Verfasst von: andy55 | 23. November 2008

Welch ein schöner Tag!


wasserSamstag, 22. November 2008

„Weh denen, die dem Schuldigen Recht geben um Bestechung und dem Unschuldigen sein Recht absprechen!“ Jesaja 5,22.23

„Was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was rein, was liebenswert, was einen guten Ruf hat, sei es eine Tugend, sei es ein Lob – darauf seid bedacht!“
Philipper 4,8

Was liegt näher, dass ich bei dieser Tageslosung mal wieder an die Geschichte der drei Siebe erinnere, die uns Sokrates hinterlassen hat: Ganz aufgeregt kam einer zum weisen Sokrates gelaufen: „Höre, Sokrates, das muss ich dir erzählen, wie dein Freund … “ „Halt ein!“ unterbrach ihn der Weise. „Hast du das, was du mir erzählen willst, durch die drei Siebe gesiebt?“ „Drei Siebe?“, fragte der andere verwundert. „Ja, drei Siebe. Das erste Sieb ist die Wahrheit. Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?“ „Nein, ich hörte es erzählen.“ – „So, so. Aber sicher hast du es mit dem zweiten Sieb geprüft, es ist die Güte. Ist, was du mir erzählen willst, wenn schon nicht als wahr erwiesen, so doch wenigstens gut?“ „Nein, das ist es nicht, im Gegenteil.“ Der Weise unterbrach ihn:
„Lass uns auch noch das dritte Sieb anwenden und fragen, ob es notwendig ist, mir das zu erzählen, was dich so erregt.“ „Notwendig nun gerade nicht:“
„Also“, lächelte der Weise, „wenn das, was du mir erzählen willst, weder wahr noch gut noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit!“
Wann haben wir das letzte Mal Gutes von dem Anderen geredet, Friedensangebote bei gestörten Verhältnissen angenommen? Gefällt es uns nicht viel mehr, wenn wir Schlechtigkeiten über den Anderen erzählen, obwohl wir nicht einmal wissen, ob das, was wir von uns geben, auch der nur annähert der Wahrheit entspricht? Ne, nicht einmal das Prinzip der drei Siebe haben wir, obwohl es nicht in der Bibel steht, angewendet. Hauptsache, es hat Spaß gemacht und das Geschirr hat mächtig gescheppert. Wir werden damit nicht weiter kommen, denn in dem Begriff „Rufmord“ steckt nicht nur das harmlose Wort „Ruf“. Lasst uns wieder anfangen gut über Dritte zu reden, auch wenn sie nicht anwesend sein sollten, denn wer ist schon ganz und gar durchtrieben schlecht? Und selbst bei solchen Menschen sollten wir uns äußerste Zurückhaltung auferlegen.

Was für ein schöner Tag. Woher ich das weiß? Weil ich ihn erlebt habe.
Während der Rest von Deutschland offensichtlich im Schnee versinkt, merke ich hier an der Ostsee nichts davon. Zwar ist leichter Bodenfrost über Nacht gekommen, doch das war es denn auch schon. OK, der Wind ist deutlich kälter, aber dafür scheint auch heute sehr intensiv von einem fast wolkenfreien Himmel die Sonne, um alle Sinne zu wecken. Und die haben bekanntlich bei mir eine ganze Woche geruht.

kurschattenAm Mittag beschließe ich gesund zu sein, nachdem ich die Wetterlage in Augeschein nehme. Dass inzwischen die schwere Erkältung, jeder Zweite hier im Haus röchelt so vor sich hin, der Vergangenheit angehört, ist Voraussetzung für diese durchführbare Willenskundgebung, die nicht nur ein Wille bleibt. Ich schnappe mir nach dem Mittagessen meinen Hühnerschreck, fahre zum Wagen, um meinen Lenkdrachen zu holen. Dann geht es zum Strand.
Genau das richtige Wetter zum Drachenfliegen. Heftiger Wind und eine absolut reine Luft, die eine Sicht fast bis Dänemark erlaubt. So eine Wettersituation habe ich auch noch nicht an der See erlebt, sogar mein Kurschatten war wieder da und begleitete mich auf Schritt und Tritt.

Nur die Sonne will noch nicht so ganz, dann bildet der Drachen und die Sonne eine Sichtlinie. Ich kann aus dieser Sicht den Drachen nicht mehr sehen und muss ihn blind lenken.  Abstürze sind somit vorprogrammiert. Es dauert rund eine Stunde, bis die Sonne aus der Sichtlinie zum Drachen verschwunden ist und ich sorglos mit dem Teil meine Kurven ziehen kann.

lenkdrachenEin oller Rentner beim Lenkdrachenfliegen. Manchmal denke ich: „Hao, hast Du sie noch alle?“ Aber dann sage ich: „Warum nicht? Wer kann es mir verbieten.
Das hab ich schon mit Leidenschaft als Kind getan. Und wenn mein inneres Kind an dieser Stelle mal wieder etwas zum sorglosen Spielen braucht, dann muss es auch was bekommen“. Das eine solche Betätigung auch eine Muskelstärkung beinhaltet, versteht sich von selbst und nützt auch sogar noch dem Rest des Körpers, der auch davon profitiert.

Nach rund zwei Stunden merke ich aber, dass sich die Kälte so langsam in meine Kleidung frisst. Also ist gegen 16 Uhr Schluss mit lustig, weil es zu kalt ist. Ab in den warmen Kobel. Im Hause läuft am Abend nichts, nur meine Nase.

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Responses

  1. Ich freue mich mit Ihnen über diesen schönen Tag. Wie gut, dass das innere Kind lebendig ist.
    Magdalene

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