Verfasst von: Hao | 7. November 2009

Gut aufgehoben

Samstag, 7. November 2009

Behüte mich wie einen Augapfel im Auge. Psalm 17,8

Jesus sprach: Die Haare auf eurem Haupt sind alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht. Lukas 12,7

„Unsere Tage sind gezählt“, sagen wir, wenn wir an die Grenze des Lebens denken. Wir sagen es wehmütig und erschrocken. Die Tage sind gezählt. Unser Leben ist gerichtet, auf ein Ende hin Herbststilleausgerichtet. Jeder gelebte Tag ist ein Tag weniger. Dabei ist jeder Tag für sich wie ein kleines Leben. Man erwacht, kommt zu sich, steht auf, stärkt sich und geht an die Arbeit. Man erlebt Freude und Schmerz, Schönes und Schweres, sieht Sonne und Schatten, fährt los und kommt zurück. Man begegnet Menschen und Gott, rennt und ruht. Schließlich legt man sich wieder hin, um einzuschlafen. Viele einzelne Tage bilden das Leben.

Und jeder Tag ist gezählt. Sie kommen nicht aus dem Nichts und vergehen nicht in der Nacht. Unsere Tage leben wir nicht von irgendwo nach irgendwo. Nein, Ausspannenunsere Lebenstage sind gezählt. Gott wacht über sie. Er schenkt uns die Tage, zählt sie, besorgt und erfüllt sie, lenkt sie und behütet sie. Unsere Tage sind bei Gott festgehalten. Alle Tage sind bei Gott festgehalten – die, die waren, und die, die kommen. „Alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen keiner da war!” (Psalm 139,16)

Wie wunderbar, dass Gott unsere Tage zählt, festhält und mit Liebe bedenkt. Jeder Tag ist bei Gott gezählt. Jede Träne wird von Gott gezählt (Psalm 56,9). Selbst die Haare auf unserem Kopf sind gezählt (Matthäus 10,30).

Gott hat unser Leben fest in seiner Hand. Ein Glück, dass unsere Tage gezählt sind. Wir leben nicht endlos weiter, ohne Sinn und Ziel. Nein, alle Tage unseres Lebens sind seine Tage und zielen auf den Tag des Herrn. Irdische Tage zielen auf ein ewiges Leben. Und ewiges Leben beginnt, wo wir unsere Tage mit Jesus leben. Er ist bei uns alle Tage bis zu seinem Tag, wo wir bei ihm sein dürfen.  Wie gut, dass nicht nur unsere Haare, sondern auch unsere Tage wirklich gezählt und wir bei Gott gut aufgehoben sind.

Das Motto „Jahr der Stille 2010“ wird, wie bei vielen anderen Gemeinden auch hier in Gifhorn, umgesetzt. Gesagt, getan. Nein, so schnell noch nicht: Gesagt, überlegt. So treffen sich Stilleam Nachmittag die Mitarbeiter für zwei Stunden, um gemeinsam zu überlegen, wie das Motto in der Gemeinde umgesetzt werden kann. Nicht, dass ich etwa zu einer lauten Gemeinde gehöre, nein, bestimmt nicht. Es geht um das Angebot von stillen Angeboten. In einer Ideenbörse wird zusammengetragen, um diese dann demnächst der Gemeinde vorzutragen. Ob meditative Wanderungen oder Tänze, mehr Stille in den Gottesdiensten, die Einrichtung eines Raumes der Stille oder Passionsandachten. Es wird ein spannendes und segensreiches Jahr für die Gemeinde, davon bin ich ich zutiefst überzeugt.


Verfasst von: Hao | 6. November 2009

Zielorientiert leben

Freitag, 6. November 2009

Gedenkt nicht an das Frühere und achtet nicht auf das Vorige! Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht? Jesaja 43,18-19

Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist. Philipper 3,13

Charlie Brown übt mit Pfeil und Bogen. Er schießt auf eine Wand und, wo der Pfeil gerade getroffen hat, malt er den Kreis darum und die Zwölf auf das Einschussloch. So hat er immer das Ziel getroffen. Jemand, der zuschaut, sagt: „Charlie, das geht anders herum. Du musst erst die Zwölf und den Kreis malen, und dann mit dem Pfeil die Mitte treffen!” Lies mehr…

Verfasst von: Hao | 5. November 2009

Das traurige und das tröstliche „Aber“

Donnerstag, 5. November 2009

Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte. 1.Mose 2,15

Jesus sprach: Wer ist denn der treue und kluge Verwalter, den der Herr über seine Leute setzt, damit er ihnen zur rechten Zeit gibt, was ihnen zusteht? Selig ist der Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, das tun sieht. Lukas 12,42-43

Leben ist Abschiednehmen. Wie ein roter Faden zi eht sich diese schmerzhafte Erfahrung von Trennung, Abschied undAbschied Verlust durch unser Leben. Verlobte verabschieden sich voneinander nach einem schönen Wochenende. Sie herzen, drücken und küssen sich, Schnitt und Abschied. Eine Mutter bringt ihr Kind ins Krankenhaus. Sie darf es ins Bett bringen, alles einräumen, noch eine Weile dableiben, aber dann muss sie gehen – nicht ohne Bangen in ihrem Herzen und nicht ohne Tränen auf dem Kindergesicht. Lies mehr…

Verfasst von: Hao | 4. November 2009

Vom Zweifeln zum Glauben

Mittwoch, 4. November 2009

Als ich den HERRN suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht. Psalm 34,5

Der Vater des kranken Kindes schrie: Ich glaube; hilf meinem Unglauben! Markus 9,24

Thomas, der Zweifler, hieß Zwilling. Ist der Zweifel ein Zwillingsbruder des Glaubens? Gehören Glaube und Zweifel immer zusammen? Fragen und Zweifeln sind ein Ausdruck der menschlichen Würde. Tiere und Sterne, Bäume und Steine fragen und zweifeln nicht. Aber der Mensch hat die Würde des Fragens. Er muss abwägen und entscheiden, nachdenken und wählen. So setzt die Glaubensentscheidung den Zweifel eigentlich voraus. Lies mehr…

Verfasst von: Hao | 3. November 2009

Pyrrhus-Siege

Dienstag, 3. November 2009

Der HERR verstößt nicht ewig; sondern er betrübt wohl und erbarmt sich wieder nach seiner großen Güte. Klagelieder 3,31-32

Der Herr des Friedens gebe euch Frieden allezeit und auf alle Weise. Der Herr sei mit euch allen! Jakobus 3,10

„Noch so ein Sieg, und wir sind verloren!” rief einst Pyrrhus (319-272 v.Chr.), der König von Epirus und Makedonien, aus, als er 279 eiBraunschweig von obennen Sieg unter großen Verlusten errang. Seitdem nennt man Erfolge, die eigentlich Verluste sind, Pyrrhus-Siege. Berufliche Erfolge werden oft mit Verlust von Familienleben und Freundschaften erreicht. Materielle Gewinne gehen oft mit der Zerstörung der Gesundheit einher. Immer weiteres Wirtschaftswachstum bedeutet die Minderung der elementaren Lebensgrundlagen. Aber auch persönlich erkämpfte und erkaufte Freiheit zahlt oft den Preis in der Gestalt der Einsamkeit. Lies mehr…

Verfasst von: Hao | 2. November 2009

Wunde Stellen

Montag, 2. November 2009

Wer unvorsichtig herausfährt mit Worten, sticht wie ein Schwert; aber die Zunge der Weisen bringt Heilung. Sprüche 12,18

Aus einem Munde kommt Loben und Fluchen. Das soll nicht so sein. Jakobus 3,10

speakers cornerEin Sprichwort sagt: „Die Zunge geht immer da hin, wo der Zahn weh tut!” Unsere Gedanken und Erinnerungen kreisen immer um die Stellen im Leben, die uns schmerzen. Kränkungen, die wir empfingen, beschäftigen unsere Gefühle, tauchen in unseren Träumen auf und lenken unsere Gedanken.

Versäumnisse, die uns schmerzen, besetzen unsere Seelen und Empfindungen. Wir werden sie nicht los, und Schuldgefühle verfolgen uns. Enttäuschungen besetzen unser Leben, und in unseren Erinnerungen werden sie riesengroß. Verluste und Defizite, Mängel und Unerfülltheiten nehmen unsere Gedanken gefangen, und die Macht des Fehlenden hält uns im Griff. Wir kommen davon nicht los. Lies mehr…

Verfasst von: Hao | 1. November 2009

Lässig oder gelassen?

Sonntag, 1. November 2009

Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft. Psalm 62,2

Jesus Christus habt ihr nicht gesehen und habt ihn doch lieb; und nun glaubt ihr an ihn, obwohl ihr ihn nicht seht; ihr werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude. 1.Petrus 1,8

Auf einem Kalenderblatt fällt mir ein Spruch ins Auge: „Nichts, das mich verdross. Nichts, das mich freute. Vergeht ein schmerzloses Heute!”

Verwelkte RoseWie armselig muss ein Leben sein, in dem es nichts zu kämpfen und ringen, zu leiden und freuen, zu lachen und trauern gibt. Wenn man nichts mehr fürchtet und nicht mehr begehrt, wenn einen nichts mehr aufregt und anregt, ist das Gelassenheit? Ist eine solche Art stoischen Gleichmuts nicht eher jene Lässigkeit, der alles egal und gleichgültig ist?

Im Glauben geht es wohl mehr um Lieben, Leiden, Ringen, Kämpfen, auch Sorgen und Schmerzen gehören dazu. Sie sind die Echtheitszeichen des Lebens. Im Glauben gelassen, in der Liebe engagiert, in der Hoffnung betroffen, in der Gewissheit fröhlich, das wären die Weisen eines erfüllten Lebens. Wir sind heiß geliebt, warum sollten wir cool bleiben?

Wir sind unter Schmerzen geboren, waruLeben1m sollten wir ein schmerzloses Heute haben? Wir sind mit Blut und Tränen erlöst, warum sollten wir die Last der Liebe nicht mutig auf uns nehmen? Wir sind zur Freude berufen, warum sollten wir sie nicht jeden Tag ausleben? Gott hat uns nicht fallen gelassen, warum sollten wir das Leben lässig ableben?

Wir wollen uns in Gottes Hände fallen lassen und aus seiner Liebe den Schmerz und die Freude, die Mühe und den Lohn empfangen.

Klar, ich hatte es mir schon gedacht, doch ich bin heute Zaunohne Schaden davon gekommen. Jene Fratzen, die gestern bei mir mit ihrem Schlachtruf „Süß oder sauer“ zuschlagen wollten, ließen sich an dem Gartenzaun und dem Hauseingang aus. So sind diese denn auch mit den entsprechenden Utensilien wie Rasierschaum und Zahnpasta verschmiert, Ich dagegen fand solche Schweinerei bei mir nicht vor. Zufall oder Bewahrung von oben? Selbst bei der anderen Nachbarin, die sogar was gegeben hatte, musste diese sich nachher mit der Sauerei der Beschmutzung rumschlagen.

Ich gehe nicht nur aus diesem GrunGehhilfede fröhlich in den Gottesdienst. Es haut mich einfach auf die Straße, um meiner Gehhilfe, die ja eine Fahrhilfe ist, entgegen zu gehen. Nun bin ich schon ein Jahr dort. Mit immer mehr Geschwistern duze ich mich, wobei das Angebot bei älteren Personen nie von mir ausgeht.

Ich gebe ein Zeugnis, berichte über mein Geschehen, als ich mit dem linken Bein ins Bett gehe und erzähle von dem Ergebnis der Krebsnachsorge. Und dann passierte das, was ich noch nie erlebt habe, als ich auf der Kanzel stand. Die Gemeinde klatsche, eine Schwester rief sogar laut und vernehmlich: „Danke, Gott“.

„Was wir von den Kindern lernen können“, lautet das Thema Gottesdienst. Ein wirklich gutes Wort des PrediGroßer Hungergers, bei dem Ernst und eine Portion Schmunzeln, aber auch Trost und Zuspruch zu hören war. Wenn ich daran denke, wie ich mich noch vor einem Jahr durch den Gottesdienst gequält habe und in der Gemeinde einer unter Fremden war, nach dem Wechsel mich in einer Familie wieder fand. Da kann ich wirklich nur staunen.

Beim anschließenden Kaffeetrinken nimmt sich der passionierte Wassertrinker und langjähriges Mitglied im Braunen Kreuz viel Zeit, so dass ich erst gegen 13.30 Uhr wieder in meinem Kobel bin. Und das will schon was heißen.

Den Rest des Tages teile ich zwischen meinem Computer und der Keramik auf. Es hat mich aber mal wieder getroffen. Weiß ich nicht warum und weshalb. Jedenfalls bin ich schon deutlich in Bewegung, auch wenn ich das Haus nicht verlasse.

Verfasst von: Hao | 31. Oktober 2009

Umsonst

Samstag, 31. Oktober 2009

Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir. Psalm 42,2

Wen dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst. Offenbarung 22,17

Ewalds HirschVor vielen Jahren habe ich mal bei einem Waldspaziergang einen röhrenden Hirsch erlebt. Ich kann Euch sagen: Da ist aber eine Lastwagenhupe gar nichts gegen. Der Schrei des Tieres ging mir durch Mark und Bein, auch wenn er mehr nach seinen Frauen, was ich angenommen habe, und nicht nach frischem Wasser geschriehen hat.

Nicht nur Hirsche, sondern auch Seelen können schreien, vielleicht noch viel lauter als ein Hirsch nach seinen Gespielinnen. Es sind die Seelen, die nach Leben schreien, die alles haben und doch leer und trocken wie ein Schwamm sind, der wochenlang in der Sonne gelegen hat. Lies mehr…

Verfasst von: Hao | 30. Oktober 2009

Ich will nicht… muss nicht sein

Freitag, 30. Oktober 2009

Als der Pharao sah, dass Regen, Donner und Hagel aufhörten, versündigte er sich weiter und verhärtete sein Herz. 2.Mose 9,34

Einer der Übeltäter, die am Kreuz hingen, lästerte Jesus. Da wies ihn der andere zurecht und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist? Lukas 23,39.40

Ich werde nie die Predigt vergessen, die ich in den 60er Jahren von dem Janz-Team hörte, die in Remscheid-Zelrmission 1967Lüttringhausen auf der damaligen Heimatspielbühne evangelisierten. Er berichtete von einem kanadischen Holzfäller, dem viele Leute schon oft das Evangelium erzählten, er aber stets ablehnte. „Das hat noch Zeit, darüber werde ich einmal nachdenken, wenn ich alt bin“. So verging Jahr um Jahr. Und langsam aber sicher trat eine Verhärtung dieses Mannes ein. Erst wollte er nicht zu Jesus kommen, dann, im Alter konnte er nicht mehr, so sehr er sich auch anstrengte. Er war zu, einfach dicht. Da ging nichts mehr. Lies mehr…

Verfasst von: Hao | 29. Oktober 2009

„Ich bin sehr mit ihnen zufrieden“…

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Nach diesem will ich meinen Geist ausgießen über alles Fleisch. Joel 3,1

Gott, der die Herzen kennt, hat es bezeugt und den Heiden den Heiligen Geist gegeben wie auch uns. Apostelgeschichte 15,8

Als Jugendlicher habe ich an der Bever-Talsperre als DLRG-Rettungsschwimmer meine Freizeit Neu geborenverlebt. Die rund 15 Kilometer von Remscheid-Lennep bis zum Wasser fuhr ich bis zur Anschaffung meines Mopeds stets mit dem Fahrrad, wobei ich mich im Bergischen Land  schon ganz nett abstrampeln musste. Besonders der lange und steile  Berg kurz vor der Talsperre forderte von einem Fahrradfahrer die letzten Kräfte.

Wenn ich dann nach anstrengender Fahrt, verschwitzt, dreckig und ermüdet in das kühle Nass sprang, fühlte ich mich wie neugeboren!” Wasser wäscht allen Schweiß und Dreck ab, belebt und erfrischt und lässt verbrauchte Kräfte wiederkehren. Lies mehr…

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