Sonntag, 29. Januar 2012
Herr, lass mich wieder genesen und leben! Jesaja 38,16
Als die Frau von Jesus hörte, kam sie in der Menge von hinten heran und berührte sein Gewand. Denn sie sagte sich: Wenn ich nur seine Kleider berühren könnte, so würde ich gesund. Er aber sprach zu ihr: Meine Tochter, dein Glaube hat dich gesund gemacht! Markus 5,27-28.34
Der Glaube macht gesund. Das ist Fakt und unstrittig. Gesundheit muss aber nicht heißen, dass sie uns aus allen Knopflöchern entgegen springt. Ich kenne Menschen, die sind schwer krank und innerlich doch viel gesünder als die, die schon zwanzig Jahre nicht mehr beim Arzt waren. Noch schlimmer ist es aber, wenn jede Krankheit als Zeichen von gegenwärtigen Dämonen angesehen werden. Welch ein Wahn, werden doch schon in einem solchen Fall Kinder, die bereits krank auf die Welt kommen, diesem Dämonenwahn geopfert. Dann wären Krankenhäuer Brutstätten von Dämonen und jeder Weißkittel ein Teufelsdiener. Und das Schlimmste: Unsere treue Gudrun würde voll von Dämonen stecken. Welch eine “fromme Blindheit….
Der Glaube macht gesund, auch bei einem „permanenten Pfahl im Fleisch“. Alles andere ist ein Wohlstandsevangelium nach dem Motto: „Ich habe ein Recht auf Erfolg und Glücklichsein“. Und wenn die Jünger danach gelebt hätten, würden wir heute noch unter der Wotanseiche sitzen und bei jedem Blitz meinen, dass Thor mal wieder seinen Hammer nach uns wirft.
Es ist nicht nur draußen kalt, sondern auch in der Küche. So habe ich heute “keinen Dienst” in dem ungeliebtesten Raum meines Hauses. Nach dem Gottesdienst werde ich vom Grinseprinz eingeladen. Hackbraten und ein herrlicher Blumenkohl stehen auf dem Tisch, aber nicht lange.
Kaum habe ich mein Bäuerchen gemacht, geht es in die Stadthalle, wo die Adventisten “schöpfen”. Der Film hat schon beeindruckende Elemente, aber offensichtlich kann er mich nicht so begeistern, denn zwischendurch knicke ich mehrfach wieder ein. Dass Adam und Eva aus dem Computer entschlüpft waren, finde ich nicht so prall. Echte Menschen aus Fleisch und Blut sind mir immer noch lieber. Also war nichts mit “nacktem Fleisch”…
Ich habe mit der Schöpfungsgeschichte keine sonderlichen Probleme. Ich kann mir nicht vorstellen, ob das Glauben daran mir mehr bringt als das Opfer Jesu. Schließt er mir den Himmel auf?
Weiter geht es zum Blaukittel. Der Computer sagt keinen Mucks mehr. Doch als er mich sieht, besinnt er sich eines Besseren und läuft ohne Probleme. Der Kommentar von Schwester Jutta: „Heute sind sie für mich der Mann des Tages“. Damit ich auch noch morgen an sie denke, bekomme ich die Taschen voller Spaghetti zum Mitnehmen.

Danke für den schönen Beitrag, der alles auf den Punkt gebracht hat.
Ich möchte ihn gar nicht zerpflücken…. er hat mich berührt.
Von: Hase am 29. Januar 2012
um 21:39
Jesus war es hier auf der Erde ja immer wichtig, nicht nur den Körper zu heilen, sondern auch Schuld zu vergeben um die verbindung mit Gott wieder in Ordnung zu bringen. Der Glaube macht gesund, das hast du gut gesagt. Mir fällt dann immer Joni Eareckson ein, die trotz ihrem kranken Körper soviel Gutes bewirkt hat.
Kein Wunder, dass du bei dem Film eingenickt bist, nach dem guten Mittagessen………….;-)), ob es wirklich an dem Inhalt des Films gelegen hat?
Von: Sigrun am 30. Januar 2012
um 09:22
Mich interessiert das Thema nicht besonders. Ich werde am Ende meines Lebens nicht danach gefragt ob ich die Schöpfungsgeschichte wörtlich glaube
Von: Hao am 30. Januar 2012
um 09:29
Zumal es deren zwei gibt, die sich nur unter großen Verbiegungen in eins bringen lassen:
in der ersten (jüngeren) kommt der Mensch erst nach allen Tiere, in der zweiten (älteren) ist der Mensch als erstes da – gewissermaßen als Weggefährte Gottes, damit der nicht so allein ist – und die Tiere kommen dann erst, weil der Mensch allein mit Gott auch irgendwie zu allein ist. Was aber auch nicht so ganz hinhaut, der Mensch braucht seinesgleichen.
Die erste Geschichte kommt aus den Sümpfen, die zweite aus der Wüste.
Von: Wolfram am 30. Januar 2012
um 14:45
Genau, und dass wollen viele Bibelleser nicht wahrhaben. Dann wird gebastelt und gedreht, weil man ja an die Bibel glauben will und muss. Was nicht sein kann, das nicht sein darf. Man kann es auch umgedreht sehen.
Von: Hao am 30. Januar 2012
um 15:01
Das ist klar. Aber meine Kinder und Enkelkinder müssen sich durch die Schule damit auseinander setzen, da geht es allerdings mehr um die Frage: Schöpfung-Evolution.
Bei der Frage um die Schöpfung sehe ich das wie bei manchen Fragen der Bibel die nicht heilsnotwendig sind, dass wir das vielleicht unterschiedlich sehen uns aber nicht darum streiten und dem anderen unsere Meinung nicht aufdrücken
Von: Sigrun am 30. Januar 2012
um 14:33
Es ist nicht Aufgabe der Schule, diese Spannung aufzubauen oder gar einen religiösen Text ins Reich der Märchen zu verweisen. Die Evolutionstheorie ist erst einmal auch eine Theorie. Ich kann zwar anhand langanhaltender Beobachtungen feststellen, daß sie offenbar eine Realität beschreibt, aber das reicht noch nicht aus, um damit die Entstehung der Arten und den Urknall als gesicherte Wahrheit festzuschreiben, die alle anderen Ansichten ausschließt.
Erst recht ist die Evolutionstheorie nicht geeignet, die Frage zu lösen, ob die Welt ein reiner Zufall ist oder gottgewollte Schöpfung.
Und das ist m.E. die Aussage vor allem des “ersten” Schöpfungstextes: alles, was unsere Welt ausmacht, ist von Gott gemacht und gewollt. Es ist weder Zufall, noch hat es selbst göttliche Qualität.
Der “zweite” Text ist ein Text, der besonders von Beziehungen spricht: Beziehung des ersten Menschen zu Gott, Beziehung der MEnschen zueinander und zu den Tieren, Beziehung der Geschlechter, Beziehung der Geschwister…
Meiner Meinung nach tragen diese Texte also ganz andere Wahrheiten in sich als die Frage nach der Entstehung der Artenvielfalt und der Dauer dieser Entstehung. Da lassen sich also sowohl Kreationisten (die, die davon ausgehen, es waren genau sechs Tage und genau so, wie es in der Bibel erzählt wird – ja, aber wie denn: 1.Mose 1 oder 1. Mose 2-4?) als auch Anti-Kreationisten (die, die behaupten wie Darwin, es gibt keinen Gott und es ist alles nur Evolution – und vor allem, man muß die Bibel als Lüge entlarven) auf die falschen Fragen ein. Diese Fragen will nämlich die Bibel gar nicht beantworten.
Von: Wolfram am 30. Januar 2012
um 18:12
Genau, denn Schaffen aus dem “bara”, aus dem Nichts, ist etwas, was nur Gott vorbehalten ist. Ihm stand nicht einmal Rohmatrial von Marduk zur Verfügung. Und dann ist der Rest auch in guten Händen…
Von: Hao am 30. Januar 2012
um 20:39
Ich weiss nicht, ob die Abhandlung von Wolfram Eltern von Schulkindern helfen würde, ich glaube mal eher nicht…
Von: Sigrun am 31. Januar 2012
um 08:45
Und warum nicht?
Von: Wolfram am 31. Januar 2012
um 16:48
Hallo Hao,
über Deine Überschrift “Nacktes Fleich” habe ich mich doch sehr gewundert… (schallend lach). Ach, einfach klasse :-)
Ich weiß, dass es in einem anderem Sinn gemeint war, aber der Titel war einfach Spitze.
Einen lieben Gruß
von Gaby.
Von: Gaby am 31. Januar 2012
um 17:11