, und dem Pfarrer flogen die Fetzen um die Ohren. Vom Schreck erholt und vom Dreck gesäubert, geht der Pfarrer in die Kirche und beginnt seine Neujahrspredigt mit der Geschichte von der explodierenden Bibel. „Wer dieses Buch öffnet, muss mit Explosionen rechnen.
Denn in diesem Buch ist Dynamit Gottes, seine lebensverändernde Kraft enthalten!“ Eindrücklich predigte er über die lebendige Macht des göttlichen Wortes, über die Macht, die in der Bibel verborgen ist und die sich in das Leben hinein auswirkt, wenn wir die Bibel öffnen und darin lesen. Die Jungen, die neugierig gekommen waren, um einen explodierenden Pfarrer zu erleben, wurden von den Worten so gepackt, dass sie ihren Streich bekannten und sich zu Jesus bekehrten.

Wer Gottes Wort öffnet, darf mit der Kraft Gottes und der Macht Jesu rechnen. Welche „Explosionen“ würden sich wohl in unserem Leben ereignen, wenn wir Gottes Wort ganz ernst nähmen. Aber was bleibt von der Bibel und ihrer Lebensmacht, wenn man die Gerichtsworte Gottes in den Wind schlägt und seinen Verheißungsworten kein Vertrauen schenkt. Die Bibel wird zum wirkungslosen Bestseller in Schränken und Vitrinen. Die Bibel will gelesen und gelebt sein. Dann lässt sie die Mächtigen zittern und verleiht den Ohnmächtigen übermenschliche Kräfte. Denn das Wort Gottes ist Dynamit, Lebenskraft.

Hat es bei Dir schon geknallt?

So ganz langsam geht meine Kur dem Ende entgegen. Klar, es sind noch einige Tage, aber dennoch versuche ich mich jetzt schon etwas auf den Abschied einzustimmen, zumal inzwischen hier alles neue Gesichter sind. Ich gehöre offensichtlich derzeit zum Urgestein, denn kein anderer hat es hier so lange ausgehalten.

Mein Husten ist immer noch nicht weg. Langsam fängt er an mich zu stören, denn er geht mir, wenn ich in Gesellschaft oder beim Essen bin, kräftig auf den Senkel. Der Doktor hat mir Antibell-Tropfen verschrieben, die ich zu Abend nehmen soll. Bin mal gespannt, ob diese auch wirken.

ostseebaggerMeine üblichen Programme, es hat sich ja auf diesem Gebiet nichts Neues getan, spule ich mit der mir eigenen Gelassenheit ab. Die sportlichen Aktivitäten strengen mich auch nicht sonderlich an, nur das Walking fordert mich. Heute bin ich schon um 14 Uhr fertig. Ich zögere zuerst, als ich mir den Himmel anschaue, aber dann ziehe ich mich doch wieder warm an, schwinge mich auf den Hühnerschreck und fahre meine Standardstrecke. Zuerst nehme ich mir aber Zeit und beschaue die Arbeit des Baggers, der immer noch an der Ostsee arbeitet. So langsam kann man einen Erfolg sehen. Als ich ein Kind war, sah ich auch immer ältere Herren, die offensichtlich viel Zeit hatten, an Baustellen zuzuschauen. Und nun gehöre ich auch dazu, auch wenn ich noch keinen Hut, sondern nur eine Pudelmütze trage.

Nachdem ich mich über den sichtbaren Fortschritt informiert habe, geht es weiter über den schmalen Steilküstenweg. Das Wetter hat alle zugefrorenen Pfützen tauen lassen und den Lehmweg in eine einzige Rutschbahn verwandelt.
nur-noch-zentimeterZuerst macht das ja noch etwas Spaß, aber als dann permanent das Hinterrad meines Hühnerschrecks ausbricht, weil sich inzwischen das komplette Profil der Reifen mit Lehm gefüllt habe, ist Schluss mit lustig. Ich steige ab, will noch einige Bilder machen und zwar an der engsten und gefährlichsten Stelle. Da passiert es. Ich trete einige Meter zurück, Dann  sehe ich, wie der Hühnerschreck im Zeitlupentempo Richtung Seeseite umkippt. Ich bin so geschockt, dass ich nicht in der Lage bin, genügend Zeit habe ich noch, das  Rad aufzufangen. Aber ich kann nicht. Ich denke nur noch: Fällt es denn runter oder fällt es nicht auf den Strand? Das wäre dann das Ende meines geliebten Hühnerschrecks gewesen. Und es fällt nicht, es schaukelt zwar heftigst, aber es geht noch einmal gut. Mit wackelnden Knien, aber doch dankbar, dass nichts passiert ist, denn mit einem Schrotthaufen möchte ich doch nicht in Gifhorn landen, geht die Fahrt anschließend weiter.

Ich habe komplett neue Tischnachbarn. Ein Mann ist mir gestern schon aufgefallen. Sehr zurückhalten, sympatisch und freundlich. Heute bekomme ich des Rätsels Lösung. Er ist ZJ. Damit habe ich auch nicht gerechnet. Nach dem Essen ziehen wir uns zurück und unterhalten uns unter vier Augen. Na ja, da ist der liebe „Bruder“, „Ich bin nicht ihr Bruder“ an der richtigen Adresse.
wegeWas ich auch sage: Alles ist falsch, ich gehe eben nicht in den Königreichsaal. Dabei wurde mir wieder einmal deutlich, wie verklavt die Menschen sind, die an den „verständigen und treuen Sklaven Jehovas“, also den Wachturm und die, die ihn schreiben, sind. Unter Errettung kann der Mann sich nichts vorstellen, er hofft darauf, auf dieser Erde zu leben, denn „Ich will nicht in den Himmel kommen, sondern mein Platz ist auf der Erde“. Warum sind die Menschen nur so bescheiden? Warum basteln sie ihr eigenes Heil und wissen doch nie, ob es ausreicht?

Den Abend verlebe ich dann, wie immer, wenn hier nichts im Haus angeboten wird, allein in meinem Kobel. Mir fällt immer noch was ein, was ich machen kann, Langeweile ich mir absolut fremd.

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Responses

  1. Zeugen Jehovas gehören zu den ärmsten Menschen auf der Welt; sie kennen keinen Vater – und wollen ihn auch gar nicht kennen!
    Es ist zum Heulen und Zähneklappern.

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