Verfasst von: Hao | 25. März 2009

Hao bei den Zeugen Jehovas

 
Mittwoch, 25. März 2009

Ihr sollt Priester des HERRN heißen, und man wird euch Diener unsres Gottes nennen. Jesaja 61,6
 
Christus spricht: Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll mein Diener auch sein. Und wer mir dienen wird, den wird mein Vater ehren. Johannes 12,26

Das, was Jesus gesagt hat, nehmen die Zeugen Jehovas wohl sehr ernst. Jedenfalls habe ich es heute so verstanden. Ob allerdings die Menschen, die sich täglich einen abrackern, auch nun wirklich den Willen des Vaters im Himmel tun, wage ich doch, besonders am Abend dieses ereignisreichen Tages stark zu bezweifeln. 
regenEs regnet schon wieder und zwar so heftig, dass, was auch nicht so besonders gut ist, meine Kamera nass wird. Als Ergebnis aber dennoch ein schönes Stimmungsbild von meinem Auto und dem Hühnerschreck. Alles ein wenig verbogen, aber so soll es denn auch sein.
 
Was ist der Hao doch für ein „wandlungsfähiger“ Mann: Dachte Schwester Jutta, die eben noch um ihren derzeit zj16pausierenden Patienten, bangte, dass ich katholisch würde, so schlage ich heute in die absolute Gegenrichtung aus. (Müssen Sie mir noch am Freitag den Port spülen?) Und schuld daran hat „nur“ der liebe Peter, der mich in meinem Blog darauf aufmerksam machte, dass man die ZJ in Selters auch besuchen kann. Vielen Dank noch einmal. Warum denn nicht? Ich rufe in Selters spontan an und erfahre, dass es um 13 Uhr losgeht. Pünktlich bin ich beim Pförtner. Außer mir sind noch drei Frauen, die sich einer der zweistündige Tortour  unterziehen. Was dann folgt, was ich dann sehe, ist mit Worten kaum zu beschreiben.
 
Weil alles, was ich erlebt habe, schon mehrfach geschrieben worden ist, verweise ich auf einen hochinteressanten Bericht, der hier zu lesen ist. Auch hier hat mir jemand die Arbeit abgenommen.
 
zj20Besonders beeindruckt hat mich bei dem Rundgang der Besuch der Druckerei. Riesige Rotationspressen zur Herstellung der Wachtturmliteratur in Millionenstückzahl drucken stündlich bis zu 132.000 Bibellagen von 32 Seiten oder Broschüren. In der Buchbinderei werden täglich auf zwei Maschinen mehr als 160.000 Taschenbücher zusammen gefügt und täglich bis zu 12.000 Taschenbücher oder bis zu 3.000 Bibeln auf 15 Fadenheftmaschinen geheftet.

zj14Für 32 Länder werden in Selters pro Woche 2.000.000 Zeitschriften auf Format geschnitten, in Schrumpffolien verpackt und versandt. Zwei Dreischneider schneiden täglich ca. 800.000 Zeitschriften mit einem Gewicht von 28 Tonnen. Pro Woche werden insgesamt ca. 40 Tonnen Literatur fertig gestellt. Sechs 7,5 Tonner (LKW) können gleichzeitig mit Versandgut beladen werden.
 
Zum Schluss des Rundgangs steht ein Film auf dem Programm, welches das Leben in der „Bethel-Gemeinde zeigt. Natürlich sieht der Zuschauer nur die Zuckerseite. Anschließend sitze ich noch einige Minuten mit den Frauen zusammen. Dabei setzt dann die lang erwartete „Mission“ ein, die aber natürlich nicht fruchtet. Mein Argument, dass ich schon längst tot wäre, wenn ich ZJ wäre, weil Blutübertragungen grundsätzlich verboten sind, ist einfach nicht zu toppen.

Hier nun einige der genau 100 Bilder, die ich heute fotografiert habe. Ich kann jedem Leser einen Besuch in Selters empfehlen, vielleicht bekommt man dann etwas mehr Verständnis über die verführten Verführer.

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verbrauch

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waescherei

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zukunft

 

 


Antworten

  1. Lieber Bruder,
    >Was auch kommen mag, liebe Brüder, freuet euch dass ihr zu Chritus gehört.<
    Wie groß ist meine Freude darüber, dass ER uns an unserer rechten Hand hält und wir nicht von den Fangarmen des Wachturms geknechtet werden, die Dir keine Chance gegeben hätten wieder gesund zu werden.
    Unser Gott ist eben immer noch größer!
    Vielen Dank für Deine wertvollen Passionsandachten!
    Unser Herr segne und beschenke Dich beim Schreiben.
    Heinrich

  2. Ja, lieber Bruder, mich haben die Liebesarme Jesu umfasst, aber nicht die Fangarme des Wachturms. Welch ein Unterschied. Halleluja!!!

  3. Hao, hast du die Seiten genauer gelesen, die du verlinkst? Der Link in den letzten Worten führt zu einer persönlichen, aber sehr wohlmeinenden Erfahrung und unterstreicht so gar nicht deine Worte von den „verführten Verführern“… und gar erschreckend finde ich, wie Helmut-Dieter Hartmann den Jehova-Zeugen auf den Leim gegangen ist. Wie kann ein intelligenter Mensch, der gern und intensiv in den Bibeltexten liest, wie kann so jemand sich entblöden, aus der „Neue-Welt-Übersetzung“ zu zitieren? Es handelt sich bei dieser – und das gibt sie zu, ich habe das Machwerk vorliegen! – nicht etwa um eine Übersetzung aus den Ursprachen, wie man glauben könnte (und wie alle ernstzunehmenden Bibelausgaben sind!), sondern um eine Übersetzung der angloamerikanischen Ausgabe, die – das steht freilich nicht darin – noch dazu von schlechter Qualität ist…
    Die einzige Schrift aus diesem Hause, die das Papier wert ist, auf dem sie gedruckt ist, ist die Interlinearausgabe der „Griechischen Schriften“ – und die kriegt nicht jeder Zeuge in die Hand… sie ist zu oft zu verschieden von der NWÜ…

    Ich habe auch einige Dokumente vorliegen, heruntergeladen von der Internetseite der Jehova-Zeugen, als noch der Prozeß lief um die Anerkennung als Körperschaft Öffentlichen Rechts (ja, die können Kirchensteuer einziehen, Religionsunterricht in der Schule geben und ein internes Rechtssystem einrichten, auf das der Staat keine Kontrolle richten kann – genau wie die Kirchen, wo das auch nicht immer so positiv zu sehen ist!), und in diesen Dokumenten steht einiges, was keiner dieser Blogger, und erst recht nicht Helmut-Dieter Hartmann, je zu behaupten wagen würde. Da ist beispielsweise die Rede von Druck auf Ärzte, Krankenschwestern und Anwälte, ihre berufliche Schweigepflicht zu verletzen, wenn sie beruflich mit Gemeindegliedern zu tun haben… Ich kann dir das aber gern mal mailen.

    Der einzelne Jehova-Zeuge ist ein Mensch, der mit großem Ernst in der Bibel forscht – allerdings nie aus eigenem Antrieb und nie offen für das Wirken des Heiligen Geistes, denn die Bibelstudien werden extrem durchgepeitscht durch die Veröffentlichungen „Wachtturm“ und „Erwachet!“, und in den Versammlungen abgefragt! Man stelle sich vor, wir würden jede Woche zweimal Versammlung halten, wo wir die Gemeindeglieder abfragen, ob sie auch ihren Neukirchener Kalender gelesen haben, und was der Pastor X am vergangenen Donnerstag zu dem Lesetext geschrieben hat… nur daß das Lesepensum (= Lernpensum) um ein Vielfaches höher ist!
    Diese Menschen sind allerdings „verführte Verführer“, und wo der Heilige Geist ein Einsehen hat, öffnet er ein Ohr für kritische Nachfragen liebevoller Christen. Häme und Haß, die sie vielerorts erfahren, bringen allerdings rein gar nichts und bestärken sie noch in der – falschen – Einsicht, daß nur innerhalb der Zeugengemeinde liebevolle Gemeinschaft herrscht.

    Und dann gibt es natürlich, wie in anderen Religionsgemeinschaften auch, Missetäter… nur: innerhalb der Zeugengemeinde heißt es, „sowas regeln wir unter uns; Paulus hat geschrieben, man soll mit Streitigkeiten nicht vor weltliche Gerichte gehen“. Nicht falsch – bloß daß Paulus damit kleine Rangeleien des Zivilrechts meinte, wenn man den Kontext studiert; er meinte nicht das Strafrecht! Vor den Ältesten braucht man dann aber zwei Zeugen, und wer hat die schon, bei Kindsmißbrauch beispielsweise? Darüber gab es vor einigen Jahren Fernsehberichte (im Öffentlich-Rechtlichen!), die auch wiederholt wurden – die sonst so klagefreudige Wachtturm-Gesellschaft hat sich da erstaunlich bedeckt gehalten. Was für mich darauf schließen läßt, daß sie gegen wahre Berichte nicht angehen konnte, es hätte nur noch mehr Staub aufgewirbelt…
    Aber das ist keine Vorhaltung für den einzelnen Zeugen, der – solang er sich nicht schuldig macht – ein braver Mensch ist wie viele andere auch.

  4. Danke für den Hinweis. Ich habe mich schon seit meiner frühesten Jugend mit den ZJ „rumgekloppt“ und war in Remscheid einer der ersten, die die NW-Übersetzung, damals war sie noch grün, hatten. Glaub mir, ich bin auch nicht kritiklos durch Selters gegangen. Ich weiß, dass alle Sekten immer zwei Gesichter haben. Dass er aus der NW-Übersetzung, die ja die Sprache der ZJ spricht, zitiert hat, finde ich an dieser Stelle auch daneben, aber ich wollte da nicht groß mit ihm einen Disput ausfechten.

    Ich habe damals auch fleißig im TV mitgeschnitten, vor allen Dingen Hans Meiser.

    Inzwischen ist es sehr ruhig um die ZJ geworden, nur die Kinderschänder in den eigenen Reihen machen ihnen noch einige Probleme. Wenn die ZJ schweigen, setzen sie auf die Zeit.

    Ich denke, dass die Leser sicherlich genau wissen, auf welcher Seite ich stehe und dass ich vor allen Dingen keine Werbung für die ZJ mache.

    Ich wundere mich, dass so gut wie keine Kommentare kommen. Verstehe ich gar nicht.

  5. Deine Stammleser wissen natürlich, wo du stehst… aber du hast garantiert auch „Laufkundschaft“…

    Übrigens sehe ich oben als ersten Kommentar eine Antwort von dir; ist da ein Kommentar durch die Freigabe gerutscht?

  6. Nein, ich habe hier keinen Kommentar mehr auf der Warteliste zum Freischalten. Und wenn keine Zahl mehr hinter Kommentare steht, gehe ich davon aus, dass da auch nichts mehr freizuschalten ist. Oder sollte ich mich da vertan haben????

  7. Jetzt seh ich auch den Kommentar von Heinrich Opaterny; der war mir bis zum letzten Kommentar noch verborgen.

    Alles in bester Ordnung!


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