Verfasst von: Hao | 17. Februar 2009

Anspruch, Zumutung oder Gnade….

Dienstag, 17. Februar 2009

Du sollst der Menge nicht auf dem Weg zum Bösen folgen. 2.Mose 23,2

Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene. Römer 12,2

Gottes Programm mit uns Menschen ist klar und (ein)deutig: Er will, dass wir das Gute, Wohlgefällige und Vollkommene leben sollen. Welch ein stuhlgangAnspruch? Das packe ich doch nicht. Eine richtige Zumutung: Wir brauchen uns ja nur mal im Licht unserer eigenen streng geheimen Bosheiten zu sehen, dann merken wir schnell, wessen „Geisteskinder“ wir eigentlich sind. Es ist ein großer Trost, wenn ich entdecke, dass die Geschichte Gottes mit den Menschen immer nur eine Geschichte des Heiligen mit verdrehten und in sich verkrümmten und sündigen Menschen war und ist. Und trotzdem macht das Sündigen in der Menge auch keinen Spaß. Es ist nun die Frage, ob ich aus der Not eine Tugend mache. Gott hat mich schließlich so gemacht, dann soll er doch auch bitte meine Fehler akzeptieren und seine Ansprüche an mich deutlich zurückschrauben.

sonnenkreuzZum Glück hängt Gott seine „Gnadensmesslatte “ so tief, dass auch noch der größte Gauner, wenn er sich dann bekehrt, durch schlupfen kann. Diese Möglichkeit hat er ganz allein und ewig durch Jesus Christus geschaffen. Wenn die Vorraussetzung für mein Heil allein durch das Annehmen von Gottes Gnade geschaffen ist, dann brauche ich mir die Grundlagen nicht jeden Tag neu zu erarbeiten. Es ist schon ein himmelweiter Unterschied, wenn ich Gottes Weisungen aus dem Wissen meines Errettet seins versuche nachzukommen, als wenn ich täglich alle meine Kräfte dafür opfere, um mir eine Eintrittskarte in den Himmel zu erarbeiten. Der religiöse Mensch wird agieren und höchstens ein Eiferer sein. Der Christ ist dagegen ein Begnadeter, der nur auf die empfangene Liebe Gottes zu reagieren braucht. In diesem Sinne werden die Forderungen Gottes für uns keine Zumutung sein, sondern ein Gnadenserweis. Weil wir wissen, dass hinter all unserem Versagen stehts die Vergebung Jesu steht, dürfen wir die heutige Tageslosung als göttlichen Hinweis sehen, damit unser Leben gelingt und dem Leben auch richtiges Leben zugefügt wird.

Heute ist ein denkwürdiger Tag.  Zum ersten mal besuche ich die Männergruppe, denn im Januar hatte ich das monatliche Treffen vergessen.

Wenn ich mich schon auf den Weg nach Braunschweig mache, dann soll dabei auch noch etwas anderes raus springen. So fahre ich rechtzeitig los, um noch meine beiden Lieblingsläden zu besuchen. Ich gebe richtig viel Geld aus, aber für mich bleibt nichts hängen,  weil  der Großauftrag nur meine Freunde betrifft, denn ich habe ja schon alles.

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Pünktlich um 17 Uhr 30 bin ich an meinem eigentlichen Ziel angelangt. Wir sind fünf Männer, wovon ich der Jüngste bin. Die Atmosphäre finde ich als ausgesprochen angenehm. Jeder achtet den anderen.  So mancher kirchlicher Gemeindekreis könnte sich von dem Gesprächsstil und der Art und Weise des Umgangs miteinander eine Scheibe abschneiden. Durch die gemeinsame Krankheit verbunden, gibt es keine Besserwisserei und Arroganz. Auch das Gesprächsniveau  ist sehr hoch. Weil  ich neu in diesem Kreis bin, beginnt dieser mit einer ausführlichen Vorstellrunde.auahalsDabei erfahre ich, dass die anderen Teilnehmer an Prostatakrebs erkrankt sind. Was mich dabei sehr betroffen macht, ist die Tatsache, dass bei allen Teilnehmern nach der Zeit der Heilung der Krebs wieder aktiv wurde. Ich muss es noch lernen, mit der Bombe in meinem Leib zu leben, die jeder Zeit wieder explodieren kann. Gerade das ist das überaus Tückische und Hinterhältige  dieser Krankheit: Es kann jahrelang gut gehen, dann bricht von einer auf die andere Stunde alles zusammen. In sofern freue ich mich jeden Morgen umso mehr, wenn ich „gesund“ und ohne Schmerzen den Tag beginnen kann.




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